an die Ostsee oder wohin es uns treibt 2019

19.07.2019

19.07.19

Endlich Urlaub...

Was,... ??? schon wieder Urlaub werdet ihr euch fragen. Ist doch erst wenige Wochen her seit wir aus Spanien zurück sind. 

Tja, es waren heftige Wochen, viel los im Betrieb, auch zu Hause was immer etwas los. Naja, auf jeden Fall bin ich schon wieder ziemlich platt. Also nix wie los.

Vorher wird aber noch gefeiert, unser Freund Peter wird 60 Lenze und das soll richtig gefeiert werden. Also haben wir kurzer Hand den Start um 1 Tag verschoben und fahren erst am Sonntag los.

Ich freue mich darauf euch in den nächsten 2 Wochen wieder mit allerlei wichtigen und unwichtigen Erlebnissen an unserer Reise teilhaben zu lassen.

Also nicht verpassen am Sontag geht's los.

21.07.19

Niederbüren - Bamberg, 304 km

Nachdem wir gestern ganz doll gefeiert haben, bekunde ich etwas Mühe mit dem Aufstehen. 5 Stunden Schlaf scheinen nicht mehr auszureichen. Aber was solls, war eine herrliche Feier zu Peters 60 igstem Geburtstag, da nehmen wir ein bisschen Ungemach gerne in Kauf. Nach dem Frühstück haben wir noch klar Schiff gemacht und sind gegen halb Zehn aufgebrochen. Selbstverständlich sass Rosi am Steuer, für mach wärs zu früh gewesen. Bis etwa 6 km vor dem Autobahnkreuz bei Memmingen kommen wir einigermassen vorwärts und fahren prompt in einen mächtigen Stau. Wir entschliessen uns kurzer Hand das heutige Tagesziel in Rothenburg ob der Tauber auszulassen und stattdessen nach Bamberg zu fahren. So können wir den Stau grossräumig via Augsburg und der B2 umfahren. SO werden es dann halt anstelle der geplanten 300 km fast deren 500 mit dem Umweg. Dafür kommen wir dann fast stau frei um halb vier auf dem Stellplatz in Bamberg an. Dieser ist wie beim letzten mal gut besucht, aber wir quetschen uns auch noch dazwischen. Der Nachbar ist nicht hier, also kann ich ihn auch nicht fragen warum er genau mitten auf der Grenze von 2 Plätzen steht und muss sich mit dem zufrieden geben was übrig bleibt. Ich mache nachdem wir uns installiert haben einen ersten Verbindungsversuch mit dem Internet, der wie so häufig ein Fehlschlag ist. Wir sind beide recht k.o., deshalb schlendern wir schon früh in die Altstadt um im Schlenkerle etwas zu essen und ein Rauchbier zu trinken. Gottseidank kann man hier fast zu jeder Tageszeit essen und so kommen wir zu unserem frühen Abendessen. Weil ich schon fast am Tisch einschlafe, machen wir nur noch einen kleinen Bummel durch die schönen Gassen von Bamberg. Zurück beim Womo stecke ich mir ein Pfeifchen mit "Schwiegersöhnchens Tabak" an und versuche mich erneut in der Herstellung einer Internetverbindung mit unseren Router. Leider wieder ohne Erfolg. Ich hab heute aber keine Geduld mehr für einen weiteren Versuch und lass es wohl bleiben. Diese Zeilen werd ich dann wohl erst morgen in unserer Reiseblog transferieren können.

22.07.19

Bamberg - Lübbenau, 396 km

Auf Grund des akuten Schlafmangels sind wir schon um halb zehn unter die Decke gekrochen. Entsprechend früh war ich deshalb auch schon wieder auf, schon vor halb acht am Morgen bin ich bereits mit Farino unterwegs. Der Himmel ist zwar bedeckt, trotzdem ist es angenehm warm. Für unseren Schnüffler gibt es viel zu schmecken,.. ich komme kaum vorwärts, aber ist ja seine Zeit. Gleich an der Bushaltestelle hat es einen Bäckerstand mit veganen Zwetschgentaschen, von welchen ich keine kaufe. Nein es gibt unvegane Rosenbrötchen, ähnlich wie unsere Semmeli, zum Frühstück. 

