Herbst auf Korsika 2019

11.09.2019

1.Tag 04.10.19

Niederbüren - Fontellato, 460 km

Unser Standart Übernachtungsplatz wenn wir durch Italien fahren
Unser Standart Übernachtungsplatz wenn wir durch Italien fahren
Es ist 11 Uhr als ich mein Büro hinter mir abschliesse. Für heute habe ich extra keine Meetings mehr geplant, die Pendenzen sind nach bestem Wissen und Gewissen abgearbeitet, delegiert oder sonst wie erledigt. So kann ich mit gutem Gewissen nach Haus fahren wo bereits alles parat steht. Um 12.30 Uhr gehts dann bei strömenden Regen los. Draussen ist es ungewohnt kühl geworden, eigentlich normal im Oktober. Ihrgendwie habe ich das Gefühl das es noch zu früh für Herbst ist, aber die dicken grauen Wolken aus denen es unablässig auf die Frontscheibe regnet, sagen was anderes. Ab Chur ist dann die Strasse wieder trocken und je näher wir dem San Bernadino kommen umso häufiger blinzelt auch die Sonne durch die Wolkendecke. Wer nun aber denkt auf der Tessiner Seite scheint die Sonne, sieht sich arg entäuscht, hier sieht es etwas gleich aus wie vor dem Tunnel. Trotz regem Verkehr kommen wir flott voran. Erst kurz vor dem Grenzübergang stockt der Verkehr etwas, viele italienische Grenzgänger sind auf dem Heimweg in Richtung Varese oder Mailand. Der Verkehr zieht in der Region um Mailand noch mehr an, es ist mittlerweile bald 17.00 Uhr und der Feierabendverkehr ist im vollen Gange. Deswegen kommen wir etwa 30 Minuten später als geplant auf dem Stellplatz von Fontellato an. Der Platz liegt perfekt an der Strecke nach Süden und wir übernachten schon zum 3x unter den Solarpanelen, die den Platz überdachen. Es ist im Gegensatz zu Niederbüren noch angenehm warm und wir können noch etwas draussen sitzen, bevor ich mit Farino den Abendspaziergang antrete. Zum Abendessen gehen wir heute in die Pizzaria am Platz und werden nicht entäuscht. Natürlich sind wir um 19.00 Uhr die erstem in grossen Raum des Restaurants, uns solls recht sein. Wir entscheiden uns für einen gemischten Salat und Pizza, dazu einen Halben des Hausweines, welcher sich dann als süffiger junger Lambrusco zu erkennen gibt. ich habe keine Mühe die Karaffe zu leeren, als Rosi mit Hinweis auf ihren noch empfindlichen Magen auf Mineralwasser umschwenkt. Die Pizza in Normalgrösse hat einen Durchmesser von nahezu 40 cm, weiss der Teufel wie gross die Maxiversion ausgesehen hätte. Alles zusammen hat dann 26 Euro gekostet, da kann man wirklich nicht meckern. Kurz nach unserer Heimkehr ist lilö. Der süffige Rote hat wohl das seine dazu beigetragen.

2. Tag 05.10.19

Fontellato - "La Pietra" Korsika, 195km + 6 Stunden Fähre

Alle warten auf das es losgeht
Alle warten auf das es losgeht
Blick auf den Hafen von Livorno
Blick auf den Hafen von Livorno
Hafenausfahrt
Hafenausfahrt
die Moby Zaza, macht ihrem Namen alle Ehre
die Moby Zaza, macht ihrem Namen alle Ehre
bequem???
bequem???
Um sieben klingelt der Wecker, ich sofort hellwach, nach so viel Schlaf auch kein Wunder. In der Nacht war es recht frisch und im Womo ist es etwas ungemütlich, also flugs die Heizung eingeschaltet, damit es dann mollig warm ist wenn die Dame des Hauses das Bett verlässt. Bis es soweit ist drehen Farino und ich eine Runde durch die Gegend. Um diese frühe Stunde sind noch nicht viele Leute unterwegs und wir haben den Spazierweg für uns alleine. Der Tag startet wolkenlos, aber kühl. Eigentlich wolle ich zum Bäcker unweit des Stellplatzes um Frühstücksbrötchen zu holen, aber meine bessere Hälfte hat bereits welche gebacken als wir von unserer Morgenrunde zurückkommen. Mir solls recht sein. Auf unserer heutigen Etappe von Parma nach Livorno hat es kaum Verkehr, einzig über den Cisapass sind einige langsame LKW`s unterwegs. Die Autobahn ist hier mal so mal so, neu alsphaltierte Abschnitte wechseln sich mit Ruppelstrecken ab. Nach knapp 200 km treffen wir in Livorno ein und fahren erst mal zum Hafen um zu sehen wo wir hin müssen. Wir haben noch massig Zeit bis zum Einchecken und drehen daher nochmal um und fahren zurück in die Stadt. Wir wollen nochmal für die nächsten Tage einkaufen und finden im 2. Anlauf ein grosses Coop Einkaufszentrum. Die Idee vom Wochenendeinkauf haben natürlich nicht nur wir, der Laden platzt aus allen Nähten und es ist kaum ein durchkommen bei den Frischprodukten. Aprospos Frischprodukte, frisches Bier muss noch her, und etwas Wein, einfach so zur Sicherheit..... Mitterweile ist schon bald Mittag, also Zeit das wir zum Fährhafen fahren. Das Checkin geht gewohn schnell vonstatten und wir stellen uns in eine der vielen Reihen. In der Zwischenzeit ist die Temperatur auf über 25° gestiegen und es wird ganz schön warm in unserem rollenden Fereinhaus. Eigentlich sollte die Fähre Livorno um 14.00 Uhr verlassen, doch es ist schon nach Zwei als wir die steile Rampe auf die Fähre hochfahren. Mit fast einer Stunde Verspätung läuft die Fähre dann aus. Naja wir haben ja Urlaub und nach unserer Ankunft sind es nicht viele Kilometer bis zu unseren ersten Übernachtungsplatz auf der Insel. Wir waren ja schon öfters mit der Fähre unterwegs, das war bisher die lausigste Überfahrt. Auf den Aussendecks gab es keinerlei Sitzgelegenheiten, das Bier war schon nach 1 Stunde auf dem Meer bereits ausverkauft. Bei den Snacks war es nach 2 Stunden soweit. Bei der Ankunft in Bastia hatten wir schon über 2 Stunden Verspätung und dann kriegen die die Klappen nicht mehr auf, eine weitere Stunde warten wir im Hafen von Bastia bis wir endlich zu den Autos können. Informationen waren Fehlanzeige. Naja, so gegen viertel vor Acht konnten wir dann endlich ausfahren, alle rückwärts. Das trieb so manchem Gespannfahrer den Schweiss auf die Stirne. Den Anweisern auf dem Parkdeck ging alles zu langsam, aber da man für Schäden selber haftet, ist man gut beraten sich die Zeit zu nehmen die man braucht. Dank Rückfahrkamera und guten Überblick ist da für uns natürlich ein Klacks, einzig die steile Rampe bedingt eine unortodoxe Ausfahrt, quer über 2 Spuren, ansonsten würde ich mit dem Heck wohl aufsetzen. Mittlerweile ist es stockfinster als wir Bastia in nördlicher Richtung verlassen. Solange die Strassen beleuchtet sind ist es kein Problem die kurvige Stecke der Küste entlang zu fahren. Da weder Seitenmarkierungen noch Mittellinien vorhanden sind ist es gar nicht ohne der Strasse zu folgen. Es dauert auch nicht lange bis die ersten Einheimischen mit Lichthupe auf sich aufmerksam machen und mich drängen sofort Platz zu machen. Andere wiederum lassen das gleich sein und überholen uns in halsbrecherischer Fahrt. Wir sind aber vorbereitet, in jedem Reiseführer wird vor den korsischen Rallyefahren gewarnt. Was dabei heraus kommt sehen wir dann wenige Kilometer weiter, dort holt die Polizei und Feuerwehr einen Wagen zurück auf die Strasse. Übrigends der Rallyefahrer der uns zuvor halsbrecherisch überholt hat, steht jetzt vor uns in der Kolonne.... Es ist gut 21 Uhr als wir den Camping "La Pietra". Obwohl die Reception nicht mehr besetzt ist können wir an der Bar einchecken. Hat jemand von euch schon mal versucht in Finsteren eine Platz auszusuchen? Gar nicht so einfach, am Einfachsten ist es da, sich einfach mitten in eine grosse Wiese zu stellen und zu hoffen das es am Morgen bei Tageslicht nicht der der Fussballplatz ist.

