Schwiizerreisli 1.Teil

17.05.2020

Endlich, am Mittwoch 20. Mai 2020 ist es soweit. Wir starten unter besonderen Umständen in die Campersaison in der wir die Schweiz bereisen wollen. Wir sind gespannt was wir alles entdecken werden.



20.Mai.2020

Niederbüren - Gerlafingen, 160 km

Hand aufs Herz, wer denkt bei Ferien mit dem Wohnmobil an Solothurn... . Wohl nur wenige von euch, wir eigentlich auch erst seit ein paar Tagen. Mehr oder weniger etwa seit wir die Reise nach Dänemark abgeblasen und uns zu einer Tour de Suisse entschlossen haben. Unseren ersten Stopp auf dem Weg in den Jura haben wir in der Nähe von Solothurn, vielmehr in Gerlafingen am Schwimmbad Erlenholz geplant.

Den dortigen Stellplatz erreichen wir schon vor dem Mittag nach einer kurzen Anreise von 2 Stunden. Der Platz ist gut besucht und als wir von Stadtbummel in Solothurn zurückkehren sind alle offiziellen und inoffiziellen Plätze belegt. Mit 20 Franken inkl. Strom, Wasser Abwasser und Entsorgung ist das ganz o.k. zumal der Platz auch schön ruhig im Grünen gelegen ist. Für unseren Ausflug in die Stadt Solothurn nehmen wir den Bus der nicht weit entfernt vorbei fährt. Leider haben wir den Fahrplan nicht studiert und müssen fast eine halbe Stunde an der Sonne ausharren bis der Schlitten dann kommt. Solothurn überrascht uns mit seiner schmucken Altstadt und den vielen Brunnen. Die fetten Wehrtürme am Baslertor erinnern uns an die dicke Berta in Tallin und bewachen die Innenstadt. Leider kann im Moment die St.Ursen Kathedrale wegen der Coronamassnahmen nicht besichtigt werden. Wir schlendern anz gemütlich durch die Stadt und essen in einem Altstadtrestaurant eine Pizza auf der Gassenterrasse. Nach 2 Stunden Rundgang machen wir uns dann wieder auf dem Heimweg.

Um 17.00 Uhr werden wir dann von Stephan, einem Geschäftspartner von mir abgeholt. Er ist dann für den kulinarischen Höhepunkt von heute zuständig.

21.05.2020

Gerlafingen - Le Bemont, ca. 60 km

Stellplatz in Gerlafingen
Stellplatz in Gerlafingen
Aussicht in die Berner Alpen
Aussicht in die Berner Alpen
Restaurant im Golf Limpachtal
Restaurant im Golf Limpachtal
Etang de la Gruère
Etang de la Gruère
hier macht Biken Spass
hier macht Biken Spass
Sorry, ich war gestern etwas kurz angebunden. Ich hatte wie üblich mit der Technik zu kämpfen.... Ich bin euch daher noch einen kurzen Rückblick zum gestrigen Abend schuldig.


Wie abgemacht hat uns Stephan nach 17.00 Uhr auf dem Stellplatz abgeholt und wir sind dann gemeinsam zu Fuss nach Derendingen spatziert. Dort angekommen wurden wir von Rosmarie herzlich empfangen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde gings dann los zum Abendessen im Golfclub Limpachtal (www.golf-limpachtal.ch). Stephan ist dort Mitglied und schlägt so manchen Ball, sofern es seine Zeit erlaubt. Ein herrliches Plätzchen im Garten war für uns reserviert. Das Restaurant ist einem alten Bauernhof untergebracht und strahlt ein ungemeinen Charme aus. So haben wir dann einen wunderschönen Abend bei einem feinen Abendessen in guter Gesellschaft verbracht. Der Wein ist dem in nichts nachgestanden und hat sein Übriges zum gelungenen Abend beigetragen. Nochmals vielen lieben Dank für die Einladung und die nette Gesellschaft an Rosmarie und Stephan. Die Zeit ist so wie im Flug vergangen und es ist auf den Stellplatz mucksmäuschen still bei unserer Heimkehr.