Wir starten früh in Richtung Spreewald, noch ohne Aussicht auf einen Platz auf einem der Campings in und um Lübbenau herum. Lübbenau ist so quasi die Hauptstadt vom Spreewald und ausgerechnet dahin wollen wir mitten in der Hauptsaison. Von unterwegs rufe ich auf dem Platz unserer Wahl mal an und frage ob da wohl was zu machen wäre, ich werde aber auf später vertröstet. Wir kommen bis auf eine Baustelle die wir umfahren müssen recht gut voran und so versuche ich es kurz vor 12 nochmal mit einem Anruf. Und siehe da, die Dame am Telefon erliegt meinem Schweizer Charme und verspricht mir eine schöne Parzelle mitten in Lübbenau. Na wer sagts denn... ! Der Verkehr hält sich in erstaunlich engen Grenzen und so treffen wir kurz vor zwei Uhr in Lübbenau ein, kurzer Boxenstopp beim Aldi Nord wo wir unsere Reserven aufstocken wollen und dann gleich zum Platz. Der Platz liegt an eine Weide, ganz nah an der Altstadt und dem Hafen und trotzdem sehr ruhig. Den Rest des Nachmittags verbringen wir dann noch mit einem ersten Bummel ins Städtchen, etwas lesen und schlafen. 

Ach so, falls  es euch interessiert, vom Fass heisst hier nicht unbedingt das das Bier vom Fass ist, es könnten auch Essiggurken sein. Die berühmten Spreewälder Gurken gibt es in allen erdenklichen Variationen. Ausprobiert haben wir sie aber noch nicht, das werden wir in den nächsten Tagen aber mit Bestimmtheit noch nachholen.

So nach einigem hin und her habe ich endliche einen Platz gefunden wo das WLAN ausreicht um die Homepage zu bearbeiten und hoch zuladen. Unseren Router versuche ich dann in den nächsten Tagen in Betrieb zu bekommen. Solange wir am Platz WLAN haben ist das ja nicht so dringend.