3.Tag 06.10.19

Camping la Pietra, 0 km

Morgends am Kiesstrand
Morgends am Kiesstrand
immer dem Strand zu
immer dem Strand zu
Steil, Steiler, am Steilsten
Steil, Steiler, am Steilsten
fantastische Aussicht, im Hintergrund die Insel Elba
fantastische Aussicht, im Hintergrund die Insel Elba
hier könnte man baden, Irgendwo im Nirgendwo
hier könnte man baden, Irgendwo im Nirgendwo
Es ist definitiv nicht der Fussballplatz, wir stehen herrlich neben einem Olivenbaum, mitten auf der grünen Wiese, ... einfach perfekt. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel und auch wenn wir nicht direkt am Strand sind, sehen wir das Meer. Kurzerhand entschliessen wir uns mindestens den heutigen Tag hier zu verbringen und die Weiterreise zu verschieben. Erst mal ankommen ist angesagt. Frühstück, dann standesgemäss mit frischem Baguette im Anschluss an den Morgenspaziergang zum Strand. Etwas später beschliesse ich eine Biketour in die Umgebung zu machen, so lockere 20 km schweben mir vor. Auf www.gpies find ich auch eine tolle Tour... . Ich breche um halb eins auf und stehe schon kurz darauf an der ersten fast überhängenden Fahrrinne. Hier runter ..o.k. aber rauf, never. Also dreh ich um und folge dem GPS in umgekehrter Richtung. Der erste Abzweiger geht schon mal gar nicht, dann halt weiter bis zur nächsten Möglichkeit. Herrlich, der Weg führt vorbei an einem grossen Gehöft, hinein in einen Wald voller Korkeichen. Als ich aus dem Wald presche, preschen mir in entgegengesetzter Richtung 4 Hütehunde, laut bellend entgegen. Hunde die bellen beissen ja bekanntlich nicht, und so war es dann auch. Ich hab mich dann aber schon noch einmal umgeblickt, nicht das mich dann einer noch mit einen ausreissenden Schaf verwechselt. So nun gehts aber so richtig zur Sache, steil aber noch immer fahrbar windet sich der Weg die Bergflanke hoch. Ich bin fast betäubt ob der verschieden intensiven Kräuterdüfte. Wilder Thymian, Rosmarin, Salbei spriessen links und rechts der Fahrrinne wie Unkraut. Das GPS heiss mich nach rechts abzubiegen,.. was??? das ist kein Weg sondern bei Regen wohl ein Sturzbach. Alternativen sehe ich nicht, kämpfe ich mich den Berg hoch, mal schiebend , mal das Bike tragend. Die fast 500 Hm sind bis auf wenige Meter unmöglich fahrbar, weder hoch und schon gar nicht runter. Umkehren kommt aber nicht in Frage, selbst als mir 4 Wanderer entgegen kommen und mir "bon chance" wünschen steige ich wacker den Berg immer weiter hinauf. Immer wieder eröffnet sich mir ein herrlicher Rundblick über die Küste bis zur Insel Elba. Endlich oben angekommen sehe ich eine super schönen Trail, .. leide rnur etwa 2 km weit, dann führt die Strecke fast so ruppig und zeitweise kaum fahrbar wieder vom Berg herunter. Nach weiteren Schiebepassagen treffe ich dann in Carbonacce wieedr auf die Strasse. Eigentlich ginge es hier gleich wieder weiter in die Pampa. Ich bin aber nach 2,5 Stunden schieben und tragen bedient und treten den Heimweg an. Mein getrübtes Auge enddeckt rechts der Strasse ein Restaurant das geöffnet hat. Kurz in die Eisen gestiegen und schon sitze ich an einem runden Tisch in Mitten von Einheimischen. Mein Französisch reicht grad so um der Unterhaltung bruchstückhaft zu folgen, aber um ein Bier zu bestellen reicht es perfekt. Nach einem Heineken, welches ich wegen der uneiheitlichen Sprachgebung erhalten habe, bestelle ich noch ein "Pietra", ein korsisches Bier, gebraut aus Kastanienmehl. Es ist ein bersteinfarbiges Amberbier mit einen intensiven Geschmack nach Caramel, sehr lecker. Dem Pastis den alle am Tisch trinken mach ich mich nicht anschliessen und bezahle artig meine Rechnung bevor ich den Rückzug antrete. Nach Dusche, Kaffee und Dessert flanieren wir noch zum Strand, wo Rosi ihre ersten Jagttrophäen sammelt. Das Wasser ist noch angenehm warm und würde zu baden einladen. Dazu sind wir jedoch schlecht vorbereitet das unser Badehosen noch am Bügel im Womo hängen. Für morgen hat der Wetterbericht Regen angesagt, sollte sich das bewahrheiten werden wir die Komfort des Campingplatzes noch für eine weitere Nacht in Anspruch nehmen. Wir lassen uns mal überraschen.
auch runter gehts wieder
auch runter gehts wieder
historische Brücke, ebenfalls im Nirgendwo
historische Brücke, ebenfalls im Nirgendwo

