Skandinavienrundreise 2017 Teil 1

10.06.2017

30. Tag 10.07.17

Alta - Skibotn 297 km

Aufstieg zum Bubbel`n
Aufstieg zum Bubbel`n
Lyngenalpen in Regenwolken gehüllt
Lyngenalpen in Regenwolken gehüllt

Auch heute weckt mich die Sonne, der Tag beginnt doch schon mal gut und sofort wird Tisch und Stuhl nach draussen geräumt, als das wir draussen frühstücken können. Die heutige Stecke haben wir gestern noch umgeplant. Ursprünglich war noch ein Abstecher nach Tromsö angedacht, doch ich kann mich weder für den Umweg von 130 km noch für die zusätzlichen fast 300.- Fr. Fährkosten bis auf die Insel Senja erwärmen. Wir haben kurzerhand beschlossen uns Tromsö für eine nächste Reise aufzuheben und folgen der E6 bis nach Skibotn, runde 270 km, sagt das Navi. Um die Strecke etwas aufzulockern machen wir den kurzen Abstecher ins Bognelvdal zum "Bubbel`n". Also verlassen wir die E6 kurz nach Bognelv und folgen der Strasserund 5 km ins gleichnahmige Tal bis zu einem schönen Wanderparkplätzchen mitten im Grünen. Bereits beim Aussteigen hören wir das wilde Rauschen des kleinen Flusses und folgen gemütlich dem Hinweisschild zum Bubbel`n. Der Weg führt steil bergauf und ist zeitweise mit einem Seil gesichert, dazwischen hat man immer wieder einen schönen Blick ins Tal. Nach knapp 20 Min. erreichen wir den Quelltopf des Flusses. Hier sprudelt das Wasser mit grossem Getöse direkt aus dem Boden um sich dann nach wenigen Metern in die Tiefe zu stürzen. Muss Mann / Frau mal gesehen haben, ist aber nichts wofür ich eine stundenlange Wanderung machen würde, zumal uns hier die vielen Fliegen ziemlich auf den Geist gehen und wir den Aufenthalt auf ein Minimum reduzieren. So, dann sind wir jetzt so richtig locker drauf und können die restliche Strecke von 250km wohl auf einer A.. backe absitzen. Naja, mit den Kilometern ist das so eine Sache hier in Norwegen, es gibt hier nur die E6 als schnellste Verbindungsstrasse und die folgt nunmal jedem Fjord entlang und durch jede Ortschaft. Da sind dann 100 km plötzlich eine zähe Angelegenheit und wenn dann noch laufend Baustellen kommen wirds richtig mühsam. Da die E6 so quasi die Lebensader ist, wird der Strassenbelag unter Verkehr erneuert. Das heisst immer wiedermal einen Stop und den Gegenverkehr abwarten und dann dem Safetycar hinterher durch die Baustelle. Aber irgendwann ist auch das weiteste Ziel erreicht und wir stehen etwas ausserhalb von Skibotn an einem Zufluss zum Fjord, fast alleine auf einer Kiesbank direkt am Wasser. Nachdem es vor kurzer Zeit noch etwas geregnet hat, scheint hier die Sonne durch die Wolkendecke und wir sitzen noch etwas vors Wohnmobil und geniessen die wärmenden Strahlen und die Ausicht auf die Lyngenalpen mit ihren Gletschern. Wir tun aber gut daran nicht zu lange mit dem Grillen zu warten, in den Bergen hinter uns türmen sich nämlich Regenwolken auf. Es hat gerade noch gereicht und alles ist bereits versorgt als ein zünftiger Regenguss auf`s Dach prasselt. So wie`s ausschaut werden wir den Abend wohl drinnen verbringen müssen. Ach ja, das hab ich noch vergessen... Gas haben wir aufgetankt!

29. Tag 09.07.17

Nordkapp - Alta 248 km

Gestern Abend wollten wir ja unbedingt noch die Mitternachtssonne gucken, haben wir auch gemacht und da wir einen Zeitrafferfilm machen wollten sind wir von 24.00 - 01.00 Uhr drausen gestanden und haben den Fotoapparat bewacht, der während 1 Stunde 4 Bilder pro Minute geschossen hat, ergibt am Schluss 10 Sekunden Film... Trotz Sonne hat uns der Wind ordentlich ausgekühlt und wir sind nachher fast nicht mehr warm geworden. Farino hat uns doof angeschaut als wir mitten in der Nacht nochmal zum spazieren gegangen sind. Aber ich muss zugeben, ein einmaliges Erlebnis dieses Naturschauspiel zu beobachten. Die Landschaft wird in ein eigentümliches orange Farbenes Licht getaucht wie ich es noch nie gesehen habe. DIe Schatten sind auf der Ebene 100m lang. Auf den späten Abend hin hat sich auch der Parkplatz für die Womo`s gut gefüllt und auch die Busse sind bis um 1 Uhr in der Früh noch gefahren, danach ist dann Ruhe eingekehrt. Heute in der Früh weckt mich dann die Wärme im Wohnmobil, die Sonne steht schon hoch am Himmel und heizt bereits richtig ein. Ich komme beim Spaziergang grad etwas ins schwitzen mit meiner warmen Jacke und einige sitzen schon draussen im T-Shirt beim Frühstück. Also nichts wir die Gatenbestuhulung hervor gekramt und den Sonnenplatz vor dem Womo eingerichtet. Da ich gestern den Versuch mit der Drohe zu filmen, wegen des starken Windes abbrechen musste, hole ich das heute Morgen nach. Es ist fast windstill und ich kann doch einige Minuten filmen, ich hoffe ich kann den Film heute noch anfügen. Wir wollen heute nach Alta fahren um in der dortigen LPG Tankstelle unseren Gasvorrat wieder auffüllen. Der Weg füht uns zuerst rund 100km dieselbe Strecke zurück bis nach Olderfjord wo wir dann wieder auf die E6 einbiegen. Auch die heutige Strecke führt uns hinauf auf die Fjell`s wo wieder viele Rentiere weiden, zu unserer linken und rechten Seite breiten sich riesige Ebenen aus, die den Regen der letzten Tage mit ihren Torfschichten wie ein grosser Schwamm aufgesaugt haben und so die vielen kleinen und grossen Flüsse speisen. Fast überall wo Wasser fliesst wird geangelt, so wie ich gesehen habe steht der Lachs ganz oben auf der Liste und so stehen die Fischer im oder am Wasser. Das scheint des Norwegers liebstes Hobby zu sein, ganze Familien frönen dem Petri Heil und sind mit Angelruten ausgestattet. Als wir dann in Alta ankommen und die LPG Tanke finden, ist diese "OUT OF ORDER". Ist nicht ganz so schlimm, auf unserer Strecke sollte es morgen nochmals eine geben, ich hoffe wir haben dann mehr Glück. Nachdem ich halt in ermangelung des Gases nur den Dieselvorrat aufgestockt habe, fahren wir zum nächtsgelegenen Campingplatz etwas ausserhalb von Alta, an den gleichnamigen Fluss, wo natürlich auch wieder alle im Wassser stehen. .

28. Tag 08.07.17

Lakselv - Nordkapp 180 km

Der Wetterbericht scheint zu stimmen, suuuper. Es ist schon am frühen Morgen herrlichstes Sommerwetter, zwar noch etwas kühl aber wolkenlos. Unsere Entscheidung noch einen Tag mehr hier oben zu verbringen scheint sich zu bewähren. Also dann nichts wie los, auf zum Nordkapp dem 2.... Doch zuvor wird noch draussen an der Sonne gefrühstückt bevor wir noch alle Tanks füllen, resp. leeren damit wir gerüstet sind. Es ist eine wunderschöne Fahrt entlang der E6 und später E69 mit sensationellen Aussichten in die Fjorde. Was Sonnenschein alles so ausmacht.... für die knapp 180 km benötigen wir knapp 3 Stunden denn die Strasse schmiegt sich der Küste entlang an die Höhenzüge und Bergflanken. Speziell ist der rund 6km lange Tunnel auf die Insel Mageroya, auf welcher das Nordkapp liegt ( vgl. den Bericht vom 06.07! ). Dieser führt mit einem Gefälle von 8% unter dem Meer hindurch und steigt anschliessend entsprechend steil wieder an, bis wir wieder Tageslicht sehen. Endlich angekommen löhnen wir erstmal den Eintritt inkl. Parkgebühr für 24 Std. von 540 NOK, ca. 66.- Franken und steuern einen Parkplatz in der ersten Reihe an, in der Hoffnung von hier aus die Mitternachtssonne beobachten zu können. Der Besucheransturm hält sich einigermassen in Grenzen und wir machen einen gemütlichen Rundgang gemeinsam mit Farino über die weitläufige Ebene auf dem ansonsten kahlen Felsen. Natürlich besuchen wir auch das Nordkapp Senter mit Restaurant`s, Souveniershop und das 180° Kino, wo wir den schönen Film über die 4 Jahreszeiten am Nordkapp anschauen. Da das Wetter sich zu halten scheint, dünkt mich der "Eintritt" nicht mehr übertrieben, es wird ja auch einiges geboten. Das Mobilfunknetz ist hier oben ausgezeichnet und ich kann nach unsere Shoppingtour endlich die Berichte der letzten 2 Tage fertigstellen und ins Netz stellen. Der heute folgt dann gleich im Anschluss..

27. Tag 07.07.17

Gamvik - Lakselv 270km

Entsprechend der Witterung und der Temperaturen um 6°C, haben wir gestern Abend ein Raclettessen bei Kerzenschein veranstaltet. Kerzen darum um die Temperatur im Womo noch etwas zu erhöhen. Leider haben wir bereits etwas viel LPG Gas gebraucht und die Flasche ist fast leer, nachtanken geht erst in etwa 3 Tagen in Alta, darum müssen wir etwas haushalten mit dem Gas. Ist aber gar nicht mal so kalt, wenn man mit 15°C zufrieden ist.... Nachdem es ja gestern bereits mit Regenen begonnen hat, schifft es die ganze Nacht durch. Erst gegen Morgen hört der Regen dann auf und einzelen blaue Flecken zeigen sich in der Wolkendecke. Also nichts wie raus aus dem Bett und flux angezogen, Farino wartet auf seinen Spaziergang. Es ist zwar immer noch sehr windig aber die Temperatur hat sich etwas erholt und wenn die Sonne drückt wirds gleich nochmal angenehmer. Nach dem Frühstück gehe ich dann nochmals raus, ich möchte unbedingt mit der Drohne noch ein Filmchen machen. Das gelingt doch starkem Wind besser als erwartet und ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden. Da wir ja für Samstag einen weiteren Nordkappstop vorgesehgen haben machen wir uns bald einmal auf die Socken und fahren die ganze Stecke von gestern wieder zurück, 128km..., von Ifjord gehts dann auf der 98 nach Lakselv, nochmals 150km über Berg und Fjell. Immer häufiger scheint nun die Sonne und lässt alles ganz anderst wirken als noch gestern, wo alles ein bisschen Grau in Grau war. Einen kurzen Zwischenstop machen wir nach dem Borselvfjell, im " Silber Canyon ", hier stürzen sich grosse Mengen an Wasser durch einen engen Schlund und geben so ein spektakuläres Bild und natülich ein schönes Fotosujet ab. Dann wird der Diesel knapp und ich steuere die erste und auch die einzige Tankstelle in Borselv an, knapp 1.70 der Liter. Aber das geht noch teurer 1.75 dann in Lakselv, aber was solls ich muss ja tanken... In der Hoffnung auf eine gute Internetverbindung steuern wir das Feriensenter ( das schreibt man wirklich so ) in Stabbursdalen, 15km von Lakselv entfernt an. Der Platz ist hübsch, die Ausstattung o.k., das Internet bäääh... Da auch das Mobilfunknetz schwächelt, wird es mir auch heute nicht gelingen den Blog zu aktualisieren. Ich hoffe auf bessere Verbindung dann am Nordkapp morgen.