23.07.19

Lübbenau, Spreewald, 26km

Wir haben gestern Abend noch den Grill angeschmissen und uns einen Braten gemacht. Noch etwas Salat dazu und fertig war das Nachtessen. Der Wind war recht frisch und Rosi wollte noch etwas Fernseh gucken und hat einen alten Eddy Murphy Film geschaut, während ich den Bericht fertiggestellt und hoch geladen habe. Heute hat uns dann die Sonne geweckt, schon auf dem Spaziergang mit Farino hab ich Schweissperlen auf der Stirn bekommen, obwohl wir durch den kühlen Wald spaziert sind. Frühstücksbrötchen hat`s im Hotel vis à vis gegeben und so war unser Frühstück gerettet. Heute hat ernst gegolten, Velo`s raus aus der Garage und ab die Post in den Spreewald. Wir planen eine kleinere Rund zum aufwärmen nach Lehde und Leipe, dann zurück via Dubkowmühle, Boblitz nach Lübbenau, insgesamt rund 26 km. Durch den Wald und über die Felder im Spreewald. Einfach herrlich, wir überqueren immer wieder die Fliessen (so heissen hier die Kanäle)mal schieben wir die Räder über die Treppen hoch, mal sind die Brücken befahrbar. Hier zeigt sich wieder einmal E-Bikes sind nur etwas für kräftige, das schieben die Brücken hinauf fällt mir zu, Rosi über nimmt dann jeweils mein Velo.... . Ach so wie befürchtet starten wir etwas falsch und müssen nach Lehde wieder zurück nach Lübbenau fahren oder umkehren. Da es nur knapp 2 km sind fahren wir zum Start zurück um dann ohne weitere Zwischenfälle nach Leipe zu gelangen. Bis hier führt der Weg ausschliesslich durch den kühlen Wald und immer dem Wasser entlang, was uns aber nicht daran hindert in Leipe einen Toilettenstop einzulegen. Bei der Gelegenheit können wir uns einer kleinen Trinkpause im Biergarten nicht verschliessen und setzen uns in den Schatten der aufgespannten Sonnenschirme. Ein kühles Pils für den Papa und ein Apfelradler für Mutti, so soll es sein. Der Rückweg liegt dann nur noch stellenweise im Wald und führt über Felder und Wiesen zurück zu unserem Ausgangspunkt. Für den späteren Nachmittag ist ein Bummel im Ort ohne Farino vorgesehen, er tut sich schwer mit dem Besuch von Souveniershops und der Gleichen, das hat er wohl von mir. Zu Fuss machen wir uns in der Hitze des Nachmittag auf den Weg den übersichtlichen Ort zu durchstreifen. Mutti hat schon gestern etwas entdeckt was sie unbedingt haben muss, eine Wurzel mit einem gegossenen Glas was sich an die Wurzel schmiegt und als Vase oder was auch immer dienen und dabei unseren Wohnzimmertisch schmücken soll. Da wir das Ding nicht mitschleppen wollen, holen wir den grossen Karton auf dem Rückweg ab und ich trage ihn, ganz Gentlemen, ohne mit der Wimper zu zucken durch die brütende Hitze. Nebenbei haben wir noch eine Kahnfahrt für Morgen gebucht,... eine Fahrt zu den Drehorten des Spreewaldkrimis mit originalem Fährmann. Das wird sicher spannend und wir freuen uns darauf. Leider wird Farino dann im Womo ausharren müssen, aber mit Ventilator und geöffneten Fenstern ist es ganz angenehm in unserem Ferienhaus. So nebenbei haben wir beschlossen noch einen weiteren Tag anzuhängen, es gefällt uns einfach zu gut hier.

24.07.19

Lübbenau, Spreewald, alles im Fluss...

Paddler rette sich wer kann !
Paddler rette sich wer kann !
Was guckst du ??
Was guckst du ??
Schwiegermutterkiste
Schwiegermutterkiste
Waldschenke
Waldschenke
Ralf unser Fährmann
Ralf unser Fährmann

Schon vor Acht bin ich mit Farino unterwegs, später ist es schon zu warm und der arme Kerl muss ja heute im Womo warten bis wir von unserer Kreuzfahrt zurück sind. Wir machen den üblichen Weg den Fliessen entlang durch den Wald und geniessen die Kühle des Morgens. Anschliessend flitze ich zum Bäcker im Dorf, dort ist die Brötchenauswahl grösser als im Hotel und mit den Velo sind es gerade mal weinige Minuten zu fahren. Erst ein schönes Frühstück und dann machen wir uns mit der Fotokamera bewaffnet auf zu unserer Krimikahnfahrt. Übrigens legt man grossen Wert auf die Bezeichnung "Kahn", keinesfalls darf man die Kähne als Boot bezeichnen, ansonsten sind einem die vernichtenden Blicke der Fährmänner gewiss. Zuerst ein par Eckdaten zum Spreewald. 1. der Spreewald umfasst ca. 450km2 Fläche, 2. im Spreewald gibt es rund 1500 km Wasserwege ( darum haben wir uns auch nicht getraut auf eigene Faust loszufahren ), 3. es gibt rund 90 Bauernhöfe, davon sind 2/3 nur über das Wasser zu erreichen, 4. eine Folge des Spreewaldkrimis verschlingt ca. 1.3 - 1.8 Mio Euro Gebührengelder.. sonst noch Fragen? Wir sind mit zwei Kähnen unterwegs, unsere Fährmänner begleiten jeweils die Dreharbeiten zu den Krimis und haben einiges zu erzählen. Es wird wohl nicht alles stimmen was der Ralf in breitem Berliner Dialekt von sich gibt, es ist aber allemal spannend und sehr unterhaltsam den Geschichten zuzuhören, während wir gemächlich durchs Wasser gleiten. Es ist gar nicht Ohne den langen Kahn durch die zum Teil schmalen Fliessen zu manövrieren, zumal wir ja nicht alleine unterwegs sind. Geübte und weniger geübte Paddler kreuzen unseren Weg ohne das es zu brenzligen Situationen kommt. Um halb eins gibt es dann einen Mittagshalt in der berühmten Waldschenke "Wotschofska", die in einem der Krimis abgebrannt ist. Wir essen einen Happen und sind froh das wir hier schön im Schatten des Waldes sitzen. Die Sonne brennt unbarmherzig vom Himmel und treibt uns den Schweiss auf die Stirn sobald wir aus dem Schatten kommen. Die Tour ist wunderschön, der Wald mit seinen Fliessen hat uns ganz in seinen Bann gezogen. Aber es ist wie überall, nach 3 Stunden hast du es gesehen und so sind wir nicht unglücklich als wir nach knapp 5 Stunden Fahrt wieder festen Boden unter den Füssen haben. Trotzdem der Ausflug war allemal sein Geld wert und ich würde so eine Fahrt jedem weiterempfehlen wenn er dann schon mal hier ist. Im Wohnmobil ist es angenehm warm ( kühl wäre wohl schon etwas untertrieben.. ) aber Farino ist trotzdem froh das wir zurück sind und er sich draussen in den Schatten legen kann. Der Rest des Nachmittags ist schnell erzählt, ich schreib noch an dem Bericht und Rosi liest und schläft abwechselnd auf dem Liegestuhl. Später am Abend werden wir uns überlegen wo es als nächstes hingehen soll, die Städte die wir besuchen wollten werden wohl auf ein Andermal warten müssen, es ist schlicht zu heiss. Mal sehen, irgendwo ans Wasser wird schon gehen, ob Meer oder einen See ……