4. Tag 07.10.19

Camping "La Pietra" - Tollare, 38km

Abendstimmung unter dem Olivenbaum
Abendstimmung unter dem Olivenbaum
herrliche Ausblicke
herrliche Ausblicke
vous eté ici
vous eté ici
Bizzare Felsen
Bizzare Felsen
"Hey, hörst du das?", das sind die Worte meiner holden Gattin,... morgends um 4 Uhr. Was sie meint ist das etwas Wind aufgekommen ist und es leicht regnet. Der Wind zerrt etwas an der Markise die ich am Abend nicht mehr eingezogen habe, und gibt ein leises poltern an den Aufbau weiter. Uns bleibt wohl nichts anderes Übrig als uns schnell halbwegs etwas überzuziehen und nach draussen zu gehen. Erst muss Tisch und Stuhl in der Heckgarage verstaut werden, sonst ist dann später alles triefend nass und das wollen wir ja auch nicht. Dann Markise einziehen und wieder zurück ins warme Körbchen. Da hatten wir grad noch Schwein gehabt, nur 15 MIn. später giesst es wie aus Kübeln und im Womo versteht man kaum mehr sein eigenes Wort. Zwischendurch gesellt sich dann auch noch der eine oder andere Blitz mit Donnergrollen dazu. Als es dann draussen hell wird sehen wir, das die Wiese auf der wir stehen unter Wasser steht. Den Hund lasse ich nur mal kurz zum Olivenbaum raus, es giesst noch immer. An einen Spaziergang ist noch nicht zu denken. Erst gegen 9 Uhr lässt der Regen nach und ich hüpfe von Pfütze zu Pfütze zum Restaurant um 2 Baguettes zu kaufen. Da sich das Wetter nun doch zu bessern scheint wollen wir uns auf den Weg nach Tollare, ganz an der Nordspitze von Cap Corse, machen. Dass heisst, erst jagt uns das Womo einen ganz schönen Schrecken ein. Nach einem kurzen Startversuch geht nichts mehr, der Anlasser scheint blockiert zu sein??? Gleichzeitig ist alles blockiert, das Womo rollt nicht mal von den Auffahrkeilen. Was soll den das bitteschön??? Professionell öffne ich schon mal die Motorhaube und werfe einen nicht minder professionellen Blick in die Eingeweide des Diesels. Kupplung scheint auszukuppeln, Getriebe lässt sich schalten und ist ebenfalls nicht verklemmt. Noch ein Versuch, selbes Ergebnis. Der Anlasser klingt wie wenn ich nicht ausgekuppelt hätte und auf der Bremse stehen würde. Ich bitte Rosi die Kupplung 154x mal durchzudrücken, während ich im Motorraum nach den Rechten sehe. Kann es sein das der Zahnriemen übersprungen ist? Tja, einen Versuch mache noch. Und jetzt dreht der Anlasser und der Diesel springt mit einer grossen Wolke aus dem Auspuff an, widerwillig aber immer hin. Nach einigen zaghaften Gaspedalbewegungen nimmt er dann langsam seinen ordentlichen Dienst auf. Zwar qualmt er noch immer wie eine Dampflok, klingt aber normal. Auf den ersten paar Kilometer schaue ich immer etwas in den Rückspiegel und stelle aber bald einmal fest das das Qualmen aufgehört hat, langsam beruhigt sich meine Magengegend. Kein Plan was das Problem gewesen ist. Nun können wir entspannt der Küstenstrasse folgen, immer wieder gibt es spektakuläre Ausblicke über Küste und Meer. Die Brandung, ist bei dem starken Wind der sich mittlerweile eingestellt hat wunderschön anzusehen. Immer wieder unterbrechen wir die Fahrt für einen kurzen Fotostopp. Farino mag diese Strecken nicht besonders, wenn sich Kurve an Kurve reiht. DIe letzten Km hinunter nach Tollare sind eine abenteurliche Fahrt auf schmaler Strasse, Gottlob gibt es nicht viel Gegenverkehr denn das kreuzen ist nicht überall möglich. Der Stellplatz der Gemeinde Ersa ist ein grosser Kiesplatz direkt am Strand mit herrlichem Ausblick auf die kleine Insel Ile de la Giraglia, mit ihrem Leuchtturm. Leider ist es nun wieder stärker bewölkt und der Wind zerrt ordentlich am Womo. Wir lassen uns aber den Spaziergang der Küste entlang nicht entgehen und wandern gemütlich nach Barcaggio. Bizzare Felsformationen ziehen uns in ihren Bann und der Duft der vielen Kräuter ist allgegenwärtig. Leider sind in Barcaggio alle Beizen geschlossen, resp. der Inhaber gibt mir mit einem kurzen "ferme" zu verstehen das es hier nichts mehr gibt. Also machen wir uns durstig auf den Heimweg nach Tollare. Der Weg ist gesäumt von Wildschweinsch..., die Viecher scheint es hier in rauen Mengen zu geben. Gesehen haben wir aber keines. Vielleicht nach dem Eindunkeln, wir werden die Augen offen halten und euch berichten. Nach der Vesperpause und einen Nickerchen scheint sich auch die Sonne wieder zu zeigen. Die Wolken werden immer weiter gegen die Berge gedrückt und der Himmel zeigt sich schon bald einmal wieder Wolkenlos. Wenn der Wind nicht wäre könnte man nun wieder gemütlich draussen sitzen, so ist das aber doch sehr unangenehm. Warten wir ab was der Abend noch so bringen mag....
Frau mit Hund, vom Winde verweht
Frau mit Hund, vom Winde verweht

5.Tag, 08.10.19

Tollare - Albo, 34km

Centuri Port
Centuri Port
Blick nach Süden
Blick nach Süden
lecker Tröpfchen
lecker Tröpfchen
Wegen des Windes habe ich gestern Abend noch umparkiert. Wir haben uns hinter ein grossen Busch versteckt, in der Hoffnung das uns der Wind etwas verschont. Wir schlafen beide schlecht wenn das Womo so schaukelt. Ich hab dann noch versucht mit den Stativ bewaffnet einige Fotos vom Sternenhimmel zu schiessen. Leider mit mässigen Erfolg, erstens war die Umgebung zu hell beleuchtet und zweitens hat der WInd am Stativ gerüttelt sodass die Fotos allesamt nicht wirklich scharf geworden sind. Der Wind hat dann aber in der Nacht merklich nachgelassen und der Morgen weckt uns mit blauen Himmel und Sonne, was will man mehr. Ich bin schon früh auf den Beinen und mache die Runde mit Farino völlig unbehelligt, es scheinen noch alle zu schlafen. Beim Frühstück vor den Womo bekommen wir unerwartet Besuch von einer Rindviehfamilie, Stier, Kuh und Kalb trotten mitten durch die Womos ohne uns eines Blickes zu würdigen. Unser erstes Ziel heute ist Centuri Port, an der Westküste vom Cap Corse mit einem, gemäss Reiseführer, schmucken Hafen. In der Tat ein hübscher aber sehr überschaubarer Ort, ob sich die Kurbelei wirklich lohnt...., naja wir waren da. Der erste Bade und Übernachtungsplatz unserer Wahl liegt etwa 3 km nördlich von Nonza, wir wollen mal sehen ob es uns dort gefällt. Die kurze Distanz von rund 30km ist eine recht anstrengende Fahrt, es gibt kaum ein gerades Stück Fahrbahn, welche macherorts nur gerade 1,5 Spuren breit und sehr unübersichtlich ist. Dafür bekommen wir Ausblicke serviert wie aus dem Reiseprospekt, türkisfarbenes Meer, eine wilde zerklüftete Küste und immer wieder herrliche Badebuchten. Da mag die grosse, dem Verfall preisgegebene Fabrik am Rande der Strasse nicht so recht passen. Hier wurde bis vor wenigen Jahren noch Asbest im Tagebau abgebaut, die tiefen Narben im Fels sind schon von weitem sichtbar. Nachdem wir diese Ruine hinter uns gelassen haben erblicken wir bereits unseren Badestrand in Albo. Typischerweise besteht der weite Strand aus schwarzen Kieselstein und ergibt einenschönen Kontrast zum Meer und den grün, braunen Hängen die die Buchten umfassen. Es gibt hier schöne Stellplätze unter schattigen Tamarisken, gleich hinter dem Strand. Uns gefällt was wir sehen und beschliessen zu bleiben und eine Badetag einzulegen. Wir richten uns also gemütlich ein und geniessen die Sonnenstrahlen vor dem Womo. Ich google dabei den nächsten Bäcker, den Brot ist bei uns bald Mangelware, und finde dien im Ort Nonza, wie gesagt 3 km entfernt. Also kurz aufs Bike geschwungen und ... was soll das, ein Plattfuss. Da hab ich aber wohl bei meiner letzten Tour Glück gehabt das es mich nicht irgendwo in der Pampa erwischt hat. So ein Malheur ist ja schnell behoben und tatsächlich finde ich einen kleinen fiesen Dorn im Reifen der sich durch den Schlauch gedrückt hat. Leider hat sich die ganze Arbeit nicht gelohnt, der Bäcker hat geschlossen und öffnet entweder heute Abend um fünf oder morgen in der Früh um um halb acht. Also nehmen wir den 2. Punkt auf der heutigen To do Liste in Angriff,... schwimmen im Meer. Wild entschlossen machen Rosi und ich uns auf den Weg zum Meer, das wir bereits heute Mittag ein erstes Mal inspiziert haben. Der erste Eindruck,.. brrr ist das frisch. Aber da wir schon mal hier sind, kneiffen gilt nicht. Auch Rosi, welche offene Gewässer ansonsten meidet, stellt sich mutig den, heute zahmen Wellen entgegen. Das türkisene Wasser ist glasklar und man kann den Grund bis weit hinaus erkennen. Was mir auffällt, hier ist das Wasser wesentlich salziger als am Atlantik im Frühling. Nachdem wir "intensiv" im Meer geschwommen sind, sonnen wir uns auf den Kieseln bis wir wieder trocken sind. Farino haben wir nicht an den Strand mitgenommen, es scheint etwas alt zu werden, so jedenfalls deuten wir seine Unruhe draussen vor dem Womo, immer rein und raus. Keine Ahnung was der Dödel hat. Nur beim Abendessen gesellt er sich zwischendurch mal zu uns, vermutlich in er Hoffnung das etwas von dem zähen Steak, das ich heute gegrillt habe für ihn abfällt. Da liegt er vor allem bei Rosi richtig. Da für schmeckt der Rosé Wein den wir heute unterwegs, an einer Weinkellerei gekauft haben, ausserordentlich gut. Wir haben dazu noch eine 1,5l Flasche vom Roten gekauft, da die 0,75 ausverkauft waren. Der Betrieb von welchem wir den Wein erstanden haben, hat lediglich 4 ha und durch die Familie selber bewirtschaftet. Da nun die Saison zu Ende geht ist halt nicht mehr alles verfügbar. Mir ist es Wurst, den trinken wir dann halt auf 2 Abende verteilt.
ziemlich unübersichtlich....
ziemlich unübersichtlich....

