Entlang dem Jakobsweg 2019

14.04.2019

17.05.2019 - 07.06.2019

Schon bald ist es soweit, bis dahin ist aber noch einiges vorzubereiten. Erst ist der Gastest noch dran, dann am 24.04 muss unser Womo noch zur MFK. Wenn alles klappt können wir uns dann auf unsere Reise konzentrieren. Diese hat aber keinen religiösen Hintergrund, uns hat v.a. der Film von Hape Kerkeling, "Ich bin dann mal weg" auf den Geschmack gebracht. Einzigartige Aufnahmen von Land und Leuten und das Lesen von verschiedenen Reisebüchern haben uns endgültig überzeugt den Jakobsweg zum "Aufhänger" unserer Frühjahrsreise zu machen.

Um die geplante Route zu sehen, einfach aufs Foto "klicken"

12.05.19

Gastest o.k, MFK o.k., neues DAB Autoradio eingebaut, GPS Tracker eingebaut. Was jetzt noch rein muss, ist der neue Ladebooster von Schaudt, mal sehen ob die Zeit vor der Abfahrt noch ausreicht, ansonsten muss das bis nach unserer Rückkehr warten. Aber den Truma Monocontrolblock fürs Gas möchte ich schon noch einbauen (die alte Duocontrol ist den Gastest zum Opfer gefallen), sonst muss ich den Gashahn immer zudrehen wenn wir unterwegs sind. Da muss ich dann wohl noch zum Gashändler um die passenden Anschlüsse und Schläuche zu besorgen.

Au ja, ganz wichtig, die SIM Karte ist eingetroffen. Ich hab die Karte zum 1. mal nicht mehr bei Simlystore bestellt, bei www.prepaidzero.com bekomme ich für den gleichen Preis doppelt soviel Datenvolumen (6GB / 90 Tage für 40 Euronen)  Um den Verbindungsproblemen der letzten Reisen vorzubeugen und so die Nerven von mir und v.a. auch von Rosi zu schonen, haben wir Hotspot gleich getestet, alles i.O. Gott sei Dank, ein Stossgebet zum Himmel.

Wenn alles glatt geht, werden wir schon am Donnerstag Abend aufbrechen. Entsprechend habe ich unsere Route nach Spanien noch in andere Etappen unterteilt, kommt ganz drauf an wie weit wir am Donnerstag noch kommen oder mögen. 

Also schaut ab dem 17.05 immer mal wieder rein, ich freue mich euch über all die Unzulänglichkeiten, Pleiten, Pech und Pannen auf dem Laufenden zu halten.

bis dann lg Jörg und Rosi

16.05.19

Niederbüren - Baume les Dames, 288km

Letzter Arbeitstag, noch die wichtigsten Pendenzen erledigen oder liegen lassen, schwere Entscheidung.... Das wichtigste zuerst, mein 1.Gang zum Gashändler hatte einen 2. zur Folge. Gewinde links und rechts in Zoll oder metrisch das ganze noch in Fein oder Grob.. ich krieg die Krise. Da wir auch bei meinem 2. Besuch nicht das passende zusammen bekommen muss ich das wohl selbst in die Hand nehmen. Also ab in die Lehrwerkstatt, falscher Nippel mit richtigem Gewinde kurz abgeschnitten, passendes Röhrchen zuschneiden und auf passendem Gewinde sauber verlöten,... passt. Ich hab allerdings die Unterstützung des Lehrlings in Anspruch genommen, Danke für die Hilfe. 

Es ist schon fast 16.30 Uhr als wir endlich aufbrechen um am ersten Stau in Zürich teilzunehmen, wir schaffen es gerade noch rechtzeitig und dürfen bereits auf Höhe des Glattzentrums in die Reihe stehen... Allerdings geht es recht flüssig vorwärts, wir sind etwas enttäuscht und hoffen auf die Region Basel. Wir haben Glück und brauchen für die 15 km vor der Grenze nach Frankreich fast 1 Stunde, wir sind happy. Kurz nach dem wir auf der französischen Autobahn sind überfällt mich ein dringendes Bedürfnis, und weitere 5 km bereits wieder. Mein Gott muss das sein. Mein Gedärm beruhigt sich aber wieder als ich ihm mitteile das wir uns im Urlaub befinden und ein wenig Nervosität ganz normal ist, wenn plötzlich die Anspannung der letzten 5 Monate abfällt. Ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir gegen etwas 19.30 Uhr unseren ersten Übernachtungsplatz in Baume les Dames in der Nähe von Besançon, gleich am Doubs gelegen. Für 10 Euro gibt es einen Platz mit Aussicht auf den Kanal und Strom für unser Womo. Morgen geht es dann weiter, mal sehen wir versuchen es mal mit der Landstrasse, so sehen wir nicht nur Lärmschutzwände und LKW`s.

17.05.19

Baume les Dames - Confolens, 580km

Die Sonne scheint zwischen den wenigen Wolken hindurch. Nach einer recht kühlen Nacht ( ich hab sogar die Wolldecke gebraucht! ) geht's auf einen Spaziergang dem Doubs entlang. Dieser wird uns heute noch einige Male begegnen. Bevor wirklich losfahren müssen wir im Dorf bei Super U noch tanken, Diesel und LPG gibt es da zu guten Preisen, einkaufen müssen wir ja eh auch noch. Wie geplant meiden wir heute die mautpflichtigen Autobahnen und wollen so etwa 550km zurücklegen. Bis nach Dole ist das noch recht mühsam, da wir gefühlt durch jedes Dorf fahren und in den Vorstädten doch mächtig Verkehr herrscht. Aber nachher ist es doch recht angenehm zu fahren, die Strecke ist häufig 4-spurig ausgebaut und es ist kaum Verkehr, auch die Kreisverkehre halten sich in Grenzen. Die Landschaft ist ebenfalls recht abwechslungsreich und reicht von grossen Ebenen nach Dole bis zu kupiertem Gelände, mal mit dichtem Wald, mal mit weiten Feldern. Spannenderweise wechseln die Kühe ihre Fellfarbe je weiter wir nach Westen kommen, von Anfangs fast weiss zu hellbraun. Also wenn man nicht in Eile ist kann ich die Stecke wirklich empfehlen, wir haben schätzungsweise 1,5 Std. mehr gebraucht als wenn wir die schnellste Route genommen hätten, allerdings wären wir dann auch ca. 60 Euro ärmer..., gibt ein gutes Nachtessen. So gegen 17.30 Uhr landen wir auf den Camping des Ribiéres in der Gemeinde Confolens, ca. 25 km westlich von Limoges. Der Platz ist schön am Fluss Venant gelegen, es ist ncoh nicht viel los und wir können uns den Platz direkt am Fluss aussuchen. Kurz nach dem Nachtessen holt uns auch der Regen ein der uns schon den ganzen Nachmittag begleitet hat. Naja zum Grillen hat grad noch gereicht. Jetzt überlegen wir uns ob wir morgen direkt nach Pamplona fahren sollen oder erst noch an die Atlantikküste von Biarritz, mal sehn, das entscheiden wir morgen spontan.

18.05.19

Confolens - Biarritz, 392 km

Confolens
Confolens
unterwegs
unterwegs
stürmischer Atlantik
stürmischer Atlantik

Es hat die ganze Nacht hindurch geregnet. Erst gegen Morgen lässt es nach und als ich mit Farino das Städtchen besichtige nieselt es nur noch leicht. Einen Bäcker finde ich nicht, vermutlich bin ich wie meistens in die falsche Richtung gelatscht oder aber daran vorbei gegangen.... Wir beschliessen das unserer heutiges Ziel Biarritz an der französischen Atlantikküste ist. Das Wetter ist zwar auch nicht gerade das Gelbe vom Ei aber es ist doch noch einige Grad wärmer als in Pamplona wo wir dann morgen hin wollen. Es ist etwa später als zehn als wir aufbrechen, wir haben noch entsorgt und Wasser aufgefüllt, so wir gerüstet. So geht es zur Autobahn, natürlich auch heute Mautfrei ;-). Heute gehts tatsächlich mehrheitlich auf 4-spuriger Autostrasse gen Südwesten. Der Regen ist auch heute unser ständiger Begleiter, mal scheint die Sonne kurz zwischen den dunkeln Wolken hindurch, mal regnet es wie Sau. Bis auf die letzten Kilometer durch Bayonne und rein nach Biarritz läuft es wie an Schnürchen. Heute ist doch einiges mehr an Verkehr unterwegs, man merkt das wir uns auf der Hauptroute nach Spanien und natürlich nach Bordeaux befinden. Den Stellplatz in Biarritz finden wir auf Anhieb. Dieser ist recht gut besucht, es hat aber genügend Platz auch für uns. Nachdem wir uns installiert haben machen wir einen kurzen Spaziergang zum Strand, der sich nur 300m von unserem Stellplatz entfernt befindet. Es stürmt ganz mächtig und die Brandung ist eindrücklich. Leider schifft es grad so richtig und wir brechen unseren Rundgang ab bevor wir völlig durchnässt sind. Selbst Farino ist nicht traurig als wir ins Womo zurückkehren. Wir planen heute Abend auswärts zu speisen, kommt aber noch auf den Regen an, denn es ist schon ein kleines Stück zu Laufen bis zum Zentrum. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit Blog schreiben und mit TV schauen...