26. Tag 06.07.17

Ifjord - Gamvik  129 km

Es hat den ganzen gestrigen Abend und die Nacht durch geregnet, auch heute Morgen zeigt sich der Himmel von seiner unschönen Seite. Die Temperaturen sind nun mit knappen 7° C definitiv zu kalt um auf die Heizung zu verzichten. So haben wir es wenigstens mollig warm und bekommen beim Würfeln keine klammen Finger. Nach dem aufstehen checke ich erstmal die Wetterprognosen für Gamvik und am Nordkapp, leider verheissen diese erst ab Freitag oder Samstag bessere Bedingungen. Wir entschliessen uns dann die Tour bis Gamvik zum alternativen Nordkapp, trotz des schlechten Wetters und ohne Aussicht auf die Mitternachssonne zu machen, und dann auf Samstag doch noch das "richtige" Nordkapp anzufahren. Richtiges Nordkapp, alternatives Nordkapp werdet ihr euch fragen... was soll den das? Dazu kann ich euch folgendes sagen. Das alternative Nordkapp ist der nördlichste Punkt auf dem europäischen Festland, dieser liegt etwas ausserhalb von Gamvik, der nördlichste Punkt Europas liegt ca. dort wo das sogenannt, richtige Nordkapp liegt, dies ist allerdings auf einer Insel und nicht auf dem Festland, daher die Unterscheidung. So, nach diesem Exkurs in die Geografie kommen wir zu unserer heutigen Etappe zurück. Wir starten so gegen 10.30 Uhr in Richting Mehamn und fahren rund 100km der 888 entlang. Nach anfänglicher Rüttelpiste wir die Strasse immer besser und den grossteil der Strecke legen wir auf einwandfreiem Strassenbelag zurück. Schon Bald stellen wir fest das sich der Weg in jedenfall gelohnt hat, war bereits gestern das Ifjordfjell ganz speziell, setz die heutige Route noch einen drauf. Riesige Geröllhalden so weit das Auge reicht, wechseln sich mit hübschen Fjordlandschften ab ( bei gutem Wetter wärs natürlich noch hübscher.. ). Es folgen atemberaubende Ausblicke auf Berge, welche aus dem Meer zu wachsen scheinen, immer wieder hat es Seen, Bäche und Flüsse die sich weiter unten wieder ins Meer stürzen, wir kommen aus dem Staunen gar nicht heraus. Am Dorfeingang von Mehamn, das übrigends eine eigenen Flughafen hat dessen Piste im Meer endet, biegen wir rechta ab nach Gamvik. Wir durchfahren das kleine Dorf mit Museeum und Fischerhafen in Richtung Leuchturm und weitere 2km später sehen wir schon die Parkplätze auf welchen wir den heutigen Tag und die nachfolgende Nacht verbringen werden. Mittlerweile hat es auch der Regen aufgegeben und es ist zumindest trocken, was für einen Rundgang mit Farino spricht. Wir gehen zum Strand hinunter der mit seinem türkisfarbenen Wasser und weissem Sand eigentlich in die Karibik gehören würde. Doch die bescheidene Aussentemperatur und der kalte Wind der uns um die Ohren bläst, lässt uns nicht vergessen das wir hier eigentlich am Rande der Arktis stehen. Etwas später mache ich mich mit Rosi auf den Fussmarsch zum Leuchturm den man jede volle Stunde besichtigen kann. Rosi hat keine Lust da hoch zu steigen und wartet auf mich im Kaffee bei einer heissen Schoggi, während ich die neun Stockwerke bis zum Lichthaus hochklettere. Übrigends ist dieser der nördlichst gelegenene Leuchturm auf dem Festland weltweit!! Ein Tag für die Geschichtsbücher...

25.Tag 05.07.17

Neiden - Ifjord 238 km

Die Zeit haben wir um die "Finnenstunde" wieder zurückgedreht, entsprechend früh sind wir schon auf. Es geht nach wie vor ein zügiger Wind der jetzt auch etwas kühler als gestern weht. Anders als gestern, ziehe ich mir heute für den Spaziergang im Naturschutzgebiet die Fleecejacke an, Farino ist es egal wenns etwas kühler ist. Er nutzt die Möglichkeit sich ohne Leine zu bewegen und ist weit voraus. Da wir heute früh dran sind und nochmals einen Camping aufsuchen möchten ( wegen duschen und so.. ) bevor wir ans "alternative" Nordkapp bei Gamvik aufbrechen, beschliessen wir die Route etwas zu verlängern und heute bis nach Ifjord zu fahren. Mit etwas Glück guckt vielleicht noch die Sonne herraus und taucht die Landschaft in ein besseres Licht. Die Strecke folgt bis nach Tana Bru der E6, welche sich quer durch ganz Norwegen schlängelt und auf der wir noch des öftern unterwegs sein werden. Nach ca. 50km biege ich rechts ab und folge der schmalen Strasse nach Bugoynes. Die Ortschaft liegt am Ende der Strasse direkt an der Barentsee und lebt vom Fischfang und vom Fang und der Mästung von Riesenkrabben. Diese werden bis zu 25cm gross und ihre 10 Beine ( 2 davon sind die Scheren!!! ) haben eine Spannweite von bis zu 180cm. Die Krabben werden dannlebend, vorallem nach Asien exportiert. Leider hatten wir keine Gelegenheit uns solche Viecher anzuschauen. Uns hat es aber voll und ganz gereicht die wirklich wunderschöne Küstenlandschaft mit den Sandstränden anzuschauen und ein paar Fotos zu schiessen. Nach unserem Abstecher kehren wir dann zur E6 zurück wo wir dann in Tana Bru den Tanafjord überqueren und noch einen kurzen Stop einlegen um etwas Geld aus dem Automaten zu ziehen und um für die nächsten Tage Lebensmittel einzukaufen. Tankstellen und Läden sind in der Finnmark recht dünn gesäät und man sollte solche Gelegenheiten nutzen. Von hier aus fahren wir auf der 98 in Richtung Iford immer der Küstenlinie entlang bis nach Vestertana. Dort steigt dann die Strasse, welche in einem teilweise erbärmlichen Zustand ist, stetig an bis wir das Ifjordfjell auf ca. 330 mü.M. erreichen. a) ist das Wetter jetzt wirklich Sch..e, b) die Strasse ist nun nagelneu und glatt wie ein Babyfüdli, so fahren wir runde 25km über eine, zum Teil noch verschneite Hochebene mit nur spärlicher Vegetation dafür mit vielen kleinen Seen welche teilweise noch zugefroren sind. Leider hat es mittlerweile zu regnen begonnen und die unwirtliche Landschaft wirkt nun noch feindlicher. Es sieht aus wie auf dem Mond. Entsprechend ist nun auch die Aussentemperatur auf knappe 8° C gesunken und wir planen einen gemütlichen Abend vor dem Kamin im Wohnzimmer, sofern wir das natürlich hätten... Eben noch waren wir auf der Hochebene im Fjell, fast übergangslos nimmt die Vegetation wieder zu und wir stehen bereits in Ifjord, wo uns ganz zu Beginn des Dorfes der Campingplatz erwartet.

24. Tag 04.07.17

Lemmenjoen - Neiden / Kirkenes / Neiden 313 km

Skoltefossen
Skoltefossen
Stabkirche von Neiden
Stabkirche von Neiden
Blick in die Barentssee, Kirkenes
Blick in die Barentssee, Kirkenes
Strand bei Neiden
Strand bei Neiden

Also, wir haben dann gestern schon etwas zum Abendessen bekommen, obwohl die gute Frau mich zu Anfang es war komisch beäugt hat. Nun haben wir natürlich eine samische Spezialität aus Rentierfleisch bestellt, "Akhun Tupa" nennt sich das und sieht fast so aus wie Geschnetzeltes Stroganof. Das Ganze wird in einer braunen Rahmsauce mit viel Zwiebel, Tomaten und Pilzen serviert, dazu gibt es Kartoffelstock und Preiselbeerkompot. Das Rentierfleisch schmeckt ähnlich wie Schweinefleisch, vielleicht etwas kräftiger im Geschmack, aber wirklich gut. Rosi hat dann noch vom warmen Blaubeerkuchen mit Vanilliesauce probiert, da der Teller nachher leer war nehme ich an es hat ihr geschmeckt. Nachdem es gestern beim zu Bett gehen etwas geregnet hat, ist es am Morgen dann etwas bedeckt, aber die Temperaturen stimmen immer noch. Wir beschliessen beim Frühstück das wir die Tour heute verlängern und eine Abstecher nach Kirkenes, ganz im Nordosten Norwegens, machen. Es soll dort über der Stadt eine Stellplatz mit wunderschöner Aussicht auf den Hafen und die Barentssee geben, wir lassen uns mal überraschen. Im Nu sind wir in Inari am gleichnamigen See angekommen, nach einem Einkauf im dortigen halbleeren Laden, parken wir wenige 100m weiter weg im Siidamuseeum, wo wir die samische Kultur und das Leben der Sami etwas näher kennenlernen möchten. Es ist eine Kombination von klassischem Museeum und einen Freilichtmuseeum, der Rundgang dauert rund 1,5 Stunden und hat uns, nicht zuletzt auch wegen der deutschen Beschriftungen und Hinweistafeln das Leben der Samen hier im hohen Norden nähergebracht. Die Samen besiedeln Skandinavien schon seit Jahrhunderten und leben nebst der Rentierzucht v.a. vom Fischen. In der Neuzeit natürlich auch vom Tourismus. Der grösste gesellschaftlich Umbruch fand mit der Grenzziehung zwischen Norwegen, Schweden, Finnland und Russland statt, die Wanderungen der Samen wurden durch die Grenzen massiv erschwert und zwang sie so zum Umdenken. Alsdann habne wir unsere Reise in den Norden vortgesetzt und sind immer dem Inarisee entlang bis zur norwegischen Grenze gefahren. Es ist unglaublich wie schnell sich die Landschaft verändert, war auf der finnischen Seite das Fjell von viel Vegetation und lockerem Baumbestand, durchzogen von Bächen, Flüssen und Seen bestimmt, beginnt fast mit dem Grenzaun eine steinige Einöde mit nur noch wenig Vegetation. Ich hab davon schon gelesen, bin aber nun doch überrasscht wie schnelld as ging. Den ersten Stop auf norwegischem Boden legen wir bei Neiden an Skoltefossen ein, einem Wasserfall wie wir ihn im Verlaufe unserer Reise wohl noch öfters sehen werden. Von Neiden aus sind es noch noch knapp 50km nach Kirkenes und die Strasse von dort führt dann weiter nach Murmansk in Russland, soweit wollen wir dann aber doch nicht. Wir finden den anvisierten Stellplatz hoch über der Stadt dann recht schnell und die Aussicht ist wirklich herrlich. Leider kann man hier nicht mehr stehen, die Zufahrt zur Parkfläche wurde wurde mit Steinen versperrt und uns bleibt nichts anderes Übrig als zum Stellplatz am Hafen zu fahren. Doch der ist nicht wirklich einladend und wir haben keine Lust mitten in der Stadt zu stehen. Also treten wir den Rückzug an und fahren die 50 km nach Neiden zurück, von wo aus wir ein paar Kilometer in ein Naturschutzgebiet am Munkefjord fahren und dann dort auf dem Wanderparkplatz die nächste Nacht verbringen werden.