6.Tag, 09.10.19

Albo - Calvi, 93 km

Abendstimmumng am Strand
Abendstimmumng am Strand
Strand von Nonza
Strand von Nonza
Turm von Nonza
Turm von Nonza
Chefin
Chefin
Ile Rousse
Ile Rousse
Einmal mehr erwachen wir bei bestem Wetter, die Sonne scheint vom fast wolkenlosen Himmel. Wir stehen aber noch etwas im Schatten der Tamarisken und erstellen unser Frühstücksbuffet daher ein paar Meter weiter weg. Nachdem wir dann etwas später nochmal am Strand waren, die Sicht war heute besser als gestern brechen wir gegen halb 11 in Richtung Calvi auf. Bereits in Nonza halten wir kurz an um die kleine Kirche und das Wahrzeichen de Ortes den Turm zu besichtigen. Von dort oben hat man einen schönen Blick über die Küste des Cap Corse bis hinunter in den Golf von St.Florent.

Bis St.Florent folgen wir immer der Küste auf kurviger aber doch angemessen breiter Strasse. St.Florent durchfahren wir gezungener Massen ohne anzuhalten, überall ist Parkverbot für Wohnmobile siganlisiert. Am Ortsausgang entecken wir dann den Wegweiser zu einem Leclerc Einkaufszentrum und nehmen die Gelegenheit wahr unsere Vorräte aufzufüllen. In Calvi entdecken wir später noch viele weitere Einkaufsläden. Aber die Vergangenheit hat uns ja bekanntlich gelehrt, Gelegenheiten nicht auszulassen. Zurück auf der D81 gehts durch die "Balagne" eine raue Gegend, die mich wieder an die Mani in Griechenland auf dem Pelopenes erinnert. Überhaupt ist die Landschaft dem Pelopones ganz ähnlich, aber etwas gebirgiger. Die Steigungen sind zwar nicht ruppig aber es geht konstant in die Höhe. Mit dem Velo würde ich das lieben, diese "Schleicher", nur nicht dieses Jahr. Gian würde sagen "Carbon statt Kondition". Oben angekommen geht es nicht minder kurvig wieder hinunter, spontan hat es mich die Strasse an den Jaufenpass erinnert. in der "Ebene" angekommen treffen wir auf die T30, eine Art Schnellstrasse. Tatsächlich steigt unsere Durchschnittsgewindigkeit von knapp 40 km/h auf odentliche 70 Km/h und wir kommen flott vorwärts. Schon aus der Ferne shehn wir die "Ile Rousse" mit ihren Leuchtturm. Von hier sind es nur noch rund 25km nach Calvi, unserem Etappenziel. Der Camping "La Pinède" liegt am Rande der Stadt, wenige Schritte vom Meer entfernt, wie die meisten der Campingplätze die wir bisher gesehen haben. Wir checken für 2 Nächte ein und finden auf den gut belegten Platz, eine ordentliche Parzelle. Gemäss Rezeption ist die Innenstadt in 20 Min. zu Fuss zu erreichen, ich rekognosziere das aber lieber erst mit dem Bike, nicht das ich mich dann noch in die Nesseln setze. Nach der Erkenntnis das es wohl 20 Min. forschen Schrittes bedarf, meint Rosi das wir für eine erste Stippvisite das Rad nehmen sollten. Mittlerweile hat sich der Himmel etwas zugezogen und Wind ist aufgekommen, das hält uns aber nicht davon ab am Hafen ein Eis zu essen, vielmehr Rosi isst eines, ich beschäftige mich mit der hiesigen Bierkultur und gönne mir ein grosses "Pietra" vom Fass. Noch bevor wir dann später den Grill anschmeissen, hat sich unser Sonnenschein Liam für einen Facetimeanruf angekündigt. Leider ist die Verbindung schlecht, aber immerhin kann er seine Zeichnung die er heute gemacht hat zeigen. Nachdem die Verbindung zum dritten Mal abbricht, ver abschieden wir uns und wünschen dem kleinen Mann eine gute Nacht. Der Wind ist nun doch etwas unangenehm, auch wenn die Temperatur noch weit über 20 ° liegt. Damit das Essen nicht gleich auskühlt ziehen wir es vor im Womo zu essen und dazu einen Tropfen aus regionalem Anbau zu kredenzen. Ein vollmundiger Roter aus Sartène im Süden Korsikas. Für morgen ist Biken angesagt und am Nachmittag eine weitere Besichtigungstour in Calvi. Ich werde euch morgen berichten.

Balagne
Balagne

7. Tag, 10.10.19

Calvi - Calvi, 0 km

Plage de L`Alga
Plage de L`Alga
durch Wind und Wetter ausgehölte Steinbrocken
durch Wind und Wetter ausgehölte Steinbrocken
Es war eine unruhige Nacht, viel zu warm im Womo. Rosi hat wie ich darauf gewartet bis sein Gegenpart aufsteht um das Dachfenster zu öffnen. Da ich der Schwächere von und beiden bin, habe ich mich dann ihrgendwann aus dem Bett geschält und die Dachlucke geöffnet. Sofort war es angenehmer und der Schlaf holte uns wieder ein.

Der Wind ist auch heute noch immer da, mich dünkt er sogar stärker als am Vortag. Wir sind froh das die Sonne scheint, die mag man nämlich nun gut vertragen. Das Tagesprogram von heute sieht eine Biketour für den Papa und später einen gemeinsamen erweitereten Stadrundgang mit Zitadelle von Calvi vor, die haben wir gestern nämlich ausgelassen.