19.05.19

Biarritz - Pamplona, 99km

Der Regen hat uns auch diese Nacht begleitet, ich kann mittlerweile ca. 10 Arten von Regen unterscheiden... Immer wieder erwachen wir weil es so laut aufs Dach trommelt das man einen Gehörschutz brauchen könnte. Zum Spaziergang hört es aber endlich auf und die Pausen zwischen den Schauern werden länger. So können ich und Farino doch noch einen längeren Rundgang der Küste entlang machen ohne das wir völlig durchnässt zurückkehren. 

So gegen 10 Uhr starten wir nach Pamplona, unserem ersten Stop in Spanien. Für die knapp 100km brauchen wir gerade mal 1,5 Stunden und die Strasse führt uns hinauf auf die Westausläufer der Pyrenäen, dabei kreuzen wir mehrmals einen Fluss welcher wegen des Regens Hochwasser führt und das Ufer an vielen Stellen überflutet hat. Den Stellplatz in Pamplona finden wir rasch, er liegt sehr günstig etwas unterhalb der Altstadt am Fluss Arga. Ausgerüstet mit Schirm und Regenjacke machen wir uns schon vor dem Mittag auf Pamplona zu erobern. Obwohl Sonntag ist nicht all zu viel los in der Stadt, ich glaube auch das nicht viele Touristen um diese Jahreszeit Pamplona besichtigen, dies wird wohl eher zur Zeit des Festes San Fermin Anfang Juli der Fall sein. Dann werden zu Ehren des ersten Bischofs von Pamplona die Stiere durch die Stadt getrieben. Das Fest geht bis ins 14Jh. zurück und der Höhepunkt sind dann die Stierkämpfe in der Arena. Man kann wohl ob des blutigen Schauspiels geteilter Meinung sein, der Brauch ist aber tief in der Tradition verwurzelt. Wir lassen es uns jedoch nicht nehmen der Arena einen Besuch abzustatten und machen einen Rundgang mit Audioguide in Deutsch. Deutsche Touristen scheinen hier eher eine kleine Gruppe zu bilden, man sieht kaum Schautafeln oder Speisekarten in Deutsch, aber Englisch funktioniert ab gut. Die Arena ist die grösste ihrer Art in Spanien und weltweit die 3. Grösste, sie fasst ca. 19500 Zuschauer. Auf unserer Tour sehen wir auch die Stallungen in welchen die Stiere und Pferde die Stunden nach der Hatz und vor dem Stierkampf verbringen. Dort werden die Stiere werden vor dem Kampf nummeriert und den jeweiligen Quadrillas zugelost. Nebst den obligaten Kirchenbesichtigungen laufen wir uns die Füsse in der Altstadt wund. Die Bars und Kneipen sind nun gut besucht, die Menschen stehen oder sitzen trotz des miesen Wetters draussen und geniessen ihre Tapas, welche hier Pixos heissen, in fröhlicher Gesellschaft. Uns plagt mittlerweile auch der Hunger und wir suchen uns ein Restaurant wo wir sitzen können und eine Bedienung nach unseren Wünschen fragt. Für eine Bestellung an der Bar in Spanisch bin ich noch nicht soweit. Unsere Wahl fällt auf das Katuzarra, hier hängen wir fast überall die Schinken von der Decke und es reicht herrlich nach Grill und geräuchtem. Wir lernen sogleich unsere erste Lektion, die Vorspeisen sind so gross das sie für mehrere Personen reicht, es braucht also nur einen Salat, den haben wir nicht mal zu Zweit fertig bekommen. Brot und Bedienung sind nicht inbegriffen und kosten extra, sind aber lecker ( ich meine natürlich das Brot ;-) ). Dazu geniesst man ein Glas guten Wein, zum Glück haben wir nur ein Glas bestellt. Der hat mächtig Umdrehung und wir sind mit unserer Besichtigung ja noch nicht am Ende. Nachdem wir uns fürs Abendessen in einem Geschäft mit lokalen Spezialitäten und einer Flasche Wein eingedeckt haben, gehen wir noch zur Zitadelle, einer riesigen Befestigungsanlage aus den 17Jh.. Diese ist, wie übrigens auch die Stadtmauer sehr gut erhalten und erzählt viel über die wichtige Rolle Pamplonas am Übergang der Pyrenäen in der Vergangenheit. Ach so, ganz vergessen, mittlerweile ist es trocken und zwischendurch lugt die Sonne heraus. Das und der Wetterbericht lassen uns hoffen.

20.05.19

Pamplona - Arguedas - Logrono, 165 km

Arguedas
Arguedas
Brandenas Reales
Brandenas Reales
allerlei Getier
allerlei Getier

Endlich ist sie da, die Sonne. Der Himmel ist zwar noch bedeckt, aber das Blau überwiegt. Das Brot fürs Frühstück kommt heute von der Tanke gleich nebenan, schmeckt aber trotzdem. Bei der Ausfahrt aus dem Stellplatz erkennt die Kamera meine Autonummer nicht, hab ich eigentlich erwartet. Also flugs das HILFE Knöpfchen gedruckt und schon bekomme ich in gutem Englisch die Fragen gestellt. Nach wenigen Sekunden öffnet man mir das Tor und wir können ausfahren. Wir haben gestern beschlossen das wir heute zuerst in die Barderas Reals fahren, eine Halbwüste 100 km südlich von Pamplona. Dort wurden etliche Spagetti Western gedreht, man könnte meinen, man sei in Arizona. Es ist eine eindrückliche Gegend welche man auf einer Runde von knapp 34 km entdecken kann. Bevor aber ins Naturreservat fahren machen wir kurz zuvor einen Zwischenhalt in Arguedas, einem kleinen Städtchen am Eingang zum Reservat. Dort haben vergangene Generationen ihre Behausungen in den Sandstein gehauen, ganz ähnlich wir das im letzten Frühjahr in Matera in Italien gesehen haben, nur ein ganze Nummer kleiner. Nach einer kurzen Besichtigung, das dauert keine halbe Stunde, fahren wir zum Besucherzentrum und holen uns dort einige Tips und die Karte zum Park. Die Route führt über eine mehr oder weniger gute Schotterpiste 34 km rund um die sehenswerten Felsformationen. Das ganze Naturreservat ist um einiges grösser als das was man mit dem Auto erkunden kann und wird teilweise auch Landwirtschaftlich genutzt. Zwischendurch machen wir Rast und essen einen kleinen Happen und trinken einen leckeren Espresso bevor wir den Rest der Runde unter die Räder nehmen. Ursprünglich wollten wir auf den Stellplatz in Arguedas übernachten, aber uns steht der Sinn nach einer warmen Dusche und so beschliessen wir bereits heute nach Logroño zu fahren und dort den Campingplatz unsere Aufwartung zu machen. Es nur knapp 100 km bis zum Hauptort des Rioja, er liegt direkt am Ebro und ist ein bekannter Ort auf dem Jakobsweg. Nachdem wir uns eingerichtet und frisch geduscht sind gehen wir in die Altstadt ein bisschen bummeln. Ahh,.. wir Schweizer,.. um 18.00 Uhr ist doch noch tote Hose. Die vielen kleinen Bar öffnen zumeist erst etwa ab 19.00 Uhr, zum Abendessen brauchts du vor 20.00 Uhr gar nicht zu gehen. Naja, wir werden uns schon noch daran gewöhnen. Heute kochen wir eh selbst und da bestimmen wir um welche Zeit. Unser Platz liegt leider doch sehr im Schatten, mal sehen ob wir noch draussen essen können, schön wärs ja.

hoffentlich fällt der nicht runter...
hoffentlich fällt der nicht runter...

21.05.19

Ruhetag in Logrono, 0 km

Hotel Marquez de Riscal
Hotel Marquez de Riscal
Blick ins Rioja
Blick ins Rioja
Fürs Abendessen war dann gestern doch zu zügig und zu kühl, also haben wir drinnen gespeist. Da wir ganz schön in den Bäumen stehen ist`s auch nichts mit SAT TV. Also war Lesen angesagt, Bücher sind ja ausreichend an Bord. 