23. Tag 03.07.17

Lemmenjoen - Lemmenjoen 0 km

Abendstimmung am Lemmenjoen
Abendstimmung am Lemmenjoen

Die Sonne hält sich heute versteckt, morgends um 03.00 Uhr stand sie noch strahlend am Himmel. Die Temperatur ist trotz der fehlendnen Sonne noch recht angenehm und das T-Shirt ist absolut ausreichend. Ein super Wanderwetter zeichnet sich ab, nicht zu heiss, aber trocken. Ich und Farino haben gestern noch die Lage inspiziert und sind zur Infotafel am Eingang zum Naturschutzpark gelaufen. Dummerweise habe ich dabei das Hundverbotschild beim Nachbargrundstück übersehen und Farino sogar noch frei laufen lassen, das hat die Nachbarin wohl gesehen und ist wutentbrannt auf uns losgestürmt. Nachdem ich ihr verständlich gemacht habe das ich kein finnisch verstehe, habe ich ihre Worte ins Englisch übersetzt abbekommen. Offensichtlich züchtet sie Rentiere und hat Angst um ihre Tiere, was ich nachvollziehen kann und ich mich deshalb auch entschuldige. Ich kann die gute Frau fast nicht beruhigen und so lassen wir sie halt einfach stehen und ziehen des Weges, welcher nun nicht mehr zu ihren Privatbesitz zählt. Bei allem Verständnis für die Reaktion auf mein unüberlegtes Tun, man hätte das auch etwas freundlicher sagen können. Wir wollen heute Abend aber trotzdem ins Restaurant gehen und eine samische Rentierspezialität versuchen, vielleicht werden wir ja trotz des Vorfalles gestern bedient... Nun zurück zum Wanderwetter, es gibt hier ein übersichtliches Wanderwegnetz in der Kernzone des Naturschutzgebietes. Die Wanderwege mit Distanzen vom Rundweg mit 4,5km bis zur Mehrtageswanderung von 40km sind gut gekennzeichnet und wir entscheiden uns den Naturlehrpfad einzuschlagen. Dieser führt vorbei an kleinen Tümpeln und zum Fluss, über eine Gletschermoräne und durch den "Urwald" zurück zum Ausgangspunkt den wir nach rund 2 Stunden wieder erreichen. Unterwegs sind immer wieder Infotafeln zu sehen, welche uns auf die Geschichte und natur des Gebietes hinweisen. So ist z.B. zu lesen das die Bäume hier im Wald ca. 200 Jahre alt sind und pro Jahr nur ca. 1mm an Umfang zulegen, so wundert einem das nicht das es kaum Bäume mit grösseren Stammdurchmesser als vielleicht 30 cm gibt. Die Tafeln geben auch Aufschluss über die Besiedelung des Gebietes durch die Samen und die Rentierzucht. Ob all den Informationen und der zurückgelegten Distanz verabschieden sich nacheinander ist Schuhsohlen von Rosi Wanderschuhen und sie ist ab ca. der Hälfte des Wegs mit sogenannten Wander Flip-Flops unterwegs. Das ist natürlich äusserst mühsam und Rosi ist dann doch ganz froh als wir dann endlich zurück zu Womo kommen und sie die Schuhe ausziehen kann. Leider hat der stramme Fussmarsch an ihren Füssen auch noch Blasen hinterlassen, welche einer eingehenden Untersuchung und anschliessender Wundversorgung bedürfen, was ich dann selbstverständlich in meiner Funktion als treusorgender Ehegatte auch erledigt habe. Nachdem wir uns dann mit einem kleinen Vesper gestärkt haben, kommt auch die Sonne wieder zum Vorschein und mit ihr ein Finne mit Wohnwagen der sich genau vor uns platziert und somit ist dann auch unsere Flusssicht versperrt. Naja, die haben wir ja gestern schon geniessen können..

22. Tag 03.07.17

Kittilä - Lemmenjoen 181 km

Blick vom Levi
Blick vom Levi
Strasse 955
Strasse 955
Lemmenjoen
Lemmenjoen

Die Mückenfront zeigt sich am Morgen etwas entspannter als noch gestern. Die halbe Nacht war unser Nachbar auf der Jagt nach Mücken in seinem Bus, man hat es jedesmal gehört wenn er an die Wand geschlagen hat. Irgend wann in der Nacht ist es ihm wohl zu bunt geworden und er hat zusammengepackt und ist weg gefahren, jedoch nicht ohne die Schiebetür am Bus lautstark, gefühlte 150x zu öffnen und wieder zu schliessen. Wir sind so um die 02.00 Uhr in der Nacht erwacht und haben uns die Mitternachtsonne angeguckt, dazu werden wir die nächsten 2 Wochen hoffentlich noch öffters Gelegenheit haben. Die ganze Szenerie ist recht speziell, es ist ein ganz besonderes Licht in welches die Landschaft getaucht wird. Trotz weniger Mücken wird Indoor gefrühstückt und kurz darauf sind wir unterwegs ins Naturreservat Lemmenjoen, das etwa 170km nördlich liegt. Den ersten Zwischenstop erreichen wir schon nach wenigen Kilpmeter Fahrt in Levi, wo wir bis zum Gipfel auf ordentlicher Strasse hochfahren können. Die Skipisten sieht man schon aus der Ferne, sie bilden unregelmässige, braungraue Schlangenlinien an den Flankes des Berges. Von hier oben hat man trotz des Dunstes eine herrliche Rundumsicht bis zum Horizont. Es ist das erste Mal seid wir in Finnland sind, das wir eine solche Fernsicht geniessen können. Wir sind hier auf rund 530m ü.M. und es sieht aus wir bei uns in den Alpen auf 2500m, hier oben gibt es keine Bäume mehr nur noch Moose und Flechten bedecken den steinigen Boden und bilden so etwas wie eine Mondlandschaft. Nach einer knappen 1/2 Stunde geht es wider zurück zur Strasse und von dort aus auf die 955 in Richting Inari. Die über 60km lange, alphaltfreie Strasse führt uns nach Pokka, von wo aus die Strasse dann wieder einen Teerbelag hat. Die Besiedelung auf beiden Seiten der Strasse nimmt nun rasch ab und schon bald gibt es kaum mehr Verkehr und wir sind ganz alleine unterwegs. Der Weg ist gepflastert mit Schlaglöchern und erlaubt höchstens 40km/h, nach gut der Hälfte der Strecke ist aber auch das besser und man kommt mit der nötigen Konzentration doch noch recht flott vorwärts. Ich bin nur froh das die Sonne scheint und es nicht regnet, ich könnte mir vorstellen das es dann eine rechte Schlammschlacht gegeben hätte. Mit dem Ende der kleinen Wohnsiedlungen und Weiler ändert sich auch die Landschaft, endlich sind wir im Fjell, eine karge und nur noch mit niedrigen Büschen, Birken und nur wenig Nadelbäumen welche bei weitem nicht mehr so dicht wie weiter südlich stehen. Grosse Hochmoore durchsetzt mit Bächen, kleinen Seen und Tümpel prägen nun die Landschaft. Uns geht bei diesem Anblick das Herz auf, so sieht für uns Skandinavien aus. Die Strasse führt oftmals kilometerweit gerade aus über einen Hügelzug zum Nächsten, dann schlängelt sie sich in weiten Kehren durch diese phantastische Landschaft. Immer wieder halten wir kurz an um Fotos zu machen, einen grösseren Stop nutze ich um ein paar kurze Filme mit der Drohne zu machen. Wir zweigen dann von der 955 links ab und fahren zum Wnderparkplatz Lemmenjoen wo wir auf den dortigen Campingplatz für 2 Nächte einchecken. Wir sind so ziemlich die einzigen Campinggäste und stellen uns mit Blick auf das herrlich Panorame mit See, Wald und Sauna auf. Das Wetter hält sich ausgezeichnet und an der Sonne ist es mindestens 25°Grad warm und Mückenfrei...

21. Tag 01.07.17

Rovaniemi - Kittilä 156km

Abends um 23.15 Uhr
Abends um 23.15 Uhr

Man spürt jetzt, da wir am Polarkreis angelangt sind, noch viel deutlicher das die Sonne nicht mehr ganz untergeht. So ist es um 23.30 Uhr als ich gestern ins Bett ging noch taghell und ich konnte noch ohne Licht im Buch lesen, das mich die letzten Tage gefesselt hat. Also versuchen wir des Wohnmobil soweit es geht abzudunkeln, damit man wenigstens das Gefühl hat es sei Nacht, ist aber in jedemFall etwas gewöhnungsbedürftig, so quasi mit den Hühnern ins Bett zu gehen. Die heutige Route nach Kittilä verspricht keine besonderen Höhepunkte und ist mit rund 150km auch nicht besonders lang. Wir übernachten heute auf dem Camping Lomamokit am Rande von Kittilä und hoffen das Wetter sich hält und wir, wie gestern den Nachmittag und Abend noch etwas draussen geniessen können. Die fahrt auf der 79 in Richtung Norden verläuft, wie erwartet den auch fast Ereignislos. Den Höhepunkt stellen die beiden kleinen Rentiergruppen dar, welche uns gemütlich auf der Strasse entgegen traben. So haben wir wenigsten Gelegenheit doch noch ein paar Fotomotive vor der Linse zu bekommen. Wir treffen daher bereits um 12.30 Uhr in Kittilä ein und suchen uns auf dem Camping einen schönen Stellplatz und installieren uns. Tisch und Stühle stehen schon parat, die Markise ist ausgerollt und die Mücken sind auch schon da. So ein Sch...dreck, wir müssen wohl oder über wieder einen Indoor Nachmittag verbringen. Das gefällt weder uns noch Farino der nur widerwillig ins Wohnmobil steigt. Da hätten wir wohl gerade so gut weiterfahen können und uns so einen weiteren "reisefreien" Tag gewonnen. Wenigstens haben wir heute ein besseres Netz und ich kann die lästige Aufgabe mit den Einzahlungen noch erledigen. Ich hab mir gestern mal kurz überlegt worüber mach schreiben könnte wenn es mal nichts zu schreiben gibt. Es gäbe das zum Beispiel eine Beurteilung der Klopapierqualität im europäischen Raum abzugeben, aber Quatsch, so lange mir noch anderes einfällt wart ich noch...