Meine Biketourzum Leuchtturm "Revellata" führt erst in die Stadt, ich denke noch "ach, ist das langweilig" aber kurz darauf führt mich das Navi auf einen Trampelpfad erst zur Küste hinunter und dann dieser entlang bis zur Plage de L`Alga. Von dort geht es dann stetig bergan, zeitweise muss ich das Bike schieben, aber lange nicht so wir beim letzten mal. Insgesamt ist alles recht gut fahrbar. Der Wind hier draussen auf der Landzunge ist extrem böhig, manchmal kann man sich kaum auf dem Rad halten. Beim Leuchturm gibt es dann einen kurzen Fotostop und weiter geht es dem Wanderweg entlang. Hier ist es eher ein Feldweg, aber ohne 4x4 kaum zu befahren. Anstelle direkt wieder nach Calvi zurückzufahren, fahre ich ncoh zur Chapelle Notre Dame de la Serra, die hoch über Calvi tront. Der Rückweg ist dann wieder wie geschaffen um mit den Bike herunter zu brausen. Aber Vorsicht, immer wieder gibt es tiefe, ausgewaschene Rillen im Weg und grosse Steine die einem wieder einbremsen. Nach 2 Stunden bin ich dann auch wieder pünktlich zurück für den nächsten Punkt in Tagesprogram.

Bei unserer Fahrt in die die Stadt erkennen wir, woher der beständige Motorenlärm kommt. Calvi ist Etappenziel einer Autorallye mit historischen Rallyewagen 2 grosse Parkplätze sind gefüllt mit Mechanikerteams welche die Wagen für die nächste Etappe fit machen. Mein Herz macht natürlich Freudensprüge ob des ungedämpften Motorenlärms. Natürlich muss ich das ausgiebeig fotografieren und die eine oder andere kurze Filmsquenz aufzeichen. Aber eigentlich wollten wir uns ja die Zitadelle anschauen, was wir dann auch wirklich gemacht haben. Wir haben gehofft das es dort eine paar verschwiegene Gässchen mit allerlei kleinen und noch verwiegernen Läden hat, doch leider Fehlanzeige. Hier ist gar nichts los, geöffnet hat nur die Kirche und eine einsamer Glacéverkaufstand. Das Beste ist aber die Aussicht auf die Stadt und den Hafen von Calvi. Nachdem wir uns die renovationsbedürftige Kirche angeschaut haben steigen wir die Treppen wieder hinab zur EInkaufpassage, nicht ohne zuvor nochmals einen Blick auf die Autos von der Rallye zu werfen.

Trotz des kühlenden Windes wollen wir uns das Eisessen nicht vergällen lassen und setzen uns in ein Eiscaffee. Für 13 Euro bekommen wir einen wahrhaft riesigen Eisbecher mit gefühlt 500g kleingeschnittenen Fruchststückchen. Jetzt wär aber etwas Sonne gut, mittlerweile fröstelt es sogar mich, hier im Schatten der grossen Sonnenschirme. Wir haben gesehen was wir sehen wollten und machen uns daher wieder auf den Heimweg, Rosi im strammen Gegenwind und motorischer Unterstützung voraus und ich im Windschatten hinterher. Blöderweise habe ich einen Teil der Bilder von heute gelöscht.... also werd ich euch die noch nachreichen müssen.

Leuchtturm Revallata
Leuchtturm Revallata
lecker.....
lecker.....

8. Tag, 11.10.19

Calvi - Plage de Caspiu, 63km

Blick auf unseren Strand
Blick auf unseren Strand
Letzte Nacht genau das Gegenteil, es ist recht frisch im Womo, Aussage mein Schatz... . Der Wind ist aber weg, was uns ganz recht ist, es war doch recht mühsam und ungemütlich. Also die Fotos hab ich noch nicht wieder... hatte aber heute unerwartet Gelegenheit neue zu machen. Doch dazu etwas später. Nach dem Spaziergang checke ich en francaise aus und hole mir noch 3 Baguette rustique im Laden zum Frühstück.

Wie gewohnt machen wir uns gegen halb 10 auf den Weg in Richtung Porto. Unser Ziel liegt etwa 20 Min vor Porto an der Plage de Caspiu bei Partinello. Ausser zwei Restaurants soll es da ausser Strand nicht geben, wir hoffen es. Erst mal zum entsorgen und Wasser auffüllen, das ist uns nämlich bei unserem Morgenkaffee ausgegangen. Alles ok bis aufs Wasser füllen, aus dem Schlauch kommt ein Rinnsal und ich muss die Taste gefühlte 50x drücken bis der Tank halbwegs voll ist. Aber dann ist ja gut und wir verlassen Calvi in Richtung Flughafen und den Pass Bocca Di Marsolinu immer D81 folgend. Wir kommen flott vorwärts, für einmal ist die Strasse nicht ganz so kurvig. Nach gut der Hälfte der Strecke gewahren wir viele, an der Strasse parkierte Autos, was ist den da los? Fischen im Fluss oder ein Unfall? Aha, des Rätsels Lösung liegt in der Tour de Corse Historique, der Autorallye von Gestern. Die fahren wie wir nach Porto allerdings mit massiv überhöhter Geschwindigkeit, aus dem Blickwinkel des Womofahrers. Die Strasse ist daher offiziell bis um halb zwei gesperrt. Wir machen das Beste draus, parken artig am Strassenrand und gucken uns das Spektakel aus der Nähe an. Es muss so kurz vor 13 Uhr gewesen sein, als einer der Fahrer eine Kurve falsch eingeschätzt hat. Wie wir später sehen konnten ist er anstatt scharf nach rechts abzubiegen geradeaus durch die Mauer und über die Brücke hinunter... Ihr könnt auch denken was das bedeutet, Neutralisation des Rennen und eine Stunde Verspätung auf die Marschtabelle. So gegen Drei gehts dann auch für uns weiter, wir folgen weiter der D81 durch eine wilde und raue Gegend wie wir sie selten gesehen haben.

Zwischendurch gibt es immer wieder Ausblicke über Meer und Küste, einfach sagenhaft. Wir finden fast keine Worte für die Schönheit der Landschaft. Korsika hat uns definitiv in ihren Bann gezogen. Nach extrem kurviger Fahrt bis nach Partinello gehts nicht weniger kurvig hinunter zu unserer Traumbucht. Wir teilen uns den grossen Platz vor dem Strand mit zwei weiteren Campern und einigen wenigen Tagesgästen die hier zum Baden hergekommen sind.

Zum Apéro besuchen wir das Restaurant am Platze welches noch geöffnet hat und fragen mal nach den Öffungszeiten der Küche. Die Chefin gibt bereitwillig Auskunft und meint das dei Küche offen sei, sobald wir kommen. Ich glaube sie hat heute schon einige Gläser des feinen Rosés genossen, auf jedenfall macht sich auf mich einen ebensolchen Eindruck. Ich denke wir lassen das Experiment auf uns zukommen und berichten Morgen was dabei herausgekommen ist.

Unterwegs
Unterwegs
SENSATIONELL.....
SENSATIONELL.....
Ja,.. auch Kühe lieben das Strandleben
Ja,.. auch Kühe lieben das Strandleben

9.Tag, 12.10.19

Plage de Caspiu - Olmento, 150km

Mhmmm, feines Flossentier
Mhmmm, feines Flossentier
schmal, schmaler, noch schmaler
schmal, schmaler, noch schmaler
Starten wir erst mal mit dem Experiment von gestern... Über alles gesehen ein durchaus gelungener Versuch. Wie erwartet war das Restaurant, sagen wir mal..., recht rustikal. Ebensolches gibt es vom Personal zu berichten. Zu Beginn werden wir gefragt ob wir Fisch wollen,.. was ich spontan bejahe. Die Chefin macht sich ohne weitere Worte vom Acker und kehrt einige Minuten später mit zwei schönen Doraden zurück. Auf Grund von Rosis Reaktion auf den rohen Fisch, versteht die gute Frau ziemlich schnell das für Rosi nur die filetierte Version in Frage kommt, für mich kommt das ganze Flossentier auf den Grill. Bis das Essen kommt vertreiben wir uns die Zeit mit einem kühlen Glas Roséwein. Von Beilagen war nicht die Rede, daher sind wir angenehm überrascht das es zum Fisch etwas Kartoffelgratin und ein feines Ratatouillegemüse gibt. Ich bin etwas aus der Übung beim zerlegen des Fisches, es sieht am Ende so aus als habe ich das gute Tier massakriert... Nach einem Pastis pour le Chef,.. das bin ich und einem Kastanienküchlein mit Vanillesosse für die Chefin, das ist mein Schatz, gehen wir zufrieden zurück zum Womo.