Trotz Sonne schon am Morgen ist es noch zu kühl um draussen zu Frühstücken. "Susi" hat kalt. Ich hab mir mal eine Stecke fürs Radfahren heraus gesucht, ich denke ist wieder an der Zeit sich etwas Bewegung zu verschaffen. Die Runde hat knapp 60 km und sollte doch zu schaffen sein ohne das ich nachher im Sauerstoffzelt liegen muss. Also starte ich um 10 Uhr nach Laguardia, Elciego und zurück. Tja, das mit dem Sauerstoffzelt wäre jetzt schon ganz hilfreich, jetzt rächt sich der Müssiggang der letzten Wochen... Die rund 20 km nach Elciego haben es in sich. Knackige Steigungen und ein strammer Gegenwind lassen mich ganz schön schwitzen, obwohl es noch recht kühl ist. Laguardia lasse ich rechts liegen und steuere Elciego an, wo ich einen Blick auf das von F.O.Gerry entworfene Hotel der Bodega Marques de Riscal werfe. Da es ein Besucherzentrum mit Laden hat, riskiere ich einen Blick hinein. Als dann vereinbare ich mit der freundlichen Dame am Empfang gleich einen Termin für eine Führung durch die Anlage mit anschliessender Degustation für morgen um halb 11.. Ich denke das geht schon, gut Frühstücken dann passt das. Auf dem Rückweg folge ich stur der gespeicherten Route zurück nach Logrono und finde mich kurze Zeit später auf der Autostrasse. So ein Schei.... Bei nächster Gelegenheit stemme ich das Rad über die Leitplanke und folge der Parallelstrasse welche dann 2 km wieder auf die Autostrasse führt. Also kurzentschlossen auf die Schotterpiste des Jakobsweges ausgewichen, hei ist das ein Betrieb hier. Einzelgänger und ganze Gruppen kommen mir entgegen, Asiaten mit Mundschutz ebenso wie Wanderer mit Hund und ohne Hund, allen ist gemeinsam das sie recht verbissen dreinschauen. Es kommt mir vor wie im September am Sonntag im Alpstein.... Langsam komme ich unserem temporären Zuhause näher, verfahre mich aber in Stadt mehrmals und brauche deshalb doch etwas länger bis ich zurück bin. Ein Sauerstoffzelt brauche ich zwar nicht, aber nach dem Siegerbier ( ich habe meinen inneren Schweinehund überwunden ) muss doch ein kurzes Schläfchen her. Meine bessere Hälfte sonnt sich derweil und liest in ihrem Buch, Farino döst am Schatten, ganz so muss Urlaub aussehen. Bevor wir heute gegen Abend in die Stadt gehen muss ich noch die Opfer der gestrigen Rumpeltour durch die Wüste beseitigen. Das Radio und der Tempomat haben den Geist aufgegeben, tatsächlich hat es einen Kurzschluss gegeben weil eine Isolierung von einem Kabelschuh verrutscht ist. Nach dem Austausch der Sicherung funktioniert der Tempomat wieder, nur das Radio will nicht so recht. Leider habe ich keine Kleinsicherung dabei welche sich an der Rückseite des Radios befindet. Naja, ich werd mal zusehen das sich beim nächsten Tankstop eine finden lässt. Um halb sechs machen wir uns auf den Weg in die Stadt, wir wollen noch die Markthalle und die Kirche besuchen und anschliessend etwas Essen. So ab Acht sollte das doch möglich sein. Denkste, vor Neun ist da nichts zu wollen. Leider können ja die Spanier nichts dafür das sie so spanisch sind, sonst hätte ich jemanden zum rüffeln. Also bleibt es an mir hängen, an mir und unseren Gewohnheiten. Naja nach längerem hin und her haben wir wenigstens die Markthalle in 4ten Anlauf gefunden. Da es schon bald 19.00 Uhr ist, sind nur noch die Metzgereien geöffnet, für Gemüse und Früchte müsste man wohl am Morgen kommen. Wir finden aber dennoch Mitbringesel kulinarischer Art und haben nun noch eine Tasche mehr zu tragen. Ach ja, fast hät ich`s vergessen die Kathedrale von Logrono haben wir auch noch von innen angeschaut. Mächtig prunkvoll, ich bin beeindruckt. Trotzdem treibt uns jetzt der Hunger nach Hause, bis Neun mögen wir nicht warten und müssen halt etwas improvisieren, denn der Kühlschrank ist leer.


22.05.19

Logrono - Burgos, 

Ausgerechnet heute wo wir wohl den einzigen fixen Termin in den Ferien haben, verschlafen wir. D.h. es ist schon halb 9 als ich die Äuglein öffne. Kein Grund zur Panik, aber dennoch jetzt muss es Schlag auf Schlag gehen. Natürlich sind wir immer noch 20 Min. zu früh in Elciego in der Bodega Marques de Riscal und haben daher Gelegenheit uns im Shop etwas umzusehen bevor es auf die Führung geht. Zuerst gibt es ein Video über die Geschichte des Weingutes von 1862 - heute. Das Weingut bewirtschaftet 5000ha, wovon 500 ha eigenes Land ist, der Rest ist vertraglich mit dem Weingut verbunden. Es werden jählich 5`000`000 Flaschen Wein abgefüllt. Sämliche Trauben werden von Hand gelesen, also keine Maschinen. Die Führung dauert rund 90 Min. und ist sehr aufschlussreich auch wenn sie in Englisch ist. So erfahren wir, das von den besten Weinen des Gutes nur bei guten Jahrgängen produziert wird und dieser min. 5 Jahre gelagert wird, beim Riserva sind es immer noch min. 3 Jahre, nur der Chiranza wird weniger als 2 Jahre gelagert bevor er in den Verkauf geht. Für die Riserva Weine, also die beste Qualität werden Fässer aus französischer Eiche verwendet, für die günstigeren Weine kommt das Eichenholz aus Amerika. Es gäbe an dieser Stelle noch vieles zu erzählen, dochn ich möchte nun auf die Degustation kommen, den besten Teil dieses Ausfluges... Als erstes wir uns ein Weisswein zum probieren geben, der kommt allerdings nicht aus dem Rioja, sondern weiter südlich. Er schmeckt fruchtig und leicht, der passt sicher zu einem Apéro oder so. Dann gibt es eine Glas vom Riserva, dem populärsten Wein des Gutes, aktuell ist der 2014 im Angebot. Ein typischer Vertreter des Rioja`s, schöne Tanine, Fruchtnoten von Pflaumen und dunkeln Beeren, und einen schönen langen Abgang,... ( wie ihr seht habe ich gut aufgepasst! ). Nach der Verkostung gehts ans Eingemachte, Wineshopping ist angesagt. Nach dem Einkauf bekomme ich gleich einen Sackkarren gestellt um den Einkauf zum Womo zu transportieren, und muss erst mal sehen wie ich den sicher verstaue. Aber solche Dinge löse ich ja mit links.

Weniger Erfolg habe ich dann auf dem Weg nach Burgos, unser Navi führt mich wieder einmal mitten durch ein Dorf, bis es nicht mehr weiter geht. Ein freundlicher Spanier hilft aber beim Rückwärtsfahren und weist mir den Weg. Muchas Grazias. Wir meiden trotz der unangenehmen Erfahrung die Autobahn und fahren auf der paralellen Hauptstrasse in Richtung Burgos. Nach ca. 40 km verlassen wir das Rioja Gebiet und die Reben werden weniger, dafür wird wieder Ackerbau betrieben und grosse weite Felder bestimmen die Landschaft. 

Burgos liegt auf einem Hochplateau, ich glaube es müssten ca. 800 müM sein und hat rund 170`000 Einwohner. Bekannt ist Burgos für seine Kathedrale welcher wir heute gegen Abend noch unsere Aufwartung machen werden. Wir parken auf dem Stellplatz von Burgos, einem grossen Parkplatz ohne Alles und gehen erst mal im nahegelegenen Einkaufszentrum unseren Vorrat an Lebensmittel aufstocken. 

Als wir um 18.00 Uhr in die Stadt aufbrechen wissen wir noch nicht das die Kathedrale nur bis halb 7 geöffnet ist. Ergo kommen wir 10 Minuten zu spät, das sind die die wir am Morgen verpennt haben... Naja eine kleinen Blick können wir schon durch die Hintertür erhaschen, das muss uns wohl reichen, weil ich habe keine Lust morgen, nochmal die 40 Min. Fussmarsch zu machen. Gegen Acht knurrt uns der Magen und wir gehen zurück. Im Einkaufszentrum gibt es zu jeder Tageszeit was zu futtern und das werden wir jetzt machen. Wir wählen das Menue del Dio, inkl. Dessert und einer Flasche Wein für umgerechnet 35.- Fr. für Beide!! Wenn das mal kein Sparmenue ist.

23.05.19

Burgos - Léon, 231 km

Wir verbringen eine ruhige Nacht mitten in Burgos, nur gegen drei Uhr in der Nacht lärmt die Müllabfuhr als sie den Container in der Nähe unseres Platzes leert. Nachher ist wieder Ruhe. Um neun öffnet das Einkaufszentrum, eigentlich wollte ich zum Bäcker in der Halle, der hat aber noch geschlossen. Also hole ich die Frühstücksbrötchen halt im Supermarkt. Heute wollen wir wieder etwas Strecke machen, wir fahren nach Leon, wo eine Besichtigung der Altstadt und der Kathedrale auf dem Programm steht. Kurz nach Burgos ändert sich die Landschaft, weite Ebenen mit intensiv landwirtschaftlicher Nutzung bestimmen das Bild. Soweit das Auge reicht nur leicht welliges Land ohne nennenswerte Erhebungen. Wir kommen trotzdem wir die Autobahn meiden wie der Teufel das Weihwasser, ganz flott vorwärts. Das habe ich ja auch noch nicht erwähnt. Die Strassen sind durchwegs gut und es hat kaum Verkehr, manchmal erinnert es uns fast an den Verkehr in Schweden. Wir kreuzen oft den Jakobsweg nach Santiago, zeitweise ist dort fast mehr Verkehr als auf der Strasse. In Leon angekommen parken wir auf dem dortigen Stellplatz, obwohl recht zentral gelegen ist es doch ein schönes Stück bis zur Kathedrale. Super es ist gerade halb zwei als wir dort eintreffen. In Burgos hat die Kathedrale um 14.00 Uhr geschlossen. Das sollte doch noch für einen Rundgang reichen. Pustekuchen hier wird um 13.30 Uhr geschlossen, bäähh! Fluchen nützt nichts, also nehmen wir ein weiteres Mal mit der Aussenansicht eines beeindruckenden Bauwerks vorlieb. Anstelle der Besichtigung bummeln wir durch die wirklich sehenswerte, schöne Altstadt von Leon. Mir gefällts hier einiges besser als Burgos, dort ist alles sehr modern und hat wenig Charme. Wir setzen uns daher gemütlich in ein Strassenrestaurant in einer etwas abseits gelegenen Gasse und essen mal wieder was. Heute gibt es Salat und eine kalte Platte mit lauter spanischen Spezialitäten, Chorizo, Jambon Serano u.s.w. Gott sei Dank ist Farino mitgekommen, er nimmt den einen oder anderen Happen gerne, als wir pappsatt sind. Wir überlegen kurz ob wir noch warten sollen bis die Kathedrale wieder öffnet, beschliessen aber zum Womo zurück zu kehren und dann den Campingplatz 20 km ausserhalb von Leon am Pilgerweg aufzusuchen. Ich möchte mich dort nochmal mit der Elektrik des Tempomates beschäftigen, der ist nämlich wie auch das Radio immer noch tot...