20. Tag 30.06.17

Pudasjärvi - Rovaniemi 168km

Es herrscht eitler Sonnenschein beim Aufstehen, doch an der Mückenfront hat sich nichts geändert. Die Biester sind nach wie vor sehr aggresiv und warten nur darauf das wir unsere temporäre Behausung verlassen. Am Besten ist es wenn man in Bewegung ist, daher machen wir uns auf unsere Morgenrunde und erkunden die Umgebung des Campings. Unsere Runde führt uns wie bereits gestern Abend wieder in das Nordischzentrum am Rande des Platzes. Hier ist im einer ehemaligen Kies oder Sandgrube ein dichtes Netz von Loipen sichbar, auch eine Sprungschanze gibt es dort. Im Winter wird hier sicher einiges los sein wenn man an die Sportbegeisterung der Finnen denkt, wie man sie oftmals im Fernseher bei Wintersportübertragungen sieht. Frühstück gibts dann nacher notgedrungen drinnen. Heute steht Knäckebrot auf dem Tisch, anstatt Frischbackbrötchen haben wir in die Kiste mit den "Chnoblibrötli" gegriffen und das wär heute morgen dann doch des Guten zuviel. Heute übernehme wieder ich das Lenkrad, übrigends nicht weil die gestrige Leistung von Rosi ungenügend war. Ganz im Gegenteil sie hat das ,wie erwartet ausgezeicht gemacht, will aber heute aus freien Stücken nicht mehr fahren. Ich lenke daher unser Womo wieder auf die 78 und fahre ohne Stop die rund 160 km nach Rovaniemi, wo wir erst in einem Supermarkt unere Vorräte auffüllen müssen. Von dort sind es nur noch wenige Kilometer zum Polarkreis wo wir dem Weihnachtsmann einen ausgiebigen Besuch abstatten. Der Weihnachtsmannzirkus ist eine komische Mischung zwischen Shoppingmal und MickeyMouse, wobei es für richtige Fans ein noch einen unterirdischen Santapark ganz in der Nähe gibt. Wir schlendern durch die vielen kleinen Souveniershops und gucken uns die feilgebotenen Waren an. Hier gibt es nebst allerlei Ramsch, auch die einschlägigen Mitbringsel aus Wolle, Rentierfell u.s.w. T-Shirt und Käppi fehlen da auch nicht. Also nun stehen wir wieder am Polarkreis und es ist wesentlich wärmer als vor 2 Jahren wo wir uns in Schweden und Norwegen den A... abgefroren haben. Heute zeigt das Thermometer 25°C an und da lässt sich doch nicht meckern. Nachdem wir unseren Konsumrausch bezwungen haben, befreien wir Farino aus den Womo und gehen noch einen in einem der zahlreichen Restaurants zwitschern, dnach geht nur noch wenige Minuten bis wir unseren Camping für die nächste Nacht erreichen.

19. Tag 29.06.17

Lentuankoski - Pudasjärvi 265km

Unsere Route von heute soll uns Rovaniemi näher bringen und durch die Copilotin Rosi am Steuer absolviert werden. Ich fungiere dabei lediglich als Hilfsnavigator und bin so dazu "verdammt" aus dem Fenster zu schauen, was durchaus auch mal reizvoll sein kann. Obwohl ich schon zugeben muss das es mich etwas ungewohnt dünkt. Da heute für einmal wieder die Sonne scheint werden nach dem Spaziergang, flugs die Stühle und der kleine Tisch vor dem Womo installiert, heute gibt es Frühstück im Freien. Die Morgensonne wärmt bereits angenehm, sodass ich nach kurzer Überlegung meine Outdoor-Langbeinhose, gegen eine Outdoor-Kurzbeinvariante tausche... Da ich den gestrigen Drohnenflug wegen zu starken Windes abbrechen musste, nutze ich die Gunst der Stunde und mache ein paar Testflüge auf der Wiese, so richtig über das Wasser zu fliegen getraue ich mich dann doch nicht, so bleibt es bei 2 Flügen über den Platz. Ich hoffe die Netzverbindung reicht um die Videos heute hochzuladen und den Link hier in den Blog zu stellen. Eigentlich wollte ich gestern mit Farino ja noch zu dem Stromschnellen wnadern, musste aber die Übung aus verschiedenen Gründen abbrechen ( die Buckel der Mückenstiche waren heute Morgen noch zu sehen). Also holen wir das heute mit dem Womo nach, d.h. der erste Zwischenstopp erfolgt bereits nach wenigen Minuten Fahrzeit. Bis auf uns ist nur ein Pkw auf dem Parkplatz und wir können Farino frei laufen lassen als wir über den gut ausgebauten Steg durch den Wald zum Fluss gehen. Der hat sichtlich seinen Spass daran und geht wie üblich vorran und kehrt aber immer wieder um um zu sehen ob wir den bleiben. So sind wir nach gut 30 Min. Fussmarsch und gucken wieder zurück und die Reise kann losgehen. Vor uns liegen gute 250 km auf welchen nur noch das Kiegmuseum kurz vor Suomussalmi, welches an den Winterkrieg der Finnen gegen die Russen im Jahr 1939 - 40 erinnert, eine kurze Pause verlangt. Wir schauen uns kurz die ausgestellten Panzer und Kanonen an und gehen dann noch zur Gedenkstätte welche auf einem Feld wenige Meter neben dem Museum liegt. Den Eintritt von je 9 Euro sparen wir uns dann und fahren weiter in Richtung Rovaniemi. Die Route führt über teilweise sehr einsame Strassen auf welchen uns kaum ein Auto begegnet, einzig ein Rehtier hat sich auf die Strasse verirrt, verschwindet aber soft wieder im dichten Unterholz am Strassenrand. Die Strecke ist weiterhin von einem dichten Mischwald umgeben, dazwischen blitzt immer wieder mal ein See oder Fluss durch die Bäume, nur einen Elch können wir nicht erspähen. Je weiter wir nach Norden kommen verändert sich die Gegend etwas, waren es die letzten Tage bestenfalls kleine Hüge,l tauchen nun plötzlich Hügelzüge auf welche auch an Höhe zugelegt haben auf und der Wald ist lichter und die Birken werden immer mehr durch Nadelbäume abgelöst. Gegen 15.00 Uhr kommen wir dann in Pudasjärvi auf den dortigen Campingplatz an und wir haben die freie Auswahl, ausser uns sind weit und breit keine Gäste zu sehen. Nach einer massivem Mückenattacke ziehen wir aber um und stellen uns in einem etwas lichteren teil des Platzes auf. Dort sind die Biester etwas weniger zahlreich und lassen uns hoffentlich in Ruhe.

18. Tag 28.06.17

Järvisydän - Lentuankoski 361 km

Bomba Haus in Nurmes
Bomba Haus in Nurmes
Moskito City...
Moskito City...

Die heutige Etappe ist um einiges länger geraten als geplant, mit 361km ist das, bis auf die Startetappe nach Bamberg, die längste Tour. Da wir auf keiner Autobahn mehr unterwegs sind und vorwiegend auf Hauptstrassen fahren, zieht sich das auch zeitlich ganz schön in die Länge und wir kommen erst um 16.00 Uhr an unserem Endziel in der Nähe von Kuhmo an. Aber alles der Reihe nach, wir fahren erst mal in Richtung Varkaus von wo aus wir dann nach Osten abzweigen bevor wir dann in Palokki uns gegen Norden richten. Links und rechts der Strasse wechseln sich kleine und grössere Seen mit den Birkenwäldern ab, darum sieht man trotz ständiger Wassernähe kaum jemals eine grössere Wasserfläche. Der Stellenwert der Holzwirtschaft ist kaum zu übersehen, nebst grossen gerodeten Flächen, sind immer wieder riesige Sägereien zu sehen, mit Holz beladene LKW Hängerzüge sind zu Hauf zu sehen. Die Strasse 506 führt weiter nach Nordosten, zum Teil sieht man Kilometerweise vorraus, wie sich die Strasse über die Hügel zieht und dabei eine Schneise in den schier unendlichen Wald schneidet. Zwischendurch gibt es aber auch immer wieder landwirtschaftlich genutzete Gebiete mit Wiesen und Felder und es ist kaum zu glauben das sich hier weit verstreut immer wieder Behausungen der einheimischen Bevölkerung finden lassen. Zum Wetter kann ich zwischendurch auch wieder mal etwas sagen, das wechselt nähmlich schneller als die Landschaft von Sonnenschein bis zu Starkregen und zurück. Just auf dem einzigen Abschitt auf unbefestigter Strasse ( 14 km ) kübelt es wieder und unsere fahrbare Behausung wird ein weiteres mal eingesaut, nachdem es vom Regen etwas früher eigentlich wieder recht sauber gewaschen wurde. In Nurmes angekommen besuchen wir das Bombahaus, dieses Haus hat eine besondere Geschichte, ist aber heute ein Ferien Ressort mit vielen Mökis, Restaurant und Souveniershop. Das Blockhaus wurde 1855 erbaut und war so riesen gross, das es, als der Besitzer verstarb, abgebaut wurde und das Holz auf die 5 Erben verteilt wurde und so 5 neue Häuser entstanden. 1978 wurde das ursprüngliche Haus nach alten Plänen wieder neu erbaut und dient seither als Gasthof. Nach kurzem Aufenthalt nehmen wir die letzte Wegstrecke in Angriff und sid dann doch froh als wir endlich am Ziel sind. Ich mache mich dann mit Farino noch auf den Weg die Stromschnellen zu entdecken. Wir müssen jedoch im Wald umkehren, da einerseits der Weg unpassierbar ist, andererseits mich die Mücken fast fressen. Mich nimmt es Wunder was die Viecher fressen wenn ich und Farino nicht da sind ?

17. Tag 27.06.17

Lappeenranta - Järvisydän 226km

Festung Savonlinna
Festung Savonlinna
Naturschutzgebiet Järvisydän
Naturschutzgebiet Järvisydän

Just zur Aufstehenszeit fängt es an zu Regnen, die Temperatur hält sich mit knapp 11°C auch noch in Grenzen. Heute wollen mitten hinein in die finnische Seenplatte, der Weg führt zu Beginn wieder auf gut ausgebauter Autobahn nach Osten nach Imatra und von dort dann nach Savonlinna wo wir einen Blick auf die dortige Festung aus den 4 Jh. werfen wollen. Vorher machen wir jedoch den Abstecher nach Kerimäki, dem Dorf mit der grössen Holzkirche der Welt. Die ist wirklich eindrücklich, wir haben ja schön öfters Holzkirchen in Skandinavien besucht, aber diese übersteigt die Dimensionen bei Weitem und fasst mit 5000 Personen wohl mehr Menschen als das Dorf Einwohner hat. Nachdem die Fotos geschossen sind gehts weiter nach Savonlinna. Natürlich schifft es gerade in Strömen als wir an der Festung ankommen, da auch die Parkplätze knapp sind schiesse ich nur ein paar Fotos von aussen. Unser Tagesziel ist nicht mehr weit und daher halten wir uns nicht lange auf und nehmen die restlichen knapp 15km unter die Räder. Den Abzweiger ins Naturschutzgebiet finden wir problemlos und fahren über eine nicht asphaltierte Strasse 5 km weit bis wir am Ressort ankommen. Das ist heute schon der 2. Abschnitt auf einer Räuberpiste, dank des Regens sieht unser Womo aus wie Sau...., wird wohl nicht das letztemal sein. Wir sind das einizige Womo hier draussen und können uns den Platz aussuchen und stellen uns etwas oberhalb der Anlegestelle auf eine Terrasse mit schöner Aussicht auf die Bucht. Am Gästehafen herrscht reges Treiben und wir haben was zum gucken. Glücklicherweise reisst nun auch der Himmel auf und wir setzen uns an die Sonne vors Wohnmobil. So verbringen wir den restlichen Nachmittag mit lesen, essen, gucken.

16. Tag 26.06.17

Loviisa - Lappenranta 183km

Das mit dem der Einkehrmöglichkeit hat sich gestern bestätigt, allerdings haben wir die Möglichkeit nicht genutzt und wir haben dann im Womo ein Bierchen gezischt. Heute verlassen wir die Südküste am Finnischen Meerbusen und fahren in Richtung Karelien und die finnische Seenplatte. Den ersten Teil der Strecke in Richtung russischer Grenze legen wir auf der Autobahn zurück. 