Nach einer ruhigen Nacht lacht die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Wie gewohnt brechen wir so gegen 10.00 Uhr auf, es geht zuerst an den Etang de la Gruère, einem Hochmoor-See in der Nähe von Saignelégier wo wir uns erst einmal ein Parkplatz suchen müssen. Ist an Auffahrt gar nicht so einfach, da wir nicht die einzigen sind die ein Ausflug hierher geplant haben. Wir parken also an einer steilen und ebenso schrägen Stichstrasse und müssen im Womo fast die Steigeisen anziehen um zu den Schuhen zu gelagen. Der Rundgang um den See dauert gute 45 Minuten, ich denke wenn es nicht so viele Leute unterwegs hätte, wären wir wohl auch noch etwas ans Wasser gesessen. Aber so macht das keinen richtigen Spass. Sehenswert ist der See aber allemal und der Abstecher sehr zu empfehlen. Es ist kurz nach Mittag als wir uns zu Stellplatz Le Bemont aufmachen. Wie wir feststellen keine Stunde zu früh. Der Stellplatz liegt auf einer Wiese entlang einer kleinen Strasse und ist schon gut belegt. Diverse "Camper" haben ihr Terrain schon mit Schnur und Stecken abgesteckt, das sind wohl diejenigen welche um 07.00 Uhr ihr Handtuch auf den Liegestuhl legen würden... diese Gattung gibt es wohl weltweit. Da es nur Schweizer sind, welche unterwegs sind, kann ich den Vorwurf nicht mal an die Deutschen weiter geben... Wir finden aber trotzdem noch ein schönes Plätzchen auf dem wir uns mehr oder weniger eben installieren können. Nach einem kleinen Vesper mache ich mich mit dem Bike auf, die Gegend zu erkunden. Puah,.. sensationell schön hier. Ich kurve über Wanderwege und Biketrails, zumeist aber auf den vielen Fahrspuren für die Pferdegespanne mit welchen man den Jura bereisen kann. Leider verschätze mich etwas in der Distanz und muss auf dem Heimweg ein schönes Stück der Hauptstrasse entlangfahren. Nicht das ich mich dann noch komplett verfranse.. Zu unterschätzen sind die knackigen Steigungen aber auf keinen Fall und mit dem Rennrad kann das dann eine ganz schöne Herrausforderung werden. Ich komme aber fast wie abgesprochen nach 2.Stunden wieder Heim und hab mir ein Bier verdient. Na denn Prost.

ZUm Abschluss geniessen wir die warme Nachmittagsonne noch vor dem Womo bevor ich dann den Grill zücke um Fachitas zu wärmen.

Jura Landschaft
Jura Landschaft
Stellplatz Le Bemont
Stellplatz Le Bemont

22.05.2020

Le Bemont - Creux-de-Van, ca. 85 km

Creux-de-Van
Creux-de-Van
die Berner Alpen und noch viel mehr
die Berner Alpen und noch viel mehr
da könnte es machem etwas mulmig werden
da könnte es machem etwas mulmig werden
Abendstimmung
Abendstimmung
unser Domizil
unser Domizil
Die Nacht war kühl und still, entsprechend gut haben wir dann auch geschlafen. Eventuell auch auch die Flasche Primitvo etwas unterstützend gewirkt... Es ist noch alles ruhig als ich mich mit Farino auf den Morgenrundgang mache, vereinzelt raucht noch ein Lagerfeuer der letzten Nacht und deren Rauchschwaden ziehen über die Strasse in den Wald hinüber. Weiter unten ist ein Viehübergang an der Strasse, dort sind die Drähte ganz flach über den Boden gezogen, was ich aber zu spät bemerke und erst als Farino erschreckt aufheult ist mir bewusst das Ganze wohl unter Spannung steht. Farino wird solche Übergänge zukünftig meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Nach dem Frühstück fahren wir erst nach Saignelégier zum entsorgen und einkaufen, bevor wir uns auf den Weg zum Creux-de-Van machen. Der Weg führt über La Chaux-de-Fonds und Le Locle durch Val de Travers nach Couvet und von dort hoch zur Bergrestaurant Le Soliat.