24.05.19

Leon -  Las Medulas - Sarria, 234km

Sonnenuntergang bei Leon
Sonnenuntergang bei Leon
Im Dorf Las Medulas
Im Dorf Las Medulas
Gipfelstürmer
Gipfelstürmer
jeder Schattenplatz ist o.k.
jeder Schattenplatz ist o.k.

Eigentlich wollen wir gestern noch draussen zu Abend essen. Leider war der Wind zu kühl für ein solches Unterfangen. Nachdem ausgiebigen Vesper am Nachmittag, gibt es ohnehin nur noch die letzten Bratwürste aus der Heimat und etwas Salat. Die Nächte sind nach den angenehmen Temperaturen tagsüber immer noch sehr kühl, uns solls recht sein, so kann man wenigstens gut schlafen. Heute führt uns unsere Reise nach Sarria, einem Ort direkt am Jakobsweg. Eigentlich kein spezielles Ziel, sondern Sarria halbiert in etwa die Strecke von Leon nach Santiago, welches wir morgen dann erreichen wollen. Wir fahren wie üblich so gegen 10 Uhr los und lassen schon sehr bald die weiten Ebenen Kastiliens hinter uns. Alsbald ändert sich die Gegend markant und ehe wir uns versehen haben wir die Passhöhe Puerto del Manzana auf 1200 m.ü.M erreicht. Die Landschaft wird immer gebirgiger und ist sehr abwechslungsreich. Die Hänge sind übersät mit Pflanzen in allen Farben, grosse gelbe Flächen durchsetzen die grünen Bergflanken. Traumhaft schön sind die Cordillera Cantabrica, für uns die bisher schönste Landschaft seit wir in Spanien sind. Nach rund 1 1/2 Stunden Fahrzeit erreichen wir unser heutiges Hauptziel, wir wollen die bizarre Berglandschaft von Las Medulas erkunden. Hier haben die Römer auf der Suche nach Gold ganze Berge abgebaut. Zu diesem Zweck durchlöcherten Sklaven, es ist von bis zu 140000 die Rede, ganze Bergflanken, welche dann mit Wasser geflutet wurden und so den Berg zum Einsturz brachten. Das Wasser dafür wurde über ein Kanalsystem von 100erten von km herangeführt. Wir nehmen es gemütlicher und machen eine kleine Wanderung hinauf auf den Aussichtpunkt, von wo man einen herrlichen Blick übers Land und im speziellen über die bizarren Felsformationen welche die Römer hinterlassen haben, hat. Nach rund 2 Stunden Fussmarsch sind wir dann zurück im Dorf und kaufen an einem Stand frische Kirschen und ein Glas Honig aus der Gegend. Diese ist übrigens auch für die Kastanien bekannt welche hier in grossen Mengen wachsen. Wir haben auf unserem Rundgang viele sehr alte Kastanienbäume gesehen, welche vermutlich schon seit vielen Generationen Früchte tragen. Dann nehmen wir die restlichen Kilometer unter die Räder und fahren immer auf der N-120 durch das Gebirge und begleiten den Rio Sil ein schönes Stück. Wir kurven bei unserer Ankunft erst etwas durch die Stadt, bevor wir auf den etwas am Stadtrand gelegenen kleinen Campingplatz einchecken. Erst brauchen wir mal einen Kaffee und naschen etwas von den Kirschen, bevor ich den Bericht hier schreibe.

25.05.19

Sarria - Santiago de Compostella, 126 km

Ausbeute im Primarkt
Ausbeute im Primarkt

Wir haben uns dann gestern Abend noch ein schönes Stück Rindfleisch vom Grill gegönnt, dazu gabs dann Gemüse, ebenfalls vom Grill und eine Flasche Rioja. Nicht ganz von den Besten aber doch i.O. . Heute morgen haben wir es gemütlich angehen lassen, für heute ist nur die "Überfahrt" nach Santiago auf dem Program, ansonsten gibt es Unterwegs nichts wichtiges zu sehen. Obwohl die Sonne scheint müssen wir drinnen frühstücken, hier mitten unter dem Bäumen ist es definitiv noch zu kühl. Wir fahren wieder über Land, in der Hoffnung auf schöne Ausblicke, leider werden wir für einmal enttäuscht. Die Strasse ist oftmals von Bäumen gesäumt und man sieht kaum etwas links und rechts der Strasse. Abgesehen von den vielen Pilgern die hier wie auf einer Perlenschnur unterwegs sind ist ,hier tote Hose. Kurz nach Mittag checken wir dann auf dem Campingplatz in Santiago ein. Der Platz liegt am Rande der Innenstadt ist aber trotzdem recht ruhig gelegen. Nachdem wir uns eingerichtet haben gehen wir zu Fuss in das naheliegende Einkaufszentrum, wir müssen noch Lebensmittel, wie z.B. Rotwein und so einkaufen. Das Zentrum ist so richtig schön gross und unser Blick richtetet sich sofort auf den ansässigen Primarkt, und ja, natürlich lassen wir uns von den günstigen Angeboten zu dem einen oder anderen Kauf verleiten.... Nach 1 Stunde gehen wir dann doch noch die Lebensmittel einkaufen, was mich wiederum dazu verleitet 2 Flaschen den Marques de Riscal in der Ausführung Riserva 2013 einzutüten. Freude herrscht. Danach wird erst mal ausgiebig gevespert, bevor wir uns an die Sonne setzen und lesen, nicht ohne uns vorher mit Sonnencreme vollzuschmieren. Santiago werden wir uns dann morgen widmen und ich kann euch dann hoffentlich schöne Bilder zeigen.

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26.05.19

Santiago de Compostela

In den Tag starten wir, d.h. Farino und ich, mit einem ausgedehnten Spaziergang in einen nahegelegenen Park. Es ist noch früh und entsprechend sind kaum Leute unterwegs was uns eigentlich recht ist, da die Spanier ihre Hunde oftmals frei laufen lassen und das immer wieder zu Gerangeln führt. 

Heute steht also die Besichtigung von Santiago auf dem Tagesplan. Rosi und ich gehen daher zeitig zur Bushaltestelle ganz in der Nähe der Campingplatzes. Leider fährt am Sonntag nur alle Stunde ein Bus und den haben wir gerade verpasst, worauf uns ein freundlicher Herr aufmerksam macht und uns dafür aber den Weg für den Fussmarsch zur Kathedrale weist. Wir brauchen knapp 30 Min. bis wir in der Altstadt von Santiago stehen. Auf kürzestem Weg suchen wir dann die Kathedrale auf, solange es noch nicht so viele Touris und Pilger in den Strassen hat. Dort angekommen müssen wir feststellen das die Kirche umfangreich restauriert wird, entsprechend ist der Innenraum mit Gerüsten u.s.w. verstellt und wir können nicht die ganze Pracht des zentralen Altares, in der ansonsten recht schlichten Kathedrale erfassen. In einer Seitenkapelle wird gerade ein Gottesdienst abgehalten, und uns wird ob dem intensiven Weihrauch fast übel. Sieht aus wie in einem Fumior, ein Nebel wabert dicht über den Gästen des Gottesdienstes. Diskret verlassen wir die Kapelle gleich wieder. Nachdem der Innenraum besichtigt ist, machen wir einen Aussenrundgang, welcher auf Grund der stattlichen Grösse der Anlage einige Zeit in Anspruch nimmt. Auf den grossen Vorplatz vor dem Haupttor sind viele Pilger, die einen still in sich zusammengesunken, wiederum andere liegen sich weinend in den Armen. Ihnen allen ist unser grosser Respekt für die erbrachte Leistung gewiss, egal wie weit sie gegangen sind. 