Plötzlich steht er da, unser erster Elch in diesem Jahr. Rosi entdeckt die Elchkuh mitten in der angenzenden Wiese an der Autobahn. Leider gab es keine Möglichkeit ein Beweisfoto zu schiessen, aber ich hoffe doch das wir das noch nachholen können. 

In der Höhe von Hamina ist dann die Autobahn zu Ende, hier wird aber noch fleissig weitergebaut und die Autobahn soll bis 2018 bis Vaalima an der Grenze zu Russland führen. Wir bleiben weiterhin auf der 7 und zweigen dann vor Vaalima ab auf die 387 in Richtung Lappeenranta wo wir gedenken den Camping Huhtiniemi mit unserem Besuch zu beglücken. Wir hoffen auf eine Waschmaschine.... , wer weiss wann wir das nächste mal Gelegenheit haben unsere Wäsche zu waschen. In Ylämaa machen wir einen kurzen Stop bei den Edelsteinschleifereien, allerdings nicht ohne uns zuvor zu verfahren. Hier kommt ein ganz spezielles Gestein vor , das Spektralith, ein metallisch schimmerder dunkler Stein, dessen Vorkommen sich auf ganz wenige Fundorte auf der Welt beschränken. Zum Andenken kaufen wir uns einen kleinen Brocken, der einen wunderschönen grünen Schimmer hat. Leider hat es heute keine neuen Motive gegeben, welche ich euch in der Fotosammlung zeigen könnte, ich habe darum etwas aus den vergangenen Tagen beigefügt.

15. Tag 25.06.17

Tallinn - Helsinki / Loviisa 128km

Einfahrt in den Hafen von Helsinki
Einfahrt in den Hafen von Helsinki

Um 05.30 Uhr werden wir von Wecker unsanft aus dem Schlaf geholt, zugegebenermassen war ich schon etwas früher wach... es ist trotzdem früh für Ferien, aber wir wollen um 06.00 Uhr zur Fähre aufbrechen. Nach einem kurzen Rundgang mit Farino auf dem Hafengelände fahren wir los, es ist nicht sehr weit und bereits 15 Min. später stehen wir etwas ratlos auf den Parkplatz vor dem Fährterminal. Ich bin mir nicht ganz sicher ob wir für den CheckIn vorfahren oder ob wir im Gebäude vor der Einfahrt, wo wir gerade stehen, einchecken müssen. Im Zweifelsfall wende ich immer die Vorwärtsstrategie an und fahre in den Terminal und siehe da, es war genau das richtige. Nun dauert es nur noch wenige Minuten bis die Schalter des CheckIn öffnen, mein Puls steigt nun doch etwas, weil ich ja nur bis 7m gebucht habe, wir aber in Tat und Wahrheit ja 7.34m lang sind. Aber alles kein Problem, wir werden durchgewunken und müssen nur noch warten bis die Sattelauflieger und LKW`s verladen sind, dann können auch wir auf die Viking XPRS fahren. Dann alles wie gewohnt, austeigen, abschliessen und aufs Deck gehen, sofort einen Sitzplatz mit Aussicht besetzen und dann Frühstück holen. Offensichtlich sind sich die meisten Gäste ein anders Frühstück als wir gewohnt, da werden schon bergeweise Würstchen mit Kartoffelstampf und Salat verdückt so das es uns schon fast schlecht wird vom blosen hinsehen. Uns reicht ein frisch gezapfter Kaffee ( buhää, ist der hässlich ) und ein Schinken/Käse Sandwich. Pünklich um 10.30 Uhr nach 2,5 Std Fahrzeit legen wir in Helsinki an. Für einmal haben wir Glück, wir kommen so ziemlich als erste von Bord und fahren quer durch Helsinki zum Olympiastadion welches gerade umgebaut wird, auf den grossen Parkplatz davor. Ursprünglich war noch ein Stadtbummel geplant, aber da wir erst gestern einen Stadtbummel hinter uns gebracht haben und wir nun doch recht weit von Zentrum entfernt stehen verzichten wir darauf und fahren nach Loviisa. Loviisa ist ein altes, hübsches Städtchen am Meer, ca. 85km östlich von Helsinki. Die Strassen in der Altstadt werden von schmucken, bunten Holzhäusern gesäumt und sieht wie in Pipi Langstrumpf aus. Sowieso spürt man das skandinavische Flair schon seit wir von der Fähre sind. Der Camping ist einfach aber o.k., mit 33.-Euro aber nicht sehr günstig. Wir werden in der kommenden Woche wohl öfter frei stehen und sparen das darum bestimmt wieder ein. Für den Abend ist dann noch ein Spaziergang ins Städchen angesagt und wer weiss vielleicht gibts ja dann noch eine Einkehrmöglichkeit....

15.Tag 24.06.17

Küla - Tallinn 140km

das ist die "fette Margarete"
das ist die "fette Margarete"

Wir müssen uns heute verabschieden, leider... wir haben uns hier in Tahkuranna Mois sehr wohlgefühlt. Auch Farino hat es sichtlich gefallen, hatte er doch alle Freiheiten die sich ein Hund nur wünschen kann. Auf meine Frage hin, was ich den zu bezahlen habe hat der Hausherr abgewunken. Er hätte solche Freude an uns und den Fotos gehabt das wir nichts bezahlen müssten. Obwohl der Abschied schwerer als auch schon fällt, machen wir uns schon bald wieder auf und fahren nach Tallinn wo wir die Abfahrt unserer Fähre abwarten wollen. Trotz des Feiertags sind die Lebensmittelgeschäfte geöffnet, allerdings hält sich der Ansturm der Kunden noch in Grenzen, vermutlich müssen die Esten erst den 1. Feiertag ausschlafen bevor sie sich mit dem 2. beschäftigen können. Uns solls recht sein, so können wir völlig stressfrei einkaufen und unseren Bedarf an alkohlischen Getränken für Finnland decken. Im Übrigen sind die Getränkeabteilungen hier so gross wie ich es noch nie gesehen habe, hier werden auf einer Fläche eines Handballfeldes, Bier, Wein, und vorallem auch Hochprozentiges in einer noch nie gesehenen Vielfalt angeboten. Nun, entsprechend ist auch auf der Verkehr auf den Strassen lau und wir kommen gut vorran. Einen schönen Schrecken hat mir die hiesige "Polisei" eingejagt. Die tauchen plötzlich mit Blaulicht hinter uns auf, nachdem sie kurz zuvor noch an der Kreuzung gestanden sind. Also setzte ich den Blinker rechts und fahre zum Strassenrand, Gott sei Dank wollen die aber nichts von uns, sondern von unserem Vordermann, den sie dann promt anhalten. Nun sinkt auch mein Herzschlag langsam wieder, auch Rosi hat die Farbe im Gesicht auch wieder bekommen. In Tallinn angekommen machen wir uns auf einen kurzen Stadtbummel in die Altstadt. Die ist wirklich hübsch, die Altstadt mitsamt der Stadtmauer und ihren Türmen. Einer davon wird recht bezeichnend als "fette Margarete" genannt. Für die Nacht quartieren wir uns am Stadtrand im Jachthafen, "Pirta Sadam" ein, dort können wir wenigstens das Abwasser entsorgen und Frischwasser tanken. Weil es gerade etwas zu regnen beginnt machen wir es im Womo gemütlich und gucken Tennis, Roger gwinnt und steht im Final.....

14. Tag 23.06.17

Küla - Küla Ruhetag

Den heutigen Ruhetag geniessen wir ausgiebig, erst wird bis fast halb zehn Uhr ausgeschlafen, dann weckt uns die Sonne die schon seit langem an Himmel steht. Gestern Abend haben wir noch einen spektakulären Sonnuntergang erlebt, unser Gastgeber hat uns gesagt das wir unbedingt bis 22.30 Uhr warten müssten und dann zu Meer gehen, was wir natürlich dienstbefliessen auch gemacht haben. Und in der Tat, es war ein tolles Erlebnis wo von ich euch auch ein paar Fotos angefügt habe. Nach unserer Rückkehr befolge ich den Rat, die Fähre vorab zu buchen, da sehr viele Esten aus Finnland für den Nationalfeiertag und das Midsommerfest anreisen und dann entsprechend auch am Sonntag wieder zurückreisen. Offensichtlich beginnt die Rückreisewelle erst später, auf jeden Fall kann ich noch für die Fähre am Sonntagmorgen um 08.00 Uhr bei der Vikingline ohne Probleme ein Ticket reservieren. Leider kann ich nur bis 7m max. Länge buchen... unser Schlachtschiff ist jedoch 7.34m, naja, no risk, no fun, wir werden sehen. Nach den Frühstück kann ich erstmals die Drohne ausprobieren, trotz dem Wind funktioniert das einwandfrei und mein neuer Fotoapparat steht stabiel in der Luft und es geliegt mir eineige Fotos und 3 Filme zu machen. Unser Gastgeber ist hell begeistert als ich ihm anbiete ihm die Fotos und Filme auf einen USB Stick zu kopieren und ihm diese für seine Homepage zu schenken. Bei der Gelegenheit bekomme ich die Möglichkeit das ganze Haus zu besichtigen. Es werden 11 einfache Gästezimmer mit Frühstück angeboten und es steht ein grosses Esszimmer für vermutlich 40 Personen inkl. grosser Küche für allerlei Festivitäten zur Auswahl. Privat wird nur ein kleiner Teil genutzt. Die Besitzer sind eigentlich Finnen und sind nur den Sommer über hier in Estland. www. takuranna.com lautet die Hompage, auf welcher auch die ganze Geschichte des Hauses dokumentiert ist, leider nur in Englisch, aber trotzdem sehr interessant. Etwas später am Nachmittag juckt mich doch noch mein Radlerherz und ich schwinge mich für 2 Stunden in den Sattel des Bikes, welches für mein Hinterteil leider extrem ungewohnt ist und sofort mit argen Druckstellen kommentiert wird. Zum krönenden Abschluss des Tages gibt es für mich noch meinen ersten Saunagang seit Jahrzehnten, wie es sich für die Finnen geziehmt hat der Hausherr die private Sauna eingeheizt und lässt mich als Gast zuerst schwitzen..... Nach einer Dusche und einem kühlen Bier ist auch dies fachgerecht erledigt und ich kann mich an das Schreiben dieses Berichtes machen.