Dort angekommen müssen wir nicht ganz überrascht feststellen das das hier ein Hotspot ist, Ummengen von Womos, PW`s haben sich den Weg über die schmale Zufahrtsstrasse gesucht und stehen nun dicht an dicht auf dem Parkplatz. Wir finden glücklicherweise doch noch eine Lücke wo wir unsere sieben Meter fünfzig parken können. Für eine grössere Wanderung ist es aber nun doch schon etwas spät, was Rosi nicht weiter stört. Sie schmiert uns aber trotzdem noch ein paar Brote welche wir dann in den Rücksack packen und so gerüstet den kurzen Anmarsch zu Creux-du-Van unter die füsse nehmen. Obwohl der HImmel bedeckt ist ist es drückend warm und der Schweiss tropft alsbald den Rücken hinunter. Nachdem wir die ersten Fotos des Naturschauspiels gemacht ahben spatzieren wir noch zu Aussichtspunkt hoch. Leider ist der ist etwas dunstig und das Alpenpanorama nur schwer zu sehen, bei guter Fernsicht sicher eine unglaubliche Aussicht. Nach einer Rast etwas unterhalb des "Gipfels", in mitten einer Wiese mit Enzian und Feilchen, marschieren wir noch zum äussersten Zipfel der Steilwand und schiessen von dort nochmal einige Fotos. Dann nehmen wir den Rückweg gemeinsam, mit gefühlt 10`000 Menschen in Angriff. Kurz nach unserer Rückkehr lehrt sich der Parkplatz zusehends und ich parke, zum Unmut meiner Gattin das Womo nochmals um. So stehen wir für die Nacht wenigstens einigermassen eben.

Für morgen planen wir dann den Jura zu verlassen und an den Neuenburgersee zu fahren.

Leider haben wir hier oben schlechtes Netz, daher folgen mehr Bilder dann morgen

23.05.2020

Creux-du-Van - Portalban, ca. 70km

ganz schön stürmisch
ganz schön stürmisch
Blick zum Stellplatz
Blick zum Stellplatz
der Hafen
der Hafen
schmuckes Fischerhäuschen
schmuckes Fischerhäuschen
Es ist fünf in der Früh, als mich das Schletzen von Autotüren aus dem Schlaf holt. Vermutlich Frühaufsteher welche den Sonnenaufgang am Creux-du-Van erleben wollen. Da ich nun schon mal wach bin, blinzle ich nach draussen um nachzuschauen ob es sich lohnen würde ebenfalls zum Felsenbogen zu wandern und von dort einige Fotos vom Sonnenaufgang zu machen. Der Himmel ist bewölkt, also fällt mir die Entscheidung leicht und ich beschliesse wieder mein warmes Bett aufzusuchen und noch eine Runde zu schlummern.

Um halb Acht ist es dann aber trotzdem Zeit mit Farino aufzubrechen. Wir eilen in zügigen Wanderschritt den Hügel bis zum Aussichtspunkt "le Soliat" hinauf. Trotz der angenehmen Temperatur von 14°C bin ich froh meine Jacke dabei zu haben, dort oben weht ein zügiger Westwind und lässt mich etwas frösteln. Farino hat am Wind nicht so Freude, umso mehr gefällt es ihm auf den Alpwiesen herum zu tollen und an jedem Büschchen zu schnuppern. Das kam gestern wegen der vielen Leute zu kurz. Heute sind wir um diese Zeit praktisch alleine unterwegs.

Als wir bei Womo zurück sind, steckt Rosi schon in den Vorbereitungen zum Frühstücksbuffet. Wir erwarten Fabienne und Sacha zu Brunch. Die beiden verbringen einige Tage im Bex und und wir haben uns gestern spontan zum Z`morgen verabredet. Die Sonne scheint gnädiger Weise noch zwischen den immer dunkleren Wolken hindurch und die Beiden machen sich etwas später auch noch auf den Weg zur Felsenkanzel, während wir uns Abfahrbereit machen.

Die Fahrt nach Yverdon les Bains führt an der Südflanke des Juras auf kurvigen und schmalen Strassen hinunter an den Neuenburgersee. Schade spielt das Wetter nicht mehr mit, die Aussicht über See und in die Alpen wär spektakulär, so können wir das Panorama nur erahnen. Ab Yverdon les Bains fahren wir dann auf der Autobahn A1 bis Payerne, wo wir wieder auf die Hauptstrasse wechseln und nach Portalban, zu See hin abzweigen. Auch hier ist der Stellplatz schon sehr gut belegt. Es tummeln sich hier viele Kitesurfer und toben sich im aufgewühlten Neuenburgersee aus. Just nachdem wir ein Plätzchen belegt haben, öffnet sich der Himmel und zum böigen Wind gesellt sich nun auch ein ausgieber Regen. Den Versuch während einer Regenpause einen Spaziergang zum See zu machen, müssen wir recht schnell wieder abbrechen. Der Regen ist wieder stärker geworden und so setzen wir uns in unser fahrendes Wohnzimmer. In der Hoffnung es möge sich bis zum Abend etwas beruhigen, schreibe ich nun an meinem Blog, daher ist er heute auch etwas ausfühlicher als auch schon... Wenns mit dem Wetter noch hinhaut, werd ich den Bericht noch weiter ergänzen können. Aber jetzt mach ich erstmal ein kleines Schlummerpäuschen und lausche dem Regen der aufs Dach trommelt.