Die Stadt ist voll von Klöstern, Kirchen und Kapellen, man merkt schnell das es sich hier um den nach Rom und Jerusalem wichtigsten Wallfahrtsort des christlichen Glaubens handelt. Dies zeigt sich auch in den äusserst zahlreichen Souvenirshops die die autofreien Gassen links und rechts in der Altstadt säumen. Wirklich hübsch ist es hier und mittlerweile auch ziemlich warm, darum setzen wir uns in eines der vielen Cafés auf einer Terrasse und geniessen ein Wasser für die Chefin und für mich ein kleines Helles. Leider behelligt uns und alle anderen Gäste ein Strassenmusikant mit seinem, nicht unbedingt schönen aber umso lauterem Gesang, begleitet von einer mehr oder weniger rhythmisch geschlagenen Trommel. Wir nehmen das zum Anlass die Lokalität zu wechseln und uns ein Plätzchen fürs Mittagessen zu suchen. Vorher gehen wir aber noch in Richtung Riesenrad, das wir schon in der Anfahrt nach Santiago gesehen haben. Ich möchte von da aus noch ein paar Fotos schiessen. Das Riesenrad dreht sich mit beängstigender Geschwindigkeit. Ich bin froh das ich Rosi nicht weiter gedrängt haben mich zu begleiten, das hätte dann wohl ein schönes Donnerwetter abgesetzt. 

Etwas später finden wir dann in einem lauschigen Hinterhof etwas abseits des Trubels, ein lauschiges Plätzchen wo wir ausgezeichnet speisen und Rosi sich zum Schluss noch eine Tarta del Santiago einverleibt. ( Hat sie sich verdient,.. bisher schon 10`000 Schritte!) 

Wir glauben nun genug gesehen zu haben und machen uns wieder auf den Heimweg, wieder zu Fuss. Farino begrüsst uns stürmisch und ist froh das Womo endlich verlassen zu können und setzt sich zu uns in den Schatten wo wir den Rest des Tages  mit lesen, schreiben und Bier trinken verbringen....

27.05.19

Santiago de Compostela - Ribeira, 70 km

Heute startet der Tag mit starker Bewölkung und etwas Nieselregen, in jedem Fall einfach eine Sauerei. Die ganze Erde von vor dem Womo tragen wir und v.a. Farino hinein und sauen den ganzen Boden ein,... Wir packen heute ohnehin unserer 7 Sachen und fahren an den Strand nach Ribeira und hoffen da auf etwas Sonne. Bevor wir los fahren, gehen wir nochmals kurz zum Einkaufen ( keine Angst der Primarkt öffnet erst um 10.00 Uhr ...) Früchte und Gemüse ist alle, da braucht es Nachschub, natürlich auch Mineralwasser und so .... ;-). 

Dann sind wir bereit und durchqueren die ganze Stadt Santiago in westlicher Richtung, in Richtung Küste. WIe immer wählen wir die Route quer durchs Gemüse, heute sind allerdings die Strassen besser als vorgestern. DIe Strecke ist ja überschaubar und schon bald haben wir das erste Mal die Küste vorraus. Nach knapp 90 MIn. erreichen wir den Camping Coroso und checken ein, ich bin mir noch nicht sicher ob für 1 oder 2 Nächte. Wir bekommen eine schöne Parzelle auf einer Terrasse über dem Meer mit wunderschöner Aussicht auf den Strand, zugewiesen. 

Etwas später machen wir die Bikes klar und fahren dem Strand entlang Richtung Ribeira. Der Weg führt zu einem grossen Teil auf Stegen dem Strand und den Dünen entlang. Zweimal bleiben wir im Sand stecken und müssen einige Meter schieben, es braucht etwas Übung um gut durch den tiefen Sand zu fahren. Ist nicht viel los, wir sind praktisch alleine unterwegs, die Strände an denen wir vorbei kommen sind menschenleer. Ich denke im Sommer wird hier einiges mehr los sein, zumal die Sandstrände hier sehr sauber und das Wasser glasklar ist. Obwohl keine Saison ist ist alles sauber geputzt, das war in Italien letztes Jahr gar nicht so. Die Strände waren alle vermüllt, da können sich die Italiener eine Scheibe von abschneiden. Auf dem Heimweg stoppen wir kurz an einer Strandbar die gerade öffnet um eine Cerveza und ein Wasser zu schlürfen, mmh.. Jetzt geniessen wir noch die schöne Aussicht und gehen wohl etwas später noch an den Strand, mal sehen wie kalt das Wasser ist...brrr.

28.05.19

Ribeira - Playa Boca de Rio, 88 km

Wanderdüne bei Oliveira
Wanderdüne bei Oliveira
ein teurer Strand....
ein teurer Strand....
Dolmen, wenn der mal nur oben bleibt...
Dolmen, wenn der mal nur oben bleibt...
Keltensiedlung
Keltensiedlung
typischer Kornspeicher in Galizien
typischer Kornspeicher in Galizien

Nach dem gestrigen, trüben Morgen, scheint heute die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Wir haben gestern noch beschlossen das wir heute an die Playa Boca de Rio, etwas weiter nördlich fahren, um dort direkt am Strand zu übernachten. Auf dem Weg dorthin sind einige Zwischenstopps geplant. Unser erster Abschnitt ist nur gerade 16 km weit. Wir sehen uns die Wanderdüne bei Olveira aus der Nähe an. Eigentlich wollten wir das gestern mit den Rad tun, der Weg an der Küste entlang war dann aber doch zu weit. Vom Parkplatz aus führt ein Holzsteg durch das Naturschutzgebiet bis zur fast 20m hohen Düne. Ausser viel Sand auf einem Haufen gibt es da aber nicht viel zu sehen, also kehren wir nach dem Fotoshooting wieder um. Nur wenige Kilometer weiter geht's den Berg hinauf zu einem Dolmen, ein Grabmal aus der Frühsteinzeit. Von denen hat es in der Gegend noch mehrere, aber wenn du einen gesehen hast du alle gesehen. Nächster Halt ist beim Castro de Barona geplant. Das Castro ist eine Siedlung keltischen Ursprungs, direkt am Meer. Man kann die Fundamente der einstigen, runden Wohnhäuser sehr gut erkennen. Umgeben ist die Siedlung zum Teil mit einer hohen Mauer und scheint früher stark befestigt gewesen zu sein. Nach einem ausgedehnten Erkundungsspaziergang und dem erklimmen der höchsten Felsen, zwecks verbesserter Übersicht zum Fotografieren, kehren wir zum Womo zurück. Kurz darauf der nächste Stop bei Eroski ( kein Erotikladen, sondern ein Lebensmittelgeschäft !! ) wir müssen uns für die nächsten Tage noch versorgen. Endlich geht es dann auf direktem Weg zu unserem heutigen Tagesziel. Direkt im wahrsten Sinne des Wortes, das Navi führt uns den Berg hoch und wieder hinunter um gleichdarauf über den nächsten Berg zu fahren. Dafür kommen wir in den Genuss einer sagenhaften Aussicht über den Strand von O Viso bis nach Carnota, wo auch unser Übernachtungsplatz liegt. Dort angekommen sind wir überwältigt vom riesigen, weitläufigen Strand der nun vor uns liegt. Leider sind die schönsten Plätze bereits durch andere Womos belegt und wir müssen mit dem Parkplatz Vorlieb nehmen. Nachdem wir uns dann installiert haben machen wir uns auf den Weg ans Meer. Dabei müssen wir grössere Pfützen durchwaten, was Farino sichtlich keinen Spass macht und ihn Rosi quasi überführen muss. Gigatisch schön, das Wasser glasklar aber arschkalt und eine Sicht bis zum Horizont, einfach traumhaft. Der Strand könnte auch in der Karibik liegen. Wir werden dan wohl am Abend nochmals einen Spaziergang machen und Rosi kann weiter Muscheln sammeln.

29.05.19

Playa Boca de Rio - Playa de Ninios, 82 km

Gestern sehen wir auf dem Rückweg von 2. Strandspaziergang, das die 2 Womos welche wie wir auf dem Parkplatz standen, verschwunden sind. Bei uns keimt die Hoffnung auf einen besseren Stellplatz auf. Ich beschleunige also meine Schritte und räume so schnell wie es geht zusammen. Ich sehe das die beiden auf den Platz etwas weiter hinten parkiert haben. In dem Moment kommt der englische Nachbar auf mich zu und teilt mir mit das die Polizei hier war. Freundlich aber bestimmt habe sie alle Womos auf dem Parkplatz aufgefordert den Platz zu räumen und auf den erwähnten Platz auszuweichen. Schade, aber was will man machen. Strand haben wir ja ausgiebig genossen und für heute ist ja nochmal ein Strandtag andern Ortes geplant. Also ziehen wir um. Heute scheint einmal mehr die Sonne vom blauen Himmel, die Nacht war angenehm kühl und auch jetzt mag ich die Jacke noch nicht ausziehen, der stetige Wind ist nach wie vor immer noch recht kühl. Nach dem Frühstück gehen wir nochmal kurz zum Strand zurück, Rosi muss noch Sand sammeln, ist ja genügend da... Geplant ist das wir an die Playa da Ermida fahren. Dort angekommen stellen wir fest das es sich dabei um einen Strandparkplatz handelt, mit Spielplatz und allen Pipapo. Wir entscheiden uns das wir noch etwas weiterfahren wollen und zur Playa de Ninios hinunter wollen. Bis auf einen weiteren Campingbus sind wir alleine in der kleinen Bucht. Ein kleines Bächlein fliesst durch den Sand dem Meer zu und hat sich einen kleinen Graben in den Sand geformt. In der MItte der Bucht steht ein grosser Granitfelsen an dem sich dei Wellen schäumend brechen, einige Möven betrachten uns skeptisch als wir uns ihnen nähern. Nachdem der Camper seine Zelte abbricht, sind wir alleine hier. Ab und zu kommen Einheimische zum Strand aber es sind nur sehr wenige. Es ist schon 17 Uhr als zwei ältere Frauen mit ihren Liegestühlen zum Strand ziehen. Sie machen uns darauf aufmerksam das es verboten ist hier zu stehen, da wir aber kein Schild gesehen haben, lassen wir es mal drauf ankommen ob wir heute wieder amtlichen Besuch bekommen. Einen kleinen Schönheitsfehler hat die Bucht, wir haben hier nicht mal Mobilnetz und daher werd ich den heutigen Bericht erst morgen ins Netz stellen können.