25.07.19

Lübbenau, 0km , 34°C

immer schön geradeaus
immer schön geradeaus
Durst
Durst
Schloss Lübben
Schloss Lübben
Weizenernte
Weizenernte

Erstaunlicher Weise kühlt es in der Nacht noch immer ab und so ist der Schlaf noch tief und fest. Auch heute bin ich zeitig mit dem Farino unterwegs, es ist trotzdem schon mächtig warm, nur im Wald ist es noch einigermassen kühl. Für die Frühstücksbrötchen radle ich nach dem Spaziergang dann wieder ins Dorf zum Bäcker und hol uns ein Six-Pack der leckeren Brötchen. Heute ist unser vierte und letzter Tag im Spreewald, und wir wollen mit dem Velo nochmal die Gegend erkunden. So starten wir noch vor dem Mittag nach Lübben einem weiteren grösseren Ort etwas weiter nördlich. Der Weg führt mehrheitlich über einen asphaltieren Radweg und 14 km zur kleinen Stadt am Nordende des Spreewaldes. Leider ist es hier nicht so schattig wir vorgestern und wir sind froh das wir immer etwas Fahrtwind haben der uns kühlt. In Lübben angekommen setzten wir uns erstmal in einen Biergarten und stärken uns mit einem Mineralwasser.... wer`s glaubt... Für einen kleinen Stadtbummel ist es uns aber auch hier zu heiss und wir nehmen bald den Rückweg unter die Räder. Grosse Wiesen und Felder säumen den Weg der immer wieder von Fliessen durchzogen ist. Die Weizenernte hat gerade begonnen und so beobachte ich im vorbeifahren einen Mähdrescher bei der Arbeit. Wieder zurück in Lübbenau ereilt mich eine Hungerattacke und wir kehren bei Benno`s Imbiss ein. Endlich gibt es eine leckere Currywurst mit Brötchen und ein leckeres Mineralwasser das mit Hopfen und Malz aufgewertet wurde. Nun sind wir fällig für ein kleines Mittagsschläfchen im Schatten bevor wir dann etwas später am Nachmittag nochmals ins Städtchen fahren wo wir erste Souvenirs kaufen und in der Eisdiele ein Heidelbeersorbet mit vielen Beeren und schlagrahm verdrücken, .. die Waage wird's zu Hause ans Tageslicht bringen. Satt der ursprünglich geplanten 2 Tage sind es nun deren 4 geworden, das spricht für den Spreewald und seine Menschen, stets freundlich und gut gelaunt. Es gibt vieles zu erkunden (man könnte noch tagelang mit den Rad durch die Gegend fahren), man kann gut und preiswert essen. Nur wer baden möchte muss nach Lübben ausweichen, dort gibt es an der Spree ein Schwimmband, ansonsten ist hier nur noch das Spassbad in Lübbenau. Wir werden sicherlich wieder einmal hier herfahren und einige Tage verbringen. Eine Spreefahrt im Winter hätte sicherlich auch seinen Reiz. Für morgen haben wir geplant in die mecklenburgische Seenplatte zu fahren, ihrgendwo in die Gegend der Müritz, dem grössten Binnensee Deutschlands. Ich habe schon mal den einen oder anderen Campingplatz abgecheckt, muss aber morgen nochmal anrufen. Bei der Hitze wollen natürlich alle an den See und wir werden wohl an einen der kleineren Seen ausweichen. Mal sehen ob`s klappt.