In einer der kurzen trockenen Phasen mache ich mit Farino einen kurzen Spaziergang an den Quai, wo auch Kursschiffe anlegen können. Die Wassertemperatur wird an der grossen Anzeigetafel mit 17°C angegeben, immerhin 2° C wärmer als die Luft. Doch der Regen hält sich hartnäckig und es wird fast 18.00 Uhr bis es endlich abzutrocknen scheint. Zeit einen weiteren Rundgang zu machen. Diesmal erkunden wir das schmucke Fischerdorf in dessen Mitte tatsächlich ein alter Raddampfer steht. Ansonsten gibt es hier nicht allzuviel zu sehen. Wir verlängern daher die Erkundungstour mit einem Gang über den sehr gepflegten Campingplatz und dem Strand entlang. Dann nichts wie zurück, ich muss den Blog noch fertig schreiben und ein paar Foto`s hochladen.

Raddampfer Fribourg
Raddampfer Fribourg

24.05.2020

Portalban - Niederbüren, 195km

hübsche Türklingel
hübsche Türklingel
Der heutige Tag zeigt sich doch schon wieder sehr versöhnlich. Nach einer kühlen Nacht, scheint nun wieder die Sonne, welche wir gestern doch sehr vermisst haben. Trotzdem, ein Schlechtwettertag auf fünf Reisetage ist doch ganz o.k. und wir wollen mal nicht meckern..

Der Tag beginnt mit einem Gang zum See, wo noch einige Nebelfetzen mystisch über dem Wasser schweben.

Aber Schluss mit Romantik, heute ist unser letzter Tag dieser Kurzreise in die Westschweiz. Für Morgen hat mich der Chef einbestellt aber wir wären ohnehin am Montag zurück gefahren, also halb so schlimm. Die nächste Reise steht ja schon in Kürze wieder an.

Das Frühstück geniessen wir vor dem Womo an der Sonne, im Schatten ist es dann doch noch etwas zu kühl. In gewohnter Präzision erledigen wir anschliessend die Startsequenz und sind ebenso präzis um 10.30 Uhr startklar. Wir wollen zuerst nach Erlach an den Bielersee fahren und von dort aus die St.Petersinsel erkunden. Erlach ist bald einmal erreicht, nur das mit den Parkplätzen für Womo`s scheint sich nicht so einfach zu gestalten. Als wir auf den PW Parkplatz einfahren, werden wir von einenm Einheimischen auf das Womo Verbot hingewiesen. Da die Höhenbeschränkung fehlt und schon einige Womo`s da stehen, haben wir gedacht das das kein Problem sein sollte. Aber in Anbetracht der Erwartung, eine Busse von 100.- Fr. zu erhalten, kehren wir um und da sich sonst kein geeignetes Plätzchen für uns finden lässt, muss die St.Petersinsel auf unseren Besuch verzichten.

Wir folgen nun dem Ufer des Bielersee`s und fahren durch die hübschen Weindörfer, deren Rebberge sich an die steilen Juraflanken klammern. In Twann gibt es die Möglichkeit am Bahnhof zu parken. Auf einen kurzen Rundgang erkunden wir den kleinen Ortskern mit seinen vielen historischen Gebäuden. Eine Weinkellerei lädt zur Weindegustation ein, aber mir ist nicht so richtig nach Weisswein am Vormittag und schliesslich liegen noch gute zwei Stunden Fahrt vor uns, also verzichten wir.

Die restliche Heimfahrt ist entspannt, der Verkehr hält sich in Grenzen und so erreichen wir um 14.00 Uhr mitteleuropäsche Zeit unser trautes Heim.

Twann
Twann