30.05.19

Playa del Ninios - A Coruna, 66km

Sonnenuntergang gestern Abend
Sonnenuntergang gestern Abend

Tja, also die Polizei hat uns gestern nicht besucht. Wir waren den ganzen Abend ungestört, haben was feines gegrillt und anschliessend noch gelesen. Mit Internet wars ja bekanntlich nichts uns so habe ich den Bericht erstmal "offline" verfasst und heute Nachmittag nach unserem Stadtbummel in A Coruna hochgeladen. Da sind wir also, in A Coruna, der Hauptstadt von Galizien. Eigentlich war der Plan nach dem Bummel noch etwas weiter die Küste hinauf zu fahren, da ich aber für den Stellplatz nebst einigen Schweisstropfen (dazu später mehr) auch 22 Euros ausgegeben habe nutzen wir die gute Infrastruktur hier in der Marina von A Coruna. Nun zu den Schweisstropfen,... Heute meint es das Navi nicht gut mit mir. Schon kurz nach der Einfahrt ins Stadtzentrum verpasse ich eine Ausfahrt weil mich die dumme Kuh ( die Stimme im Navi ist weiblich... ) erst auf den letzten Drücker dazu auffordert. Etwas später scheucht sie mich mitten durch die Stadt, so das ich das Gefühl habe wir sind in der Fussgängerzone unterwegs. Entsprechend entgeistert schauen uns die Fussgänger an. Aber da kennen wir nichts, einfach immer dem Lieferwagen vor uns hinterher, wo der hinkommt kommen wir auch durch. Plötzlich wirds kritisch, ich soll eine Unterführung nehmen, max. Höhe 3.20m, ich glaube wir sind 3.16m hoch also kein Problem. Etwas mulmig ist mir schon, um so erleichtert bin als die Höhe wieder zunimmt und wir ans Tageslicht kommen. Leider sind wir in der falschen Richtung unterwegs und sind glatt unter dem Parkplatz untendurch gefahren. Wenden geht nicht 4 Spuren richtungsgetrennt, scheisse da waren wir doch schon mal und landeten anschliessend in der Fussgängerzone. Also immer drauf los, endlich im Hafengelände kann ich auf einen Umschlagplatz einbiegen und wenden. Ni chts wie in die andere Richtung zurück. Endlich, wir haben es doch noch geschafft, wir sehen den Stellplatz rechts von uns. Nachdem ich im Hafenbüro eingecheckt habe, machen wir uns Stadtfein. Die Altstadt liegt nur wenige Minuten von der Marina entfernt. SIe ist recht bescheiden klein und übersichtlich. Es scheint nicht gerade das hier das Leben pulsiert, vieles ist geschlossen oder die Lokale stehen leer. Wir gelangen auf die Plaza de Maria Pita mit dem dreitürmigen Palast und von da dann in die Fussgängerzone, diesmal zu Fuss... Auch hier werden wir den Eindruck nicht los, alles sei recht überschaubar. Wir suchen noch nach einer Apotheke, was heisst suchen... die gibt es in Spanien wie Sand am Meer. Der ständige Wind und die Sonne trocknen unsere Augen aus, da müssen wir Abhilfe schaffen. Langsam meldet sich bei mir der Magen, auch hier ist guter Rat sehr Nahe, es wimmelt von kleinen Lokalen welche Tapas u.s.w. anbieten. Wir nehmen also auf den Hockern eines dieser Lokale platz und versuchen die Karte ins Deutsche zu übersetzen. Der Service ist schön gesprochen, sehr rustikal. Aber die Tortillas ( Eierkuchen mit Kartoffel und Chorizo und Schinken) schmecken ausgezeichnet. Auch die Empanada con Pulpo (Blätterteigkuchen mit Tintenfisch) ist lecker. Wir geben uns nach 3/4 der Portionen geschlagen und bezahlen die Rechnung von 26 Euronen. Wir gehen dann zur Hafenpromenade wo die Sonne hinscheint, in der engen Gasse wars recht kühl und zugig und wir sind grad froh das die Sonne uns wieder aufwärmt und setzen uns schon nach kurzer Zeit in ein Kaffee. Was tun wir,... natürlich bestellen wir uns einen Becher mit feinstem Sorbet Eis, diesmal mit aufmerksamen Service, so wie wir das gerne haben.

31.05.19

A Coruna - Barreiros, 178 km

Das Wetter schon fast langweilig, die Sonne scheint vom blauen Himmel, super. Diese Nacht hat es auch nicht mehr so abgekühlt wie bisher und die Aussentemperatur beträgt schon um zehn 27°C, sofern man der Anzeige bei der ersten Apotheke des heutigen Tages, glauben darf. Wir verlassen A Coruna nach Nordosten, und dies deutlich unspektatulärer als wir gestern gekommen sind. Da wir etwas von der Küste sehen wollen gebe ich erst mal ein Zwischenziel etwas Nordostlich von Ferrol ins Navi ein. Ansonsten führt uns dieses immer auf den schnellsten Weg zum Ziel, was ja im Urlaub nicht unbedingt gefragt ist. Ich frage mich ob es denn nicht eine Streckenauswahl geben könnte welche die landschaftlich wertvollste Strecke suchen würde... Ich muss das mit Garmin mal besprechen. Wir wollen heute mal etwas Strecke machen und sind daher etwas länger unterwegs als die letzten Tage. Unser Ziel liegt an der Costa Verde, der grünen Küste, genauer zwischen den Orten Barreiros und Ribadero auf den Camping Gaivota. Die Fahrt ist recht anstrengend, da es ständig auf und ab geht, mal links, mal nach rechtsrum. Immer wieder blitzt das Meer auf der linken Seite auf. Zeitweise folgt ein Wegweiser zum Strand dem anderen in kurzer Reihenfolge und es wird einem fast schwindlig ob der hohen Zahl an Playa`s oder wie auf den Schildern steht Praia.... keine Ahnung warum das so ist. Zunehmend fällt die Küste steil zum Meer hin ab und es gibt viele kleine Buchen, welchen die Strasse sehr häufig folgt. Nach rund 3 1/2 Stunden Fahrt errichen wir den kleinen, aber sehr gepflegten Camping Gaivota. Nur die schmale Strandstrasse trennt den Platz vom Meer, resp. vom Strand der gut besucht ist. Ich habe heute Lust mit dem Velo eine Runde zu drehen, Rosi möchte lieber mit Farino zum Strand, also fahre ich nach eine kleinen Stärkung alleine los in Richtung Ribadeo. Ich möchte umbedingt die Playa de las Caterdales anschauen, dort gibt es grosse, von der Brandung ausgewaschene Höhlen welche ich sehen möchte. Leider wie so häufig, falscher Zeitpunkt. Es ist Flut und die Höhlen sind nur bei Ebbe zu sehen... Ich fahre noch ein ganzes Stück im strammen Gegenwind weiter und wähle dafür die Strandstrasse wo kaum Verkehr ist. Für den Rückweg habe ich dann den Fussgänger und Radweg genommen. Der führt gut ausgebaut und schön angelegt immer den Klippen entlang und gibt wunderbare Aussichten frei. Bei Womo angekommen bleibt noch etwas Zeit um die Route von morgen heraus zu suchen. Morgen gehts dann nach Gijon.