13.Tag 22.06.17

Riga - Küla 175 km

Riga verabschiedet uns mit etwas Regen, der begleitet uns heute noch bis in den Nachmittag hinein. Die Sonne setzt sich dann aber am doch noch durch und es wird ein schöner wenn auch windiger Tag. Wir verlassen Riga in Richtung Norden auf der A1, welche uns schnurgerade nach Estland führt, womit unser Besuch in Lettland nur mehr einen Tag gedauert hat. Eigentlich hätte die Ostseeküste westlich und auch nordöstlich von Riga einige schöne lange Sandstrände zu bieten, angesichts des momentan noch trüben Wetters verzichten wir auf einen Besuch eines Solchen. Nach knapp 100 km erreichen wir bereits die Grenze zu Estland und machen in der Nähe von Kabli dann doch einen kurzen Abstecher zum Meer und stellen unser Womo für kurze Zeit auf den Parkplatz ab. Hier sind offensichtlich Vorbereitungen zum Nationalfeiertag an Freitag und dem Midsommerfest am Samstag im Gang, jedenfalls wurde eine Bühne aufgestellt und ein riesiger Holzhaufen aufgeschichtet. Eigentlich ist Midsommer jeweils am 21.06, das Fest wird dann aber jeweils auf das nächstliegende Wochenende verschoben. Uns sind schon in Riga die vielen Frauen und jungen Mädchen in Trachten und den schönen Blumenkränzen auf den Kopf aufgefallen. Etwa 40 km südlich von Pärmu lieg das kleine Nest Küla auf einer ebenso kleinen Landzunge, dort haben wir uns für die nächsten 2 Nächte eingerichtet. Wir möchten uns und Farino mal 1 Tag ohne Reise gönnen, etwas ausspannen und die Eindrücke der vergangenen fast 2 Wochen verarbeiten. Den Platz habe ich auf meinwomo.net gefunden und ist ein privates Gelände nur wenige Meter vom Meer entfernt. Wir werden durch die Besitzer sehr freundlich in Empfang genommen und auf dem Gelände herumgeführt. Es ist riesig und wir haben freie Auswahl, da wir die einzigen Gäste sind. Für uns wir dann in Windeseile der Sanitärbreich mit Sauna hergerichtet und der Boiler eingeschaltet, damit wir nicht kalt duschen müssen. Wir können uns recht gut in Englisch unterhalten, wobei das Englisch unserer Gastgeber um einiges ausgefeilter ist als meines, was aber der Unterhaltung keinen Abbruch tut. Der Hausherr erzählt mir das etwas weiter unten am Meer ein Fischer seine Fische räuchert und dann an der Strasse zum Kauf anbietet, mal sehen vielleicht holen wir uns auch etwas davon. Etwas später am Nachmittag wage ich es sogar noch in die Ostsee, diese ist hier an Strand sehr flach und daher das Wasser recht warm ich denke so etwa 17°Grad oder so.... brrr

12. Tag 21.06.17

Svencelé - Riga 328 km

Berg der Kreuze
Berg der Kreuze
Riga
Riga
Stellplatz in Riga
Stellplatz in Riga

Gott sei Dank sind die Strassen heute bis auf wenige Kilometer ganz o.k.. Die baltischen Strassenverhältnisse gehen nämlich ganz schön an Mensch, Hund und Material.. Da rappelt es ganz schön in der Kiste wenn wir auf einem Flickenteppich fahren. Aber heute sind wir vorwiegend auf einem der wenigen Autobahnabschnitte in Litauen und ansonsten auf Schnellstrassen unterwegs. Da die Etappe nach Riga doch über 300km lang ist vermeiden wir möglichst Umwege über Land. Etwas in der Hälfte der Fahrstrecke machen wir dann einen Zwischenstopp am Kryzio kalnas, dem Berg der Kreuze, einem ursprünglichen Mahnmal der Bevölkerung gegen die Besetzung des Baltikums durch die damalige Sowjetmacht. Noch heute werden täglich viele neue Kreuze zum Berg getragen, allerdings sind die Beweggründe heute eines anderen Charakters als früher. Ein bisschen Halligalli mit Souveniershop u.s.w.. Wir haben die Zeit auf jedenfall genutzt um bei strömenden Regen den kurzen Fussmarsch unter die Füsse, resp. die Pfoten zu nehmen. Farino hatte jedoch keine grosse Freude daran mit uns durch den Regen zu latschen und wollte bald wieder ins Womo zurück. Kurz nach 15 Uhr sind wir dann in Riga eingetroffen und haben unser Quartier auf den Stellplatz Riverside bezogen. Der Platz hat im Internet, netter ausgesehen und ist eigentlich ein Parkplatz mit Stromversorgung am Rande eines Industriegebietes mitten in Riga. Da das Schiff noch nicht ab dem Platz zur Altstadt fährt müssen wir uns sputen das wir den Bus noch erwischen, der fährt nur jede volle Stunde und wir wollen ungern noch bis 17 Uhr warten um in die Stadt zu kommen. Wie immer halten wir den Besuch kurz und schauen uns nur die Sehenswürdigkeiten in der Altstadt an, bestimmt hätte Riga noch mehr zu bieten uns reicht das aber. Leider bleiben uns die Einblicke in die 3 Kirchen in der Innenstadt verwehrt, wir sind nicht bereit für etwas Gotteshaus 6 Euronen Eintritt zu bezahlen. Das Geld investieren wir lieber in ein frühes Abendessen in einer der unzähligen Kneippen der Stadt. Leider bläst auch hier, wie schon die ganze Woche, ein heftiger, kühler Wind durch die Gassen und wir verziehen uns ins Innere der Beiz. So gestärkt kehren wir dann zurück zur Homebase und verbringen den eigentlich wunderschönen aber sehr windigen Abend im Womo.

11. Tag 20.06.17

Siliné - Svencelé 174 km

Heute sind wir eine Stunde zu spät... kein Wunder die Zeitverschiebung haben wir noch nicht verkraftet. Bevor wir aufbrechen muss nochmals Wasser gebunkert und entsorgt werden, wie wir heute noch feststellen müssen sind Campingplätze rar hier in Litauen, wie übrigends in allen baltischen Ländern. Die touristische Infrastruktur für Camper scheint noch nicht soweit fortgeschritten zu sein wie andernorts. Unsere Route führt uns entlang der Memel oder Nemaunas in Richtung Meer, viel mehr zur kurischen Nehrung, ein durch eine riesige Düne oder Landzunge abgeschlossenes Binnenmeer vor der Küste Litauens. Diese reicht von Klapeidia im Norden bis nach Kalingrad im Süden, naja nicht ganz. Für einen Zwischenstopp haben wir das Naturschutzgebiet Rambynas ausgesucht, von wo aus man einen einzigartigen Ausbilck über den Verlauf des Nemaunas hat und bis nach Kalingrad sehen kann. Hier bildet der Fluss bis zum Meer die Südgrenze zu Russland. Eigentlich haben wollten wir einen 2-tägigen Stop machen, sofern wir einen vernünftigen Campingplatz finden, leider ist auf dem einzigen Campingplatz der unsere Erwartungen erfüllen könnte Hundeverbot und kommt so für uns nicht in Frage. Also sind wir gezwungen etwas zu improvisieren und gelangen auf ezwas umständlichen Wegen an die Küste bei Svencelé auf einen Stellplatz an einem beliebten Surfertreff. Mit 30 Euro ist der Platz kein Schnäppchen, aber angesichts der fehlenden Alternativen ok. Nachdem wir uns eingerichtet haben gehen wir zum Strand und beobachten die Kitesurfer, welche in horrendem Tempo über die Wellen gleiten und dabei enorm hohe Sprünge machen können. Danach lese ich endlich mein Buch fertig und wir lassen uns die Sonne auf den Pelz scheinen, wobei der starke Wind ganz ordentlich Abkühlung bringt und uns zwischendurch sogar frösteln lässt. Wir hoffen nun noch auf einen schönen Sonnenuntergang den wir hier mit Sicherheit in der ersten Reihe geniessen können.

10.Tag 19.06.17

Harsz PL - Silinie LT 263km

Für einmal geht es über eine grössere Strecke ohne grosse, spezielle Ereignisse. Die Tour des heutigen Tages führt quer durch die Masuren zur litauischen Grenze und an den Grenzfluss zu Russland, den Nemaunas wie die Memel hier heisst. Die Strecke führt auf polnischer Seite v.a. auf Nebenstrassen, die von teilweise bedenklicher Natur sind, quer durch die Masuren. Eine wunderschöne Gegend mit vielen kleinen Seen, die Strassen gesäumt von Eichenalleen und links und rechts der Strasse kleine Hügel. Das Alles wäre bestimmt einen längeren Aufenthalt wert, doch wir haben andere Ziele. Die Nächsten liegen vorerst in Litauen am oben genannten Fluss, auf einem Camping mit warmer Dusche, Internetverbindung und was man sonst noch so braucht. Unterwegs bekomme ich Erbarmen mit Farino, der Arme hockt seit über 2 Stunden in seiner Box und wird dort geschüttelt, nicht gerührt. Also biege ich nach Links in eine Seitenstrasse auf einen Feldweg ab, in der Hoffnung auf eine Möglichkeit für eine kurze Rast. Leider stellt sich das als Irrtum heraus und wir kehren nach einem Wendemanöver auf die Strasse zurück. Dort stellen wir, nun ernüchtert, fest das es keine 50m weiter an der rechten Seite einen herrlichen Rastplatz gegeben hätte.... Im gleichen Atemzug bemerken wir das wir die Uhr eigentlich eine Stunde weiter vor stellen müssen, ich hab mir doch gedacht das es nicht nochmals eine Stunde dauern würde bis wir den Camping erreichen, wie mir das Navi versucht zu versichern. Knappe 30 Min. später sind wir angekommen, ein idillisch gelegenes Plätzchen, etwas abseits der Strasse, treffen wir hier an. Ich geniesse zuerst mal ein kühles Bier und mach mich daran den Blog wieder zu füllen, was ich ja die letzten beiden Tage nicht tun konnte. So geniessen wir den "Feierabend" an dem ich etwas später dann noch den Grill in Brand setze und uns noch was feines bruzzle.

9.Tag 18.06.17

Elblag/Elbing - Harsz 212km

Heute sind wir schon den 2. Tag auf dem Stellplatz ohne Handyempfang,d.h.auch ohne Internet, daher werde ich den Blog wohl erst morgen ins Netz stellen können. Schreiben kann ich ihn ja trotzdem schon heute... Die Sonne scheint vom blauen Himmel als ich und Farino uns auf unseren Morgenspaziergang machen. Es ist bereits reger Betrieb auf dem Schiffsberg, die ersten Touris die wohl meit eine Car herrangekarrt wurden stehen schon bereit. Als wir zurückkehren ist unser Nachbar schon über alle Berge, wir konnten uns gestern gottlob bei ihm einstöpseln, da unsere Kabelrolle mit 25m zu kurz war. Heute steht eine längere Etappe bevor, wir fahren durch die Masuren nach Harsz, wo wir gegen 14.00 Uhr eintreffen. Wenige Kilometer zuvor machen wir in der Nähe von Rastenburg, ein Zwischenstopp an der Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier an der Ostgrenze, von wo aus er den Russlandfeldzug plante. Mitten im Wald liegt das Verborgen was von der Infrastruktur stehen geblieben ist. Vieles ist durch Sprengungen zerstört worden, aber die riesigen Betonbauten sieht man noch immer. Sie leisteten den Sprengkomandos erbitterten Widerstand und fielen nur z.T. in sich zusammen. Es ist schon etwas komisch an der Stelle zu stehen, an welcher sich die Geschichte des 2. Weltkrieges wohl gewaltig verändert hätte , wäre das Attentat auf Hitler durch den Grafen von Stauffenberg geglückt. Nach einer guten Stunde haben wir genug gesehen und wir machen uns auf den Weg zu unserem Nachtquartier, dem letzten In Polen, nach Harsz, direkt an einem der vielen Seeen in den Masuren. Die letzten Kilometer führen über z.T. sehr schlechte Nebenstrassen auf denen wir mit gerade mal 40 km/h vorwärtskommen. Mehr lassen die Stossdämper nicht zu. Der Camping liegt recht idylisch am Seeufer, die Rezeption ist 300m entfernt in einer Bar, auch die Duschen liegen dort. Das neue Sanitärgebäude auf dem eigentlichen Camping ist noch im Bau und es können lediglich die Toiletten genutzt werden. Ach ja, und eben Handyempfang ist auch Zero...