26.07.19

Lübbenau - Userinen Mühle, 241 km

über Land im Laubtunnel
über Land im Laubtunnel
Useriner See
Useriner See

Heute verabschieden wir uns also vom Spreewald und fahren zur mecklenburgischen Seenplatte nach Userin. Ich hab gestern Abend noch mit dem Camping telefoniert, er, der Hagen meint ich soll heute in der früh nochmal anrufen. Wie gewohnt sind wir gegen 10 Uhr startklar, noch Wasser tanken und Abwasser ablassen, dann den Anruf in Userin machen, leider noch keine News wegen dem Platz, ich solls in 2 Std. nochmal probieren. Wir fahren trotzdem schon mal los. Puuuh,... stinkt es jetzt im Womo vom leeren Abwassertank, eklig. Wir halten eh an Stadtrand von Lübbenau am Kaufland um einzukaufen und schütten etwas Toilettenchemie in den Ausguss, das sollte reichen. Wir decken uns hier noch mit dem Lebensnotwendigsten ein, also Weisswein, Schöfferhofer Grapefruit, ach so Gemüse und Früchte sind natürlich auch dabei. Nachher gehts auf die A13 Richtung Berlin. Wir umfahren Berlin, getreu dem Navi folgend östlich über die A10 und wechseln dann bei Oranienburg auf die B96 in nördlicher Richtung. Der Verkehr hält sich in Grenzen, nur in den vielen Baustellen wird's etwas zäh, aber ohne Stau und das ist doch schon mal was. Von unterwegs ruf ich nochmal in Userin an, verbotenerweise während des Fahrens mit dem Handy am Ohr. Hagen teil mir mit wir sollen den mal kommen. Das tun wir dann auch, ab der B96 auf gut ausgebauter Strasse umsäumt von grossen Äckern und vielen grossen Waldflächen. Von der Gegend ist sonst nicht viel zu sehen, alles arschflach hier. Um viertel nach eins stehen wir am Platz. Der Platz wurde erst vor 2 Jahren eröffnet und ist noch nicht so recht ausgebaut. Duschen, Toiletten alles vom Feinsten aber die Womos und Wowa stehen alle etwas kreuz und quer auf der schattenlosen Wiese. Den Hagen finde ich dann auch noch und er zeigt mir einen Platz im Schatten!! oho, die Sache hat aber einen Haken, wenn wir Pech haben müssen wir noch umziehen, denn eigentlich ist der Platz bereits vorbestellt. Aber bis zu dem Zeitpunkt da ich diese Zeilen schreibe ist keiner gelkommen der Anspruch erheben wollte, also gehe ich davon aus das wir bleiben können. Zwischenzeitlich habe ich auch eine der Flaschen Riesling geöffnet, so lässt sich viel lockerer schreiben als ohne... Am Nachmittag hab ich noch ein Bad im See genossen, alleine. Rosi hatte keine Lust, Farino auch nicht. Der See war durch den Wind ganz schön aufgewühlt und das Schwimmen gar nicht so einfach, aber da ich ja Träger des Seepferdchen-Abzeichens bin stellt das kein grösseres Problem dar. Rosi kann sich mit dem Platz noch nicht so richtig anfreunden und wir denken über eine alternative Planung nach. Da es in Berlin die nächsten Tage doch etwas kühler werden soll, steht die Stadt wieder auf der To do Liste. Mal sehen, erst mal drüber schlafen.