01.06.2019

Barreiros - Gijon, 156 km

Skyline von Gijon von unserem Platz aus
Skyline von Gijon von unserem Platz aus

Bevor es gestern Abendessen gab, machten wir noch einen ausgiebigen Strandspaziergang, immer am oder im Wasser. Erstaundlicherweise wars gar nicht mal so kalt wie erwartet. Hätte ich Badehosen angehabt, ich wär glaub noch reingesprungen... Dann wurde noch gegrillt und eine Flasche Rioja vernichtet, ein schöner Tagesausklang finde ich. Wie gestern schon erwähnt fahren wir heute nach Gijon. Dazu nehmen wir ausnahmsweise mal die Autobahn A8, welche der ganzen Nordküste entlang bis an die französische Grenze reicht. Ich hab in Cudillero noch eine Zwischenstop geplant. Wir finden problemlos einen Parkplatz an der Mole im kleinen Hafen. Offensichtlich wird hier mit sehr vielen Touris gerechnet, entsprechend gross ist auch die Fläche welche zur Verfügung steht. Heute Vormittag ist aber noch nicht viel los, die vielen kleinen Beizen haben wie es aussieht erst gerade geöffnet und machen sich für den Mitagsansturm fit. Wir schlendern derweil durch den kleinen Ort der sich links und rechts an den Hang schmiegt. Es gibt soweit wir sehen nur eine Strasse durch den ganzen Ort, alles andere ist nur zu Fuss und durch schmale Gassen oder Treppen zu erreichen. Es ist gleich Mittag und entsprechend ist es schon ganz schön warm an der Sonne, ergo suchen wir uns ein schattiges Plätzchen unter einem Sonnenschirm in einer der kleinen Bars, und trinken etwas nettes, kühles. Wir gehen dann zu Womo zurück, tatsächlich hat sich der Parkplatz etwas gefüllt und ein Reisebus hat einen haufen spanische Touristen ausgespukt. Grad der richtige Zeitpunkt um zu verschwinden. Noch an der nächsten Tanke mit Diesel versorgt ( natürliche weit und breit die teuerste... ) und dann ab wieder auf die A8. Es sind nur noch kanpp 50 km bis nach Gijon, entsprechend früh sind wir am inoffiziellen Stellplatz vis à vis der Altstadt auf einen Landzipfel. Für den Stellplatz scheinen wir aber bereits zu spät zu sein, ist alles voll mit PW und Womo`s welche dicht gedrängt parkiert sind. Dann müssen wir wohl auf den nahegelegenen Camping ausweichen. Der Empfang ist etwas unwirsch, ich glaube wir stören gerade ein mittägliches Trinkprozedere mit Sidra, dem Apfelwein Asturiens. Wir bleiben trotzdem und richten uns ein. Wir wollen heute erst am Abend in die Stadt und dann dort zum Abendessen gehen. Da es ein ganz schönes Stück in die Altstadt ist werden wir den Bus nehmen, sofern wir verbindlich herrausfinden wann der fährt. Für die Heimfahrt werden wir wohl ein Taxi brauchen da der Bus nur bis halb 10 Uhr fährt. Mal sehen. Fotos gibt es dann halt erst Morgen aus der Altstadt.

02.06.2019

Gijon - Santillana al Mar, 176 km

Also den Bus haben wir gestern problemlos gefunden, mussten allerdings rund 15 Min warten. Wir sind wie üblich etwa 5 Min. zu spät gekommen. Eine ältere Dame die im Bushäuschen sass, hat uns das auf spanisch erklärt und dann mit uns auf den Bus gewartet. Aber anstatt mit uns in den Bus zu steigen ist sie in die andere Richtung zu Fuss weitergegangen. Wir denken sie wollte uns nur Gesellschaft leisten bis der Bus gekommen ist. Seltsam... Nach etwa 15 Min. Fahrzeit sind wir am Rande der Altstadt dann angekommen. Man hat gespürt das Samstag ist, die Strandpromonade und der Strand waren voll von Menschen. Das historische Zentrum ist recht überschaubar und entsprechend schnell besichtigt. Also haben wir den Bummel auf die naheliegenden Einkaufsstrassen ausgedehnt bevor wir dann zum Essen in den Hafen vor der Altstadt zurückgekehrt sind. Es war gut halb 9 als wir unser Abendessen wegputzten, und wir waren alleine beim Essen, ich versteh die Spanier noch immer nicht. Die müssen doch Abends auch was essen ?? Naja egal uns hats geschmeckt. Also dann auf den Heimweg, sofern wir den Bus finden der uns nach Hause bringen soll. Pustekuchen, keine Haltestelle gefunden. Also sind wir die rund 45 Minuten zum Camping zu Fuss gegangen. Abendessen verdaut und verbrannt... Heute Morgen ist der HImmel bedeckt und kurz bevor wir losfahren zieht vom Meer her, dichter Nebel auf. Komische Stimmung, zum Meer Nebel und im Rücken scheint die Sonne. WIr starten zu unserem Höhlen-, nicht Höllentag. Heute stehen Besichtigungen der Cuevona des Cuevas, einem natürlichen Autotunnel und etwas später die Höhle von Altamira, mit ihren sagenhaften Felszeichnungen. Und weil sich das grad so schön trifft, liegt unser Tages ziel in Santillana al Mar. Der eigentliche Plan war heute in die Berge der Picos de Europa, nach Fuente De zu fahren um dann morgen auf den Berg zu einer Wanderung aufzubrechen. Leider darf Farino da nicht mit der Seilbahn fahren und das Wetter sieht auch nicht gerade so toll aus. Also haben wir das Program umgestellt. Zuerst fahren wir wieder auf der A8 zügig Richtung Osten um dann nach rund 45 km die Autobahn zu verlassen und dann auf kurviger Piste zur Cuevona von Cueva zu gelangen. Ein natürlicher Tunnel welcher das kleine Bächlein das rechts der Strasse fliesst, in Millionen von Jahren gegraben hat. Der Durchgang ist ca. 12m hoch und etwas 6 m breit. Die spärliche Beleuchtung zeichnet mystische Bilder und Schatten an die Wände. im Licht der Handylampe marschieren wir durch den 250m langen Tunnel und fotografieren eifrig. Dann gehts wieder zurück zur A8 und rund 100km weiter bis nach Altamira. Die zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Höhle mit den weltberühmten Höhlenzeichnungen kann nicht nur in einem 1:1 Nachbau besucht werden. Der Eintritt ist gratis, was mich wiederum überrascht, angesichts des aufwendig gemachten Höhlennachbaus. Schade ist leider das, wie meist in Spanien, die Exponate nur in Spanisch und z.T. in Englisch beschriftet sind. Auch Führungen werden nicht in Deutsch angeboten. Macht nichts, eindrücklich sind die Zeichnungen die z.T. etwas 15`000 Jahre alt sind trotzdem. Von hier ist es dann nicht mehr weit bis zum Camping von Santillana al Mar (was aber 4 km vom Meer entfernt liegt ). Einchecken kann ich erst später, bevor wir ins mittelalterliche Städtchen aufbrechen, welches zu Fuss in 10 zu erreichen ist. Es erinnert uns etwas an Riquewihr in Elsass, wunderschön heraus geputzt und obwohl Sonntag nur wenige Touristen.

03.06.2019

Santilliana al Mar - Bilbao, 150km

Am frühen Morgen hat es leicht geregnet. Gott sei Dank habe ich gestern noch alles weggepackt, bevor wir den Tatort geguckt haben. Der heutige Tag hat es in sich, ein richtiger Straubtag halt.... Unser Kühlschrank ist leer, Bier ist alle und Wein hat`s auch gerade noch eine Flasche. Also gilt der heutige Fokus der Behebung dieses Missstandes. Sollte doch auf den knapp 130km bis nach Bilbao wohl möglich sein. Ich denk für mich so, wir verlassen dann die Autobahn 20 oder vielleicht 15km vor der Stadt. Dann kommt als es fast soweit ist ein grosses Schild eines Einkaufszentrums, Ausfahrt 124. Alles klar denk ich mir. Als wir an der Ausfahrt 127 vorberauschen ist rechts und links der Autobahn ein grosse Zentrum. Wir sind natürlich schon vorbei und die nächste Ausfahrt ist bereits Bilbao, wo wir raus müssen. Keine Chance umzukehren, wenn mal mal einen Kreisel braucht kommt keiner. Mein Schatz übernimmt nun das Kommando, jetzt rechts weg rät sie. Wohnquartier, Beschränkung auf 3.5 t, voll in die Eisen und noch auf der Kreuzung gewendet. Wir fahren erst mal zum Stellplatz hoch. Der liegt prächtig gelegen oberhalb der Stadt auf einem der Hügelzüge welche die Stadt umschliessen. Fast wie St.Gallen. Von hier aus ist es definitiv zu weit um zu Fuss in die Stadt zum Einkaufen zu gehen. Also flugs gewendet und wieder ab in die Stadt, ich denke wir fahren auf die Autobahn zurück zum EK Zentrum. Rosi meint hier rechts, rums jetzt geht es mitten durch die Stadt... Langsam nagt es an meiner Laune. Nun bleibe ich konsequent Richtung A8 wo wir hergekommen sind. Nur das dauert noch ein wenig, Unfall auf der Zufahrt. Innerlich zittere ich, ich hasse das. Dann endlich A8 zurück Richtung Santander, nächste Ausfahrt EK Zentrum, alles paletti. Denkste Durchfahrtshöhe 3.1m, zur Erinnerung ich brauche 3.16m! ich kann nur auf der Strasse wenden, Gottlob keine Einbahnstrasse. Zurück zum Kreisverkehr,einmal aussenrum. Jetzt sieht es gut aus wir biegen in den Parkplatz ein. 2 Möglichkeiten rechts PKW Parkplätze, sieht man aber erst wenn man rechts gefahren ist. Links Parkplätze längs an der Zufahrt. 3x dürft ihr raten wellche Zufahrt wir nehmen. Richig geraten "rechts", so jetzt ist es soweit ich fluche mir den ganzen Frust aus dem Leib, mir lupft es den Hutdeckel. Nochmal die Runde, dann linke Spur. Es stellt sich unmittelbar ein Erfolgserlebnis ein. Wir parken vor dem EK Zentrum. Rosi ist erleichtert, sie hat keinen Mucks mehr von sich gegeben, ich glaube dann wär ich explodiert. Aber jetzt ist alles gut, wir haben uns wieder gern. Der Einkauf ist dann wieder unproblematisch und in 20 Min. erledigt. So jetzt ist es ein Vergnügen zu Stellplatz hochzufahren, rund 90 Min. seit dem wir das Letzte mal hier waren stehen wir vor der Schranke. Wie gesagt ein schöner Platz hier oben. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen in der oberen Reihe mit guter Sicht und beschliessen das wir erst morgen in die Stadt zum Bummeln fahren. Heute wollen wir noch ein bisschen rumliegen.