8. Tag 17.06.17

Malbork/Marienburg - Elblag/Elbing 68 km

Den heutigen Tag starten wie gestern schon bemerkt mit dem dringenden Einkauf von Lebensmitteln, dabei gestaltet sich die Auswahl von Mineralwasser ohne Kohlensäure ( für die Kaffeemaschine ) mit Abstand am schwierigsten. Das nette Fräulein an der Kasse hatte wohl heute seinen ersten Arbeitstag, auf jedenfall bekundete sie jedwelche Schwierigkeiten beim Erfassen der Artikel.. Obwohl wir den Einkaufszettel im Womo vergessen haben ist uns nichts untergegangen und wir sind für die nächsten Tage wieder versorgt. Die Anfahrt zum Oberländerkanal ist kurz und einfach, wir kommen schon vor 11.30 Uhr an einem der fünf bekannten Schiffsberge an. Wir sind kaum vorgefahren, stürmt ein freundlicher Herr auf uns zu und bietet uns eine Schifffahrt von 1,5 Stunden an, wir müssten uns aber beeilen, den das Schiff führe gleich los. Ohne lange Überlegung parkieren wir den Camper am Schatten und hechten auf das Schiff welches noch auf uns gewartet hat. Wir kriegen dafür die besten Plätze an Bord, nähmlich ganz vorne auf dem Bug von wo aus man eine tolle Sicht auf das vor uns liegende Erlebnis hat. Es ist mächtig faszinierend was hier geschaffen wurde, das ganze funktioniert lediglich mit Wasserkraft ohne jegliche andere Energie zu verwenden und das seit rund 130 Jahren. Grosse Teile der Infrastruktur sind noch heute in Betrieb so wie sie damals gebaut wurde. Insgesamt werden rund 100Hm auf einer Länge von 40km überwunden, dies geschieht über 5 Rollberge und 2 normale Schleusen. Der längste Rollberg ist knapp 500m lang und die höchste, in einem Schritt überwundene Höhe liegt bei 20m. Nach unserer Rückkehr fahren wir einige wenige 100m zurück und biegen auf den Stellplatz unmittelbar am Rollberg Nr.5 ein, um dort unser Nachtquartier aufzuschlagen. Dank des guten Wetters und der zahlreichen Touristen herrscht reger Betrieb und wir können von Womo aus das Treiben am Rollberg beobachen.

7. Tag 16.06.17

Torun/Thorn - Malbork/Marienburg 162 km

Den heutigen Bericht muss ich mit einem Nachtrag zu meinem Bericht von gestern beginnen, Torum ist nicht nur eine mittelalterliche Stadt, sondern hat auch einen berühmten Sohn, Nikolaus Kopernikus ist hier geboren. Kopernikus war Astronom und Mathematiker des 15Jh. und Enddecker des heliozentrischen Weltbildes..., na, da staunt ihr aber nicht schlecht, was der Jörg so alles weiss.     ( Wikipedia sei Dank) für alle Nichtastronomen unter euch ist das die Theorie, das sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, damals ein revolutionärer Denkansatz. Nun aber genug der Wissenschaft, kommen wir zum heutigen Tagesgeschehen.

 In der Früh holt mich das Trommeln des Regens auf dem Dach aus meinen Träumen, also flugs in die Hose gehüpft und die Stühle ans Trockene gebracht, dann sofort wieder unter die Decke, es ist erst 5.30 Uhr. Nachdem ich eine kurze trockene Phase für den Spaziergang mit Farino genutzt habe, starten wir im Anschluss an das Frühstück nach Marienburg/Malbork um die dortige Burganlage zu besichtigen. Auf dem Weg und bei unserer Ankunft giesst es wie aus Kübeln und wir verschanzen uns erst mal im Wohnmobil und lesen etwas. Nachdem sich der Regen dann doch noch verzieht machen wir uns auf den Weg die Burganlage aus der Nähe zu besichtigen. Die heutigen Ausmasse der restaurierten Anlage von rund 6 ha, sind im Vergleich zur ursprünglichen Grösse von 25 ha gerade zu bescheiden. Die Burg wurde vom Deutschorden ( Kreuzritter ) gebaut und war eine der grössten Burgen ihrer Zeit. Grosse Teile der aus dem 14Jh. stammenden Burg wurden dann aber im 2. Weltkrieg zerstört und mussten rekonstruiert werden. Der Rundgang war äusserst interessant, nach rund 2 Stunden haben wir das dann aber abgebrochen, to many information... und wir sind auf den Campingplatz gleich gegenüber der Burg zurückgekehrt. Das Wetter lässt es sogar zu das wir uns vor das Wohnmobil setzen können und uns die Zeit nochmal mit etwas lesen vertreiben, bevor ich dann den Grillchef gebe und uns was Feines auf dem Grill bruzzle. Morgen steht uns nur eine kurze Etappe nach Elblang bevor, die Zeit müssen wir unbedingt für den Einkauf nutzen, bisher leben wir noch immer von dem was wir mitgebracht haben, doch dieser Vorrat geht nun allmählich zur Neige.

6. Tag 15.06.17

Poznan/Posen - Torun/Thorn 160 km

Heute muss ich eine Lanze für Polen brechen. Wir dürfen nach nun mehr als 3 Tagen in Polen, mit Freude feststellen das alle Vorurteile gegenüber Polen falsch sind. Wir haben uns bisher immer sicher gefühlt, weder wir noch das Womo wurde gestohlen und die Polen sind sehr freundlich, auch im Strassenverkehr wird brav der Vortritt gewährt und auch als Fussgänger ist man nicht permanent akut gefährdet sein Leben zu verlieren wie z.B. in Griechenland. An den Strassenrändern liegt kaum Müll, nicht wie in Italien, auch die Städte sind sehr sauber und gepflegt. Man sieht auch kaum Bettler o.ä. wie in Konstanz. Die Hauptverbindungstrassen sind allesamt gut, nur auf den Nebestrecken trifft man auf einen Flickenteppich , aber auch diese sind problemlos mit der nötigen Vorsicht vor Schlaglöchern zu befahren. So nun bekomme ich sicher von den Polen einen Orden für meine Verdienste...... Nein im Ernst, ausser der Sprache, welche für uns völlig unverständlich ist, ist Polen ein Reiseland wie jedes andere, welches erst endeckt werden muss. Ich glaube durchaus das man hier noch vielmehr sehen kann als wir dies bisher getan haben. 

Heute ist Fronleichnam, was hier in Polen offensichtlich gross zelebriert wird. Dies merkt man daran das überall Prozessionen im Gang sind und die Strassen jeweils gesperrt werden. Gerade eine solche Sperrung führt uns auf vielen Umwegen weg von der 15, weit ins Land hinaus, wir verlassen uns da blind auf unser Navi, und dann viele Kilometer über Nebenstrassen und durch viele kleine Dörfer wieder zurück auf die Strasse nach Torun. 

Der Camping unserer Wahl liegt diesseits der Weichsel und ist nur unweit der Stadt. Etwas später machen wir uns auf die Entdeckung von Torun, damit ich euch auch noch etwas mehr berichten kann. 

So gerade sind wir zurück, was soll ich euch sagen, die Altstadt gleicht dem bisher gesehenen, ist aber um einiges grösser und wohl eher etwas fürs Shopping. Da heute wie schon erwähnt Fronleichnam ist, sind jedoch viele Geschäfte geschlossen, was dem Ansturm von Touris und Einheimischen nicht im geringsten Abbruch tut und entsprechend ist die Stadt überlaufen. Nach dem obligaten Bummel durch die Gassen, setzten wir uns in eine Pizzeria in einer Seitengasse und mampfen dort für umgerechnet 18 .- Fr. inkl. Getränke, 2 Pizzas.

5. Tag 14.06.17

Worclaw/ Breslau - Poznan/Posen PL 201km

Ach was ich bisher vergessen habe,... übers Wetter habe ich bisher noch gar nichts erzählt. Tja, aus dem einfachen Grund das es bis auf die Tage in Bamberg und Dresden immer recht bewölkt ist, aber immer hin hat es sich der Regen bisher verkniffen uns zu beglücken. Hier in Polen ist ein böhiger Wind unser ständiger Begleiter. Ich glaube dem haben wir zu verdanken das es bisher nicht geschifft hat.... Unser Weg führt uns heute nach Posen, vielmehr nach Poznan, wo wieder eine schöne Innenstadt unseren Besuch erwartet. Die knapp 200 km ziehen sich endlos in die Länge, erst schonmal 40 Min. bis wir aus Breslau, Verzeihung aus Worclaw heraus sind und der 5 in Richtung Poznan folgen. Die 5 ist nur auf einem kurzen Stück als Autobahn ausgebaut und führt so auf ganz ordentlichen Strassen Richtung Norden. Die Autobahn ist in vielen Teilen im Bau, wir können immer wieder Baustellen von Brücken in der Ferne sehen. Was insofern nicht so schwierig ist da das Land hier A..flach ist. Die Strasse Nr.5 ist links und rechts von Feldern gesäumt welche bis zum Horizont reichen und führt durch ziemlich jedes Nest was an der Strecke liegt. Auch für Unterhaltung an der Strasse ist gesorgt, alle paar Kilometer steht eine nette Dame am Strassenrand und wartet darauf angesprochen zu werden... die Unterhaltung dürfte nicht jugendfrei sein.... So gehen 13.30 Uhr treffen wir dann in Poznan ein und checken auf dem Camping Malta ein. Der Camping liegt unmittelbar an einem See für Wassersport, auf jedenfall scheint hier am nächsten Wochenende ein Weltcuprennen der Ruderer stattzufinden. Mittlerweile ist es schon bald halb 5 geworden und wir brechen in die Stadt auf. Mit Bus und auf Schusters Rappen gehts in die Innenstadt, wo unser erster Wegpunkt der Dom ist. Sehr eindrücklich, es ist der älteste Dom Polen`s und somit ein landesweites Wahrzeichen. Als wir eintreten ist gerade eine Hochzeit im Gange, vielmehr sie ist gerade fertig und das Brautpaar verlässt die Kirche, dafür findet in einer Seitenkapelle nun eine Taufe statt. Nun aber los, wir wollen noch etwas vom Stadtzentrum sehen. Bereits nach wenigen Minuten erreichen wir den Rathausplatz mit dem markanten Rathaus, welches das Zentrum der umliegenden Gassen bildet. Auch hier ist alles auf engstem Raum zu sehen. Die Fassaden sind zwar nicht alle so schön restauriert wie in Breslau aber dafür geht der Platz rund um das Rathaus und die Häuser sind viel bunter. So viel Bewegung macht Hunger und wir setzen uns in einem Steakhaus direkt am Platz auf die Terasse und geniessen einen feinen Burger oder in Rosis Fall ein Schweinefilet`s mit French Potatoes, dazu ein gutes Lagerbier welches eine schöne dunkle Farbe hat und ausgezeichnet schmeckt. So gegen acht Uhr sind wir dann wieder zurück und just in dem Moment als ich am schreiben bin, spricht uns eine Frau mit Hund in bestem St.Galler Dialekt an. Die beiden kommen aus Wittenbach und sind nun wieder auf dem Heimweg. Morgen geht es nach Thorn, wo wir uns die nächste Innenstadt einverleiben werden.