Am Morgen werden wir erst durch Schüsse geweckt und später durch den Betrieb am Strand. Die Spezialisten vom Vorabend manöverieren wieder ein Boot ins Wasser, was natürlich in erster Linie mit viel Autoverkehr am Strand einher geht.

Offensichtlich wird hier am Samstag die Wildsau gejagt. Hinauf zur Hauptstrasse begegnen uns zahlreiche, in Tarnbekleidung und mit Flinte bewaffnete Männer uind Frauen. Etwa auf halber Strecke liegt dannein erlegtes Tier.

Heute steht eine grössere Etappe bevor, Porto durchfahren wir lediglich und kurbeln immer der Küste und der D81 entlang bis Ajaccio, dem Hauptort von Korsika. Die Strecke ist über weite Strecken traumhaft schön, mir gehen so langsam die Adjektive für die Schönheiten Korsikas aus. Immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Steilküste mit den steilen Klippen eröffnen sich uns, sobald wir um die nächste Kehre fahren. Ein- oder zwei Fotostopps legen wir noch ein, sobald das Anhalten auf der schmalen Strasse möglich erscheint. Die geplanten 130 km ziehen sich bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 40km/h zäh in die Länge. Je weiter südlich wir auf der Insel kommen umso "lieblicher" wird die Gegend, die schroffen Felswände weichen sanften Hügelzügen, die wir auf weiterhin schmalen Strassen befahren. Unser Tagesziel liegt etwas vor Porto Pollo direkt am Strand, in einer Bucht. Der dortige Campingplatz ist echt schön gelegen und den Bildern im Netz zufolge in einer herrlichen Gartenanlage angelegt. Als wir am Ende der steilen Stichstrasse ankommen, sind wir überrascht ob der vielen parkierten Autos vor dem Campingplatz. Frohgemut schreite ich zur Rezeption um den Checkin vorzunehmen. Ich werde freundlich begrüsst, leider schliessen sie heute den Platz und warten nur noch bis die letzten Gäste gegangen sind. So ein Sch....., hier wäre ich gerne geblieben. Es hilft alles nichts, zurück zur Hauptstrasse und hinunter bis nach Porto Pollo, wieder nichts, der eine Camping hat ein Hundeverbot ist aber geöffnet, der Zweite ist bereits geschlossen. Da es hier in der Gegend kaum vernünftige Stellplätrze gibt sind wir auf einen Campingpaltz angewiesen, den einfach an die Strasse wollen wir uns doch nicht stellen. In Olmento, passend zur Olma Zeit in der Heimat, finden wir dann doch noch einen geöffneten Platz. Er liegt sehr schattig unter Pinien, der grosse Sandstrand ist gleich über die Strasse zu erreichen. Die Rezeption ist nicht besetzt, daher suchen wir uns ein Plätzchen das mehr oder weniger in der Sonne liegt. Denn trotz der Tagestemperaturen von 27°C wird es ohne Sonne ganz schnell kühl. Für morgen such ich uns dann noch ein neues Plätzchen, vielleicht direkt am Strand, damit wir nochmals zum Baden kommen.

10.Tag, 13.10.19

Olmento - Bonifacio, 73 km

Strand von Olmento
Strand von Olmento
ebenfalls in Olmento
ebenfalls in Olmento
tierischer Beobachter in Sartène
tierischer Beobachter in Sartène
Laden in Sartène
Laden in Sartène
im Hafen von Bonifacio, oben auf dem Felsen die Altstadt
im Hafen von Bonifacio, oben auf dem Felsen die Altstadt
mir wird schwindlig...
mir wird schwindlig...
U Diu Grossu
U Diu Grossu
Escalier de Roy d`Aragon
Escalier de Roy d`Aragon
Der Wetterbericht hat für heute nicht gerade das beste Wetter voraus gesagt, der Himmel soll bewölkt bleiben. Also genau das richtige Wetter für eine Stadtbesichtigung. Wir fahren heute darum bis nach Bonifacio, fast an der Südspitze Korsikas. Unterwegs gib es aber noch einen Stippvisite im nur 11 km entfernten Sartène mit seiner schmucken Altstadt. Da es sehr eng sein soll fahren wir gar nicht erst in die Innenstadt, sondern parkieren am Strassenrand auf der Zubringerstrasse zum Zentrum. Doch zuvor muss eine geschätzt 20%ige Steigung bezwingen. Leider muss der Car vor uns in der Kurve zurücksetzen und ich stehe mitten in der Steigung still, das kann ja heiter werden. Im Stile des Indianerhäuptlings "qualmende Kupplung" , meistern wir dann aber die Herausforderung doch noch, es stinkt aber ganz Übel nach Kupplung. Vor lauter "wie komme ich hier wieder weg" verpasse ich den Abzweiger und muss etwas Ausserhalb wenden um dann doch noch zum Parkplatz zu gelangen. Farino darf uns heute begleiten, es ist nicht so warm und wir planen ja nur einen kurzen Besuch. Das Zentrum ist recht überschaubar und die kleinen, hübschen Gässchen sind schnell einmal verspaziert. Wenn man die Museen auslässt braucht man keine Stunde dafür, aber auf jeden Fall sehenswert.

Nach Bonifacio sind es von hier noch knappe 60km und da wir nun der T... irgendwas folgen können, ist die Strecke recht entspannt zu fahren. Es wird zunehmend flacher und wir sehen die ersten grösseren Weide- und Ackerflächen seit wir auf Korsika angekommen sind. Kurz vor Bonifacio gelangen wir auf eine Art Hochplateaux, ich finde es gleicht etwa den Fijells in Norwegen, viel felsiges Gelände ohne Bäume und nur mit Buschwerk über wachsen.

Zum Übernachten haben wir den Camping, gleich am Ortseingang auserkoren, der ist zwar sehr klein und eng, aber dafür kommen wir zu Fuss in wenigen Minuten an den Hafen und somit in die Stadt. Für einen längeren Aufenthalt scheint es uns hier doch etwas zu "kuschelig" und wir werden daher nur über Nacht bleiben und uns morgen ein neues Plätzchen suchen. Nachdem wir uns platziert haben, machen wir uns auf den Weg in die Stadt.