27.07.19

Userinen Mühle, 0 km

Biken kann ihre Gesundheit gefährden !
Biken kann ihre Gesundheit gefährden !
Aufbau Ost ist noch nicht überall angekommen
Aufbau Ost ist noch nicht überall angekommen

Der erste Tag der uns nicht mit ausschliesslich blauem Himmel begrüsst. Es ist etwas bewölkt, als ich aus dem Womo blinzle. Hoffentlich hat die Hitze nun ein Ende. Farino ist schon seit einiger Zeit nervös umher getigert, vielleicht muss er ja raus hab ich mir gedacht und bin schon um 7 aufgestanden. Ach wo, nix wars mit dringend, er schleicht etwas missmutig hinter mir her und will, als er sein Geschäft verrichtet hat gleich wieder umkehren. Nix da, dafür bin ich nicht extra früh aufgestanden, also mir nach Marsch. So kriegen wir dann doch noch eine 1/2 Stunde zusammen bevor er sich vor dem Womo wieder langlegt. Die Beschaffung der gestern bestellten Brötchen gestaltet sich sehr einfach, hin zum Korb, eintüten was du bestellt hast, zahlen bei Abreise, fertig. Hagen gestaltet das ganz einfach. Übrigends sieht Hagen aus wie ein Verschnitt von Conny Reimann und würde mit seinen hochgekrempelten Latzhosen und dem Strohhut ausgezeichnet zur Sendung "ab ins Beet" passen. Aber ein liebenswerter Typ. Nach dem Frühstück wollen wir die Gegend per Velo erkunden und ich lade mir eine Runde um die nahen Seen auf`s Navi runter. Rosi scheint heute nicht sooo begeistert zu sein, kommt aber trotzdem mit. Nach knapp halber Strecke kürzt sie den Ausflug ab und fährt zu unsrer Homebase zurück. Ich überlege ob ich sie begleiten soll und dann mit dem Renner wieder los soll. Aber irgendwie ist mir das dann doch zu Blöd und ich fahre mit dem Bike eine ausgedehnte Runde durch das Müritzer Naturschutzgebiet. Die vielen kleinen und grösseren Seen sind untereinander durch ein wirres System von Kanälen und den Flusslauf der Havel verbunden. Überall sind Boote und Wasserwanderer unterwegs. Schade nur das man vom Radweg aus nur vereinzelt Sicht auf`s Wasser hat. Übrigens ist die Havel der einzige Wasserlauf nördlich der europäischen Wasserscheide der von Nord nach Süd fliesst. Die kleinen Ortschaften die ich durchfahre scheinen noch recht ursprünglich zu sein und vieles erinnert an DDR Zeiten. In Blankenhost ist gerade ein Oldtimertreffen von MZ und Samson Motorrädern im Gange und ich nehme mir ein paar Minuten die Gefährte aus der Nähe zu betrachten. Nun rächt sich die Unterlassung etwas Verpflegung mitgenommen zu haben und der kleine Hunger kommt völlig unvermittelt. Der kräftige Gegenwind tut sein Übriges und lässt mich doppelt beissen. Aber es ist Gottlob nicht mehr weit bis zum Camping. Nach einer kleinen Stärkung und dem obligaten Schläfchen planen wir die nächsten 2 Tage unserer Reise. Wir geben Berlin nochmals eine Chance, sofern es mir geling einen Platz zu reservieren. Da die Stellplätze in und um Berlin praktisch gleich teuer sind wie die Campings sind versuchen wir zuerst Unterschlupf auf einen Campingplatz am Stadtrand zu finden.