04.06.2019

Bilbao, 0 km

Bilbao by night
Bilbao by night
Bahnstation in der Stadt
Bahnstation in der Stadt
mein Mittagessen ??
mein Mittagessen ??

Heute gibt`s lecker Kuchen, ich hab Geburtstag und mein Schatz hat mir gestern auf dem Herd einen Schoggikuchen gebacken. Aber erst wenn wir aus der Stadt zurück sind. Meine erste Aufgabe des heutigen Tages besteht darin das Klo zu leeren, was für ein Start in den Tag..... Aber kein Problem, gehört halt einfach dazu. Beim Check In kann man frisches Brot kaufen, gerade richtig für ein Geburtstagsfrühstück. So gegen halb 11 sind wir für die Stadt gerüstet und wir entern den Bus in die Stadt. Scheint so eine Art Sammellinie zu sein, wir fahren durch allerlei Seitenstrassen und wenden dann wieder, kommen aber nach 30 Min am Rande der Altstadt zur Endstation, was uns natürlich grad recht kommt. Nachdem wir uns erstmal etwas orientiert haben bummeln wir wie üblich kreuz und quer durch die Gassen und schauen in das eine oder andere Geschäft. Wir bestaunen die schön restaurierten Bauwerke und begutachten die Kirchen sofern sie offen sind. Da das Guggenheim Museum doch ein ganz schönes Stück weg von der Altstadt liegt nehmen wir die moderne Strassenbahn welche direkt vor dem Museum hält. Hier wird rigoros kontrolliert, wir müssen auf der Hin und Rückfahrt das Bilett zeigen. Die Preise sind aber sehr moderat, bus je Strecke und Person 1.35 Euro, Strassenbahn 1.50 Euro, da kann man nicht meckern. Wir sind ja sonst eigentlich nicht so Kunstinteressiert, ab der das Guggenheim muss ich schon mal aus der Nähe gesehen haben. F.O.Gerry verfolgt mich seit der Zeit in Berlin und seine Formensprache finde ich faszinierend. Nach dem Hotel bei Marques del Riscal schon der 2. Bau von Gerry den wir uns anschauen. Auf der Fahrt sehen wir auf der rechten Seite die Fussgängerbrücke von Calatrava welche den Fluss überspannt. Sowieso ist Bilbao gespickt mit Bauten bekannter Architekten und ist auch bekannt dafür, wie auch für seinen erfolgreichen Fussballklub Athletico Bilbao bei dem ausschliesslich Einheimische spielen, keine Ausländer, kein anderer Spanier, nur Basken. Die Basken sind ein sehr stolzes Volk und pflegen ihre eigene Sprache, sowie es auch die Katalanen und die Galizier machen. Sämtliche Schilder sind immer zweisprchig ausgeführt, wobei das baskische kaum auszusprechen ist wenn man nicht die geübte Zunge dazu hat. Zurück zum Guggenheim, wir machen es wie viele andere und umrunden das Gebäude erstmal um die verschiedenen Lichteffekte auf der Metallhaut aus Titan zu sehen. Da wir wie gesagt nicht unbedingt kunstbegeistert sind, riskieren wir lediglich einen Blick ins Atrium, den Rst schenken wir uns, da der Eintritt mit 16 Euro pro Person recht üppig ist. Anstelle dessen machen wir noch Fotos von Puppy, dem Blumenhund vor dem Museum. Geschaffen hat das Kustwerk Jeff Koons, die Blumen müssen regelmässig ersetzt werden und beschäftigen eine Vielzahl von Gärtnern die das regelmässig bewerkstelligen. Nachdem auch dies erledigt ist, sind wir durstig und gehen in eine naheliegende Bar um etwas zu trinken und uns zum Apéro noch Tapas zu gönnen. Diese heissen hier übrigend Pixtos. Mittlerweile ist es schon halb zwei und wir fahren mit der Bahn zurück ins Zentrum wo wir zur Feier des Tages noch was Feines zu Mittag essen wollen. Unsere Wahl fällt auf ein im innern etwas düsteres Lokal, da es aber gut besucht ist sind wir zuversichtlich das wir nicht vergiftet werden und bestellen uns das Tagesmuenue. Es gibt je vier Vorspeisen, Hauptgang und Dessert zur Auswahl. Inkl. einer Flasche Rotwein ( und der war nicht mal schlecht !!! ) für je 10.95 Euro, tja wenn das mal kein Angebot ist. Während dem Hauptgang kämpfe ich etwas mit der düsteren Beleuchtung, ich kann die Gräten des Fisches nur schlecht sehen,aber vielleicht liegt es auch daran das die Flasche Rioja schon halb leer ist... Noch ein Espresso dann ist gut und wir machen uns sichtlich beschwingt auf den Heimweg, wo Farino und der Schoggikuchen auch schon auf uns wartet.

Puppy
Puppy

05.06.2019

Bilbao - Le Fouilloux, 470 km

Es hat und tut noch immer regnen. Schon gestern Abend war fertig mit der Herrlichkeit. Wir haben noch mit 2 Becher Mineralwasser auf meinen Geburtstag angestossen, das wars dann auch schon, ganz wie`s Wetter. Einen solch ruhigen Geburri hatte ich schon lange nicht mehr. Also wie gesagt es regnet als wir aufstehen. Eigentlich ungünstig den wir wollen eigentlich den Nachmittag noch am Strand von Zumaia, kurz vor San Sebastian, verbringen. Wir machen uns trotzdem zum Aufbruch bereit, wie gerade 5 weitere Womo`s. Also stellen wir uns artig in die Reihe zum entsorgen und Wasser tanken. Ganz vorne ein Belgier. Er und sie, beide mit Handschuhen bewaffnet, da muss was gehen. Es dauert gefühlte 5 Min. bis er nur den Hahn für das Abwasser geöffnet hat. Dann stehen beide daneben und schauen zu wie das Wasser im Gulli verschwindet. Dann wird der Schlauch fürs Frischwasser bereit gemacht, während dessen vertieft man sich in ein Gespräch mit den belgischen Nachbarn. Meinen Vordermann wirds zu bunt, er setzt zurück und fährt ohne entsorgen vom Platz. Zwischenzeitlich plätschert das Frischwasser aus den Schlauch, aber noch nicht in den Tank. Ich könnt ihn erwürgen... Es dauert und dauert... Endlich Wasser ist gefüllt, nun ist die Toilette dran. An der anderen Entsorgungsstelle sind mittlerweile 2 Womos fertig geworden. Oh, mein Freund bemerkt das eine ganze Schlang ansteht... er fährt 5 m vor. Ich glaube es nicht ich kann mein Abwasser auch entsorgen, parallel dazu fülle ich unseren Frischwasserbedarf auf. Nach 5 Min. sind wir fertig. Der Belgier kämpft noch immer mit seinem Klo,.. wir setzten zurück und fahren. Trotz des miesen Wetter fahren wir nach San Juan de Gatzelugatxe, einer Seefahrerkapelle. Diejenigen unter euch welche die Serie Games of Throns verfolgen, werden den Ort schon kennen. Der Weg ist nicht extra weit die 25 km und retour schmerzen nicht, umso mehr der Regen der jetzt zeitweise richtig heftig vom grauen Himmel fällt. Die Hoffnung stirb bekanntlich ja zuletzt, vielleicht haben wir glück und finden ein 60 Minuten Fenster um die 231 Treppenstufen zu Kapelle hochzusteigen. Tatsächlich lässt der Regen einen Moment etwas nach als wir uns auf den Weg machen die Glocken 13x zu läuten ( das soll die bösen Geister vertreiben, uns würde im Moment der Regen reichen...). Da es wieder stärker zu regnen beginnt, brechen wir die Übung auf halben Wege ab und schiessen unsere Fotos aus der Ferne, das muss uns heute reichen. Was nun, fragen wir uns.. einen Strandtag wird es nicht geben, garantiert. Kurzentschlossen starten wir die Heimreise, spielt ja eigentlich auch keine Rolle. Also auf gehts. Um etwas Zeit zu sparen fahren wir bis Bordeaux auf der Autobahn und verpassen es die Mautstationen zu umfahren. Kostet schlappe 54 Euro.. Wegelagerei ist das. Rund um Bordeaux ist Stau, wir zuckeln mit stop and go auf der A63 rund um die Stadt, dauert 1 Stunde... Dann endlich weg von der Autobahn auf die Autostrasse, kostenlos und wenig Verkehr. Mittlerweile hat uns das Navi den Weg zu einem Camping unweit der Autostrasse gewiesen. Camping La Motte, Le Fouilloux irgendwo in der Pampa. Ein hübscher kleiner Platz, gefällt uns. Geführt wird der Platz von einem Holländer, und die Kommunikation kann in Deutsch stattfinden, ausgezeichnet. Mal sehen ob wir morgen gleich zufahren, sind exakt 1000km bis nach Hause sagt das Navi. Falls dem so ist das heute wohl der letzte Blogeintrag, wenn nicht dann bis morgen.