Der historische Teil von Bonifacio liegt hoch über dem Wasser auf einem Kalksteinfelsen der ins Meer hinausragt, dieser bildet so einen natürlichen Hafen. Rund um das lebendige Hafenbecken befinden sich viele Restaurants und Souvenierläden, denen wir aber erst auf dem Rückweg unsere Aufmerksamkeit zu Teil werden lassen. Strammen Schrittes erklimmen wir den Kalksteinfelsen mit seinen Häusern, die bis auf den letzten Zentimeter, auf den teils überhängenden Vorsprüngen trohnen. Von hier hat man einen grandiosen Ausblick auf den Grain de sable oder U Diu Grossu wir es auf korsisch heisst, auf den riesigen Monoliten im Meer. Man hat hier auch einen schönen Überblick über die senkrecht abfallende Küste weiter gegen Süden hin, schade das das Wetter heute nicht so mitmachen mag. Die Sonne scheint nur zeitweise milchig durch die geschlossene Wolkendecke, trotzdem ist die Temperatur weiterhin angenehm warm. In der mittelalterlichen Stadt gibt es viele Gässchen mit kleinen Läden und Beizen zu entdecken. Überall begegnet einem "schwiizertütsch", es hat auch hie,r wie übrigends auf der ganzen Insel sehr viele Schweizer Feriengäste. Ich kann mich nicht entsinnen wann die Schweizer gegenüber den Deutschen je in der Mehrheit waren, hier ist es aber so.... Zu guter Letzt werfen wir auch noch einen Blick auf die "Escalier du Roy d`Aragon", die man gegen Bares gerne auch besteigen darf. Der Legende nach sollen im Jahre 1420 die Soldaten des Königs Alfonso von Aragon die Treppe während einer Belagerung innert einer Nacht in den Fels geschlagen haben. In Wirklichkeit diente die Treppe 2000 Jahre lang als Zugang zu den Trinkwasserstellen am Fusse des Felsens. Nun ist es Zeit langsam zum Womo zurück zu schlendern und Farino zu erlösen. Ich denke wir werden dann zum Abendessen nochmal an den Hafen gehen, ich hab noch immer keine Muscheln bekommen.....

11.Tag, 14.10.19

Bonifacio - Solenzara, 90km mit Umwegen

Bonifacio by night
Bonifacio by night
Mmmhh......
Mmmhh......
Strand von Palombaggia
Strand von Palombaggia
Meerblick inklusive
Meerblick inklusive
in den Bergen regnet es vermutlich...
in den Bergen regnet es vermutlich...
Ha,.. die Muscheln habe ich gestern noch bekommen. Der erste Gedanke war, das wir in der Pizzeria vor Ort zum Essen gehen, wir haben uns dann aber für den Hafen entschieden, schon wegen der Aussicht. In der Zwischenzeit hat auch die Wheel I im Hafen angelegt, ein riesige Jacht unter maltesischer Flagge die schon in Calvi vor Anker lag. Ein Protzkübel sondergleichen. Ich denke für das Geld was der Pot kostet, kriegt man auch zwei schmucke Anwesen am Zürichseeufer. Naja, uns solls egal sein, wir schlendern den vielen Restaurants an der Mole entlang und gucken uns die Speisekarten an. Wie immer sind wir um 19.00 Uhr recht früh unterwegs, entsprechend ist auch noch nicht viel los. Wir entscheiden uns dan für eine Beiz mit angegliedertem Fisch und Meeresfrüchtegeschäft, welches auch korsische Spezialitäten für meinen Schatz auf der Karte führt, und selbstverständlich auch Muscheln im Angebot hat. Für Rosi gibt es dann eine korsische Wurst, ähnlich unserer Schweisbratwurst, mit Pommes und für mich 1kg Miesmuscheln nach Art des Hauses mit viel Knoblauch. Zum Dessert gibt es dann noch ein Schokotörtchen mit Vanilleglacé. Zum Abschluss des gelungenen Abends schauen wir uns dann noch die französische Kömödie "Monsieur Claude und seine Töchter" Teil 2 auf DVD an.

Der Plan für heute hätte wie folgt gelautet: kurze Anfahrt zum Strand von Palombaggia, dann liegen lang an Sandstrand für 2 Tage. Ätsch,.. das war wohl nix. Schon das Wetter läd heute nicht zwingend zum Sonnenbaden ein, weil dazu müsste sie ja von Himmel scheinen. Zum 2. ist die Zufahrt zum Strand unserer Wahl mit einer Kette versperrt und zum 3. ist der nächste Stellplatz nicht direkt am Strand und unter einen dichten Pinienwald, was wir eigentlich auch nicht möchten. Also suchen wir weiter. Leider sind alle Zugänge zum Meer in der näheren Umgebung für Womo`s gesperrt und die Campingplätze welche noch in Frage kämen sind bereits geschlossen. So kommt es das wir am Ende auf dem Stellplatz von Solenzara, rund 20km nördlich von Porto Veccio, landen. Hier haben wir zumindest den Meerblick, aber mit Sonne ist nun wirklich nichts mehr, die Wolken stauen sich an den Bergkämmen hinter uns und wir schätzen das es dort sogar etwas regnen könnte. Wir können hier aber schön vor dem Womo sitzen und unseren Blick übers Meer schweifen lassen, denn die Temperaturen sind trotz bewölktem Himmel ganz passabel. Rosi wandert mit Farino etwas der Küste entlang und sammelt allerlei Schwemmholz und Steine für die Bastelstunden mit Liam, während ich mir gemütlich eine Pfeiffe anstecke. Morgen werden wir bis Aleria fahren, dort soll es nochmals eine Stellplatz am Strand geben und ganz wichtig,... eine Weinkellerei mit Degustationsmöglichkeit. Ich hoffe deas morgen auch die Sonne wieder zurückkehrt, sie war ein bisher zuverlässiger Begleiter auf unser Tour durch Korsika.

unser Nachbar...????
unser Nachbar...????

12. Tag, 15.10.19

Solenzara - Aleria, 53km

mystisch,.. nicht ??
mystisch,.. nicht ??
so schön kann man wohnen
so schön kann man wohnen
wie in jungen Jahren
wie in jungen Jahren
Der Text stimmt  natürlich wegen der "Zeitverschiebung" nicht mehr ganz.....

Gestern Abend hat sich dann noch der Mond so herrlich in Szene gesetzt, das ich nochmal mit der Kamera nach draussen gegangen bin um einige Fotos zu schiessen. Nachdem es in der Nacht 2 x leicht geregnet hat, steht am Morgen dann die Sonne am Himmel als meine Äuglein aus dem Fenster blizzeln. Also im Moment schaut es so aus als wenn sich unsere Hoffnung auf einen sonnigen Tag am Strand bewahrheiten könnte. Die Strecke von Solenzara nach Aleria ist kurz und über die T10 auch schnell zurückgelegt. Bereits vor dem Mittag kommen wir im Naturschutzgebiet von Aleria an.

Als erstes fahren wir ein stückweit dem Strand entlang um ein Plätzchen für uns zu finden. Da ich nicht weiss wie die Strecke weiter befahrbar ist, steigen wir aus und erkunden den Weg zu Fuss. Etwas entfernt von uns ist eine ältere Frau mit einen grossen Mastino ohne Leine unterwegs, in dem Moment da ichdenke ohoh, hat das Riesenvieh unseren Farino bereits entdeckt. Als er auf uns losstürmt kann Rosi Farino gerade noch von der Leine lassen, damit er Bewegungsfreiheit hat und sich zur Wehr setzen kann. Das "Ding" hat Farino sofort am Wickel und versucht sich in ihm fest zubeissen, die hilflosen Rufe der Frau sind wirkungslos und es entsteht ein wilder Kampf. Wir stehen hilflos der Situation gegenüber, das einzige was ich tun kann ist dem Vieh die Leine über den Rücken zu ziehen, auch das ohne Wirkung. Mittlerweile ist auch die Frau, bewaffnet mit einen Schirm am Ort des Geschehens eingetroffen und kann ihren Hund mittels kräftiger Schirmschläge von Farino trennen. Wir haben echt Angst um Farino gehabt, Gott sei Dank hat ihn sein dichtes Fell in vor den Beissattacken geschützt, er scheint unverletzt zu sein. Der Mastino hat wohl weniger Glück gehabt und trägt eine ordentliche Wunde in der Flanke davon, das ist mir aber im Augenblick grad schei.... egal. Puhh, was für eine Aufregung gleich zum Auftakt.