4. Tag 13.06.17

Harrachov CZ - Worclaw / Breslau PL 149 km

Die Kühle des Morgends lässt mich erwachen. Es ist bereits 07:30 Uhr als ich mich daran mache mich auf den heutigen Tag vorzubereiten, in dem ich die Augen aufschlage... Nach der Morgentoilette im ganz ordentlich ausgestatteten Sanitärbereich gehe ich mit unserem Wachhund auf der Langlaufloipe spazieren, vielmehr ist es jetzt natürlich eine Forststrasse welche im Winter nur mit den Langlaufskiern zu begehen ist. Ein eigentümlicher, dichter Nadelwald umgibt uns, er ist durchsetzt mit Felsbrocken und wirkt etwas gespenstig auf mich. Farino lässt sich dadurch natürlich nicht aus der Ruhe bringen. Nach unserer Rückkehr versorge ich uns aus dem Laden vis à vis des Campings mit dem Notwendigsten was ein Frühstück so  beinhalten muss. Kurze Zeit später sind wir startklar und brechen zu unserem heutigen Tagesziel in Wroclaw, sprich Breslau auf. Nach nur wenigen Kilometer überqueren wir, kaum feststellbar die Grenze nach Polen und kommen auf eine grosse Hochebene auf welcher hier auch im Sommer Biathlon trainiert wird. Etwas später führt die Strasse in weiten Bögen, immer entlang riesiger Weizenfelder nach Breslau. Mit riesig meine ich dies im gut schweizerischen Vergleich, zumindest reichen sie zum Teil bis zum Horizont. Vom Tal der Schlösser, wie sich die Gegend hier auch nennt, sehen wir nichts, zumindest keine Schlösser. Der Camping in Breslau, Wroclaw wie der geneigte Polenkenner nun mehr weiss liegt mitten in einen Wohnquartier etwas ausserhalb des Zentrums und ist in einem Garten angelegt. Den Preis für die Übernachtung welchen ich sogleich nach dem einchecken entrichten muss, hat der gute Mann wohl an meiner Autonummer entnommen. Mit 25 Euronen inkl. Dusche und Warmwasser hat er beinahe westlichen Standart. Es ist aber alles sehr sauber und ordentlich, was mir bereits ausreicht. Nachdem wir unser Quartier bezogen haben, Farino noch eine kurzen Auslauf hatte, machen wir Erwachsenen uns auf ins Stadtzentrum. Mit der Strassenbahn versteht sich, ohne Kenntnisse der polnischen Sprache nur mit Händen und Füssen erstehe ich 2 Tickets für das Tram in die Stadt. Gottlob führt uns ein und dieselbe Bahn ohne Umstieg direkt an den Ort unseres Startpunktes für den Bummel. Polnisch kommt uns doch sehr Spanisch vor, da wir das auch nicht verstehen ist das natürlich so lang wie breit und macht es uns nicht einfacher die richtige Aussteigestation zu erraten. Mit einer Haltestelle Verspätung sind wir doch noch angekommen und erkunden ohne Stadtplan, der liegt bestens eingelagert im Wohnmobil, die Innenstadt von Wroclaw. Das Rathaus und die umliegenden Gassen sind wunderschön, fast so schön wie das weibliche Personal in der Kneippe am Platz wo wir uns bei einem Bier und einer Margeritha erholen. Nein, im Ernst die Innenstadt ist echt sehenswert, natürlich gäbe es auch noch diverse Museen oder andere Kulturstätten welche einen Besuch verdient hätten. Aber wer uns kennt, weiss das wir bis auf die eine oder andere Kirche lieber durch Altstadtgassen schlendern, als uns die Füsse in einem Museeum platt zu laufen. Ach so fast vergessen heute wird zu Hause gekocht....

3.Tag 12.06.17

Dresden - Harrachov/CZ 186 km

UUns weckt heute der Lärm eines Rasentrimmers und der Verkehrslärm schon um 07.00 Uhr. In der Nacht war es heiss und stickig im Wohnmobil trotz etwas Regen in der Nacht und geöffneter Dachluke und dem offenen Schlafzimmerfenster. An einen guten Schlaf ist so nicht zu denken. Das Sauerkraut und das Pils welches ich zum Abendessen genossen habe, tat sein übriges... Als ich mich auf den Weg zur Elbe mache um mit Farino eine Runde zu drehen ist es schon wieder ziemlich warm, trotzdem geniessen wir den Spaziergang und kommen gerade recht zum Frühstück. Unser Weg führt uns heute nach Harrakov in der tschechischen Republik, den einen oder anderen dürfte der Ort vom Skispringen her bekannt sein und liegt am südwestlichen Zipfel des Riesengebirges. Auf dem Weg dorthin steht aber noch der Besuch des Elbsandsteingebierges zwischen Pirna und Bad Schandau mit der Bastei auf dem Program. Nach kurzer Fahrt sind wir auch schon auf dem Besucherparkplatz von wo ein Shuttlebus zur Bastei fährt, natürlich könnte man das auch zu Fuss machen, ist aber wohl doch eine ganz schöne Strecke zu gehen. Der Zugang auf die verschiedenen Aussichtsplattformen ist gratis, nur der Rundgang auf die Burgruinen kosten nochmals 2 Euro. Der Abstecher lohnt sich auf jeden Fall, schon alleine die Aussicht auf die umliegenden Hochplateaus und die tief unten liegende Elbe ist die Parkgebühr von 3 Euro wert. Die Felstürme wirken sehr skuril und sehen aus wie die Türme die wir früher am Meer mit den tropfenden Sand gebaut haben. Nach gut 2 Stunden geht es weiter, anfangs der Elbe entlang bis zur tschechischen Grenze, wo ich noch eine 10 Tagesvignette für die Autobahn erwerbe, obwohl ich keine Ahnung habe ob uns das Navi noch auf die Autobahn lotst. Zu Anfang gehts gleich mal wieder schmal zu Sache, Rosi schwant schon Schlimmes, doch die Gegend ist sehr malerisch und die Strasse führt immer wieder durch stark bewaldetes Gebiet. Auf dem Camping angekommen werde ich schon mal alle Euromünzen los, da ich eigentlich keine tschechischen Kronen wechseln wollte. Nun, da bei den Duschen nur warmes Wasser gegen Bares funktioniert, muss ich ich wohl oder Übel doch noch 50 Euro wechseln. Dafür gehen wir halt heute trotz andere Pläne nochmals auswärts zum Abendessen. Was mir angesichts der tiefen Preise eigentlich leicht fällt. Ein Stroganoff mit Rindfleisch kostet gerade mal 235 Kr, das sind in Fränkli knapp 10 Franken.

2.Tag 11.06.17

Bamberg - Dresden 287 km

Heute, bevor wir unsere nächste Etappe in Angriff nehmen, steht erst ein strammer Fussmarsch zum Bäcker an. Farino hat daran natürlich seine helle Freude, führt der Weg doch wunderschön dem Main-Donaukanal entlang und ist grösstenteils schön schattig. Es ist schon um diese Zeit ordentlich warm und auf dem Rückweg läuft mir der Schweiss schon über den Rücken. Nach dem Frühstück starten wir in Richtung Dresden, unserem heutigen Tagesziel. Die Fahrt verläuft ohne grössere Überraschungen und vor allem ohne Stau. Am frühen Nachmittag sind wir dann in Dresden und melden uns auf den Stellplatz am Wiesentor an, obwohl ich eigentlich einen anderen Platz auserkoren habe. Es ist aber schön schattig hier und vor allem liegt der Platz unmittelbar an der Elbe und somit unweit der Sehenswürdigkeiten Dresdens. Nachdem wir uns mit einer zünftigen Brotzeit gestärkt haben brechen wir zu unserem Stadtbummel auf. Es hat trotz des schönen Wetters und obwohl es Sonntag ist nicht übermässig viele Touristen, was uns ehrlich gesagt etwas überrascht. Unübersehbar ist dafür die Polizeipräsenz rund um die Sehenswürdigkeiten, wir denken das hat etwas mit der Terrorabwehr zu tun, auf jeden Fall sind wir sicherlich gut behütet. Zuerst besorgen wir uns mal einen Stadtplan, d.h. bekanntlich ist dies die Aufgabe der Dame des Hauses. So bewaffnet drehen wir eine ausgiebige Runde durch die Altstadt von Dresden und sehen auf engestem Raum alle grossen Sehenswürdigkeiten, ganz so wir wir Beide das lieben. Nachdem wir uns auf der Elbterasse mit einem heimischen Radeberger gestärkt haben treten wir den Rückweg an. Wir planen aber das wir Abends dann nochmal in die Stadt zu Essen gehen, Farino darf dann sicher mit.

1. Tag. 10.06.17

Niederbüren - Bamberg 451 km

So gegen 10.00 Uhr ist es soweit, wir starten in unser Abenteuer. Zum Abschied stehen einige Nachbarn weinend an der Strasse uns winken uns zum Abschied mit ihren von Tränen durchnässten Taschentücher zu. Ein ergreifender Moment ;-).... Wir wollen heute nach Bamberg, unserer ersten Station reisen und fahren daher über Östereich auf die A7 in Richtung Nürnberg. Bis auf den kurzen Tankstop in Lustenau kommen wir bis auf Höhe Memmingen flott voran. Dort stoppt uns dann ein zünftiger Stau bei welchem wir fast eine Stunde liegen lassen. In der anschliessenden Baustelle fahre ich ganz zum Unmut der Gattin auf der linken Spur und quetsche mich an einigen Wohnwagen vorbei. Meine offensive Fahrweise treibt meiner Beifahrerin die Schweissperlen auf die Stirn und veranlasst einen LKW Fahrer mich mit seinem Stinkefinger zu meinem Fahrkönnen zu beglückwünschen. Ich rehe mich dann artig hinter dem betreffenden LKW in die Kolonne ein. Um etwa 16.30 Uhr treffen wir dann in Banmberg ein. Da der offizielle Stellplatz bereits belegt ist fahren wir quer durch das schmucke Städtchen auf den Platz der Faltbootvereins von Bamberg wo wir dann freundlich aufgenommen werden. Der Platzwart, der hier den Sommer über in einem alten Hymer wohnt, erzäht mir beim einchecken gefühlte 80 % seiner Lebensgeschichte, wovon ein paar jahre Davos auch dabei sind. Er gibt mir aber gute Tips wie wir am schnellsten in die Innenstadt gelangen und wo die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu finden sind. Gut beraten machen wir uns dann zu Fuss auf den Weg Bamberg zu erobern. Eine wunderschöne Altstadt erwartet uns, viele kleine Gassen, gesäumt von historischen Bauten welche z.T. aus den Jahr 1500 herum stammen. Ein erster und zugleich wichtigster Höhepunkt erfolgt mit der Verkostung eines Rauchbieres in der Brauerei Schlenkerle wo schon seit 1405 gebraut wird. Übrigend hat der Landkeis Bamberg mit rund 64 Brauereien die weltweit höchste Dichte an Brauereien. Bis in die 90ziger Jahre soll es alleine in Bamberg über 60 Brauereinen gegeben haben. Nun zu einem guten Bier gehört auch etwas feines zwischen die Rippen und so geniessen wir auch gleich eine zünftige Mahlzeit mit Bierhaxe, Knödel und Sauerkraut für mich und einem Schnitzel für die Gemahlin. Nach dieser Stärkung können wir nun endlich mit den Stadtrundgang beginnen und wir laufen kreuz und quer mit dem Stadtplan bewaffnet zum Domhügel hinauf und wieder hinunter in die Altstadt. Alles in allem eine äusserst sehenswerte Stadt, welche etwas mehr Zeit verdient hätte.