Nachdem wir uns etwas beruhig haben setzen wir die Suche nach dem erwähnten Plätzchen fort, Farino bleibt derweil im Womo. Die Dame hat ihr Vieh jetzt an der Leine und entschuldigt sich wortreich auf französisch, das kann sie sich...... Mittlerweile sind wir fündig geworden, ein hübscher Platz bei einer Tamariske nur wenige Meter vom der Brandung entfernt. Das Meer ist auch heute aufgewühlt und der Wind treibt die Wellen mächtig an. Nachdem wir uns eingerichtet haben, unternehmen wir einen schönen Spaziergang am Strand, die feine Gischt, das Salz und der Wind beschlagen unsere Brillen so starkt, das wir wie durch eine matte Scheibe schauen würden. Da Wogen sind grau, weiter draussen ist das Meer fast schwarz, das Wasser ist aber wärmer als es den Anschein macht. In der Zwischenzeit haben sich wieder dunkle Wolken zusammen gezogen und es tröpfelt etwas. Das Spiel wiederholt sich heute Nachmittag im halbstunden Takt, rein ins Womo, raus aus dem Womo, Regen, Sonne, Wind. So gegen Drei packe ich die Gelegenheit einer Sonnephase und stürze mich in die Fluten des Mittelmeers. Wahh, ist das nass, aber herrlich erfrischend ohne das es wirklich kalt wäre. Ich fühle mich ein bisschen in die Kindertage zurückversetzt, als wir am Strand von Jesolo auf solchen Wellengang gehofft hatten und uns dann stundenlang in die Wogen geworfen haben um uns dann wieder an den Strand tragen zu lassen. Rosi beobachtet mein Treiben von Strand aus und macht die Beweisfotos. Geduscht wird anschliessend hinter dem Womo, Rosi reicht mir Schlauch und Shampoo aus dem Badezimmerfenster, das funktioniert ganz ordentlich. Ich fühle mich gleich inspiert, und denke darüber nach ob es da nicht vielleicht eine Möglichkeit für eine feste Installation geben könnte... Winterarbeit! Ansonsten verbringen wir einen gemütlichen Nachmittag mit lesen und faulenzen, wer hätte das nach diesem Start gedacht.

zur blauen Stunde
zur blauen Stunde

13. Tag, 16.10.19

Aleria - Calvi - Bastia, 140km

Place Paoli
Place Paoli
Geburtshaus von Napoleon Bonaparte, sofern ich das richtig übersetze..
Geburtshaus von Napoleon Bonaparte, sofern ich das richtig übersetze..
Innenhof, etwas versteckt
Innenhof, etwas versteckt
schöne Ecke in Corte
schöne Ecke in Corte
ein Blick in die Kirche muss noch sein..
ein Blick in die Kirche muss noch sein..
Auf der benachbarten Militärbasis wurde noch bis in den späten Abend geübt. Immer wieder sind Superpuma Helikopter über uns hinweg geflogen oder wir hörten aus der Ferne Maschinengewehrsalven. Mit starken Scheinwerfern wurde das Meer abgesucht und hat von aus aus recht gespenstisch ausgeschaut, wie wenn jemand unter Wasser mit einer Lampe herumirren würde. Zur Schlafenszeit war dann aber Ruhe und nur die weiterhin starke Brandung war zu hören.

Einmal mehr erwachen wir bei strahlendem Sonnenschein und wir können draussen Frühstücken, was heisst alles wieder ausräumen...., naja ich hab ja Übung von gestern. Selten war das Frühstück so wichtig wie heute, denn unser erster Punkt auf der heutigen Traktandenliste ist die Weindegu gleich vor Ort bei der Weinbaugenossenschaft. Wir staunen ob der Vielzahl der angebotenen Weine und der günstigen Preise wegen. Wir werden nett in einem französisch-englisch Gemisch beraten und bekommen auch alle Weine zum degustieren gereicht. Nach der Nr. 4 muss ich dann passen, schliesslich wollen wir ja noch etwas weiterfahren. Wir einigen uns auf einen schönen Roten aus den Grenache Trauben, dieser Tropfen soll typisch für die Gegend hier sein. Wir decken uns mit 12 Flaschen ein und hoffen das er zu Hause dann auch noch so fein schmeckt wie heute Morgen um 10.00 Uhr.... Für heute haben wir einen Abstecher nach Corte, der einzigen Universitätsstadt in Korsika, geplant. Eigentlich war auch vorgsehen in der Gegend zu übernachten, leider sind die Campingplätze bereits alle geschlossen und die Stellplätze dünn gesäht. Wir fahren jetzt mal da hinauf und schauen dann weiter.

Es ist deutlich kühler hier oben auf knapp 450 m.ü.M.. Corte liegt auf einen Hochplateaux umgeben von den höchsten Gipfeln Korsikas, diese reichen bis auf eine Höhe von 2700m und sind sehr imposant anzuschauen. Es soll auch ein herrliches Wandergebiet sein, wenn man denn ein Wandervogel wäre.. . Erst kaufen wir am Stadtrand noch ein, schliesslich brauchen wir ja noch Vorräte für den Rest des Urlaubs, bevor wir uns auf die schwierige Suche nach einer Parkmöglichkeit machen. In der Tat umrunden wir den ganzen Ort bis wir ein Plätzchen für unser Womo finden, der einigermassen in Gehdistanz zum Zentrum liegt. Corte, naja viel gibt es da eigentlich nicht zu sehen und ist schnell einmal erkundet. Die Gebäude sind arg vernachlässigt und die meisten stark renovationsbedürftig, den einen oder anderen Balkon würd ich auf jeden Fall nicht mehr betreten. Aber da wir schon mal hier sind und es gerade Mittagszeit ist setzen wir uns in eine Pizzera auf dem Place Paoli mit der gleichnamigen Statue, und putzen eine Pizza auf der Piazza weg. Inzwischen ist auch der Entschluss gereift das wir ans Meer zurückkehren und die letzten Tage auf Korsika etwas südlich von Bastia auf dem Camping San Damiano verbringen. Dieser liegt auch für die Fährabfahrt am Samstag günstig und ist vorallem auch noch geöffnet. Die Fahrt dorthin führt uns nochmals durch die Berge der Insel bevor wir unvermittelt in der Ebene am Meer ankommen. Hier ist wieder ganz schön was los und der Verkehr und das Gedränge auf der Strasse ist gross. Den Platz finden wir dann problemlos und suchen uns eine Parzelle ganz vorne am Strand aus. Da es nun wohl nichts mehr Spannendes zu erzählen geben wird schliesse ich den Reiseblog aus Korsika mit einem Fazit ab.

Korsika ist definitiv eine Reise wert, das nächste Mal würden wir sicher ein paar Wochen früher reisen wollen, da vorallen die Campingplätze mehrheitlich schon geschlossen haben. Entsorgung ist meist nur auf diesen möglich und ich würde nur ungern einfach irgendwo in der Pampa den Hahn öffnen. Am Besten hat uns das Cap Corse gefallen, mit seiner wilden Natur und die Westküste bis Ajaccio. Wer grosse Sandstrände sucht ist an der Ostküste gut bedient und wird sicher etwas passenden finden. Bei nächsten Besuch werden wir sicherlich mehr Zeit für die Bergregionen im Innern der Insel aufwenden. Von den Städten die wir besucht haben hat mir Bonifacio und Calvi den meisten Eindruck gemacht, hier lässt sich ausgezeichnet schlendern und shoppen. Bastia werden wir uns vermutlich dann morgen noch anschauen, vielleicht revidiere ich dann meine Meinung nochmal... schön das ihr dabei wart, bis zum nächsten Jahr.

14.Tag, 17.10.19

Bastia, 0 km