28.07.19

Userin - Kleinmachnow/Berlin, 175km mit Umwegen

Die letzte Nacht war etwas unruhig, im Dorf war Seefest und die Musik hat bis um 2 Uhr gespielt. Wie immer hat man nur das bumbum gehört, zudem war es nach dem kurzen Regenschauer von gestern Abend sehr stickig im Womo. Um 8 hat uns dann ein lieber Nachbar mit seinem Luftmatratzenkompressorgelärme geweckt... grrr... Man merkt zunehmend das sehr viele Hobbycamper unterwegs sind, keine Rücksicht, jeder schaut für sich. Naja, das ist wohl der Lauf der Zeit der uns nun auch seit Längerem auf dem Campingplatz einholt. Wie gesagt heute wollen wir nach Berlin, wo dann morgen der Stadtrundgang ansteht. Wir fahren gegen halb 11 los, wieder zur B96 und dann über die A10 und A111 nach Kleinmachnow in der Nähe von Wannsee. Bei Gransee überholt uns dann ein Motorradfahrer in Jeans und ohne Handschuhe. Kurz vor Löwenberg und etwas 500m vor uns knallt er dann hinten auf einen Wohnwagen drauf. Wir haben aber keine Ahnung was genau passiert ist und wie der Motorradfahrer Verletzt ist. wir stehen also still. Schon wenige Minuten später ist die Feuerwehr und Ambulanz vor Ort, die Polizei sperrt die Strasse komplett und wir müssen auf der von Leitplanken umgebenen Strasse wenden, Wenige Meter vor uns hat es einen Feldweg der es auch den vielen Wowa Gespannen erlaubt umzudrehen. Wir fahren also zurück und mit einen weiten Bogen und einem Umweg von 30 km, weiter unserm Ziel entgegen. Das Navi lotst uns in eine Sackgasse irgendwo in Spandau,... da stimmt wohl was nicht. Irgendwie habe ich mich wohl beim eintippen der Koordinaten vertan, also versuche ich es jetzt mit der Adresse. Das sieht doch schon viel besser aus ist aber nochmal eine halbe Stunde zu fahren. Auf der A24 stockt dann plötzlich der Verkehr, auf der Gegenfahrbahn hat eine seine Segeljacht vom Anhänger verloren. Das stattlich Schiff liegt nun auf der Seite, so halb in der Fahrbahn und auf dem Pannenstreifen. Sieht man auch nicht alle Tage. Der Platz liegt am Teltowkanal, der verbindet die Havel mit der Spree-Oder Wasserstrasse die mitten durch Berlin führt. Der Platz ist sehr Langezogen und bietet Stellplätze links und rechts des Weges, leider ist hier Schatten Mangelware, also stellen wir uns gleich ans Wasser wo man den regen Schiffsverkehr beobachten kann. Ich wusste gar nicht das hier auch grössere Schiffe, ähnlich wie auf Rhein und Donau unterwegs sind. Später düse ich dann noch zum MC Donald um uns gesunde Nahrung zu beschaffen....  davor aber noch eine kleine Runde dem Teltowkanal entlang bis zur Machnower Schleuse. Man soll ja schliesslich auch was für seine Gesundheit tun.

29.07.19

Berlin satt

Judendenkmal
Judendenkmal
Atrium DZ Bank "meine" Bank
Atrium DZ Bank "meine" Bank
Grossstadt Idylle
Grossstadt Idylle

Ich hab gestern für 1x noch bis um halb 12 gelesen, einen Krimi was sonst... Die Nacht war warm und stickig, ich glaub unser Abwasser müffelt, kein Wunder bei der Wärme. Irgend wann in der Nacht fährt ein Schwede auf den Platz und rangiert gefühlte 30 Minuten bis sein Wohnwagen steht, eigentlich wäre die Zufahrt ab 23 Uhr verboten... Ich träume trotzdem weiter bis um halb 8, dann mach ich mit Farino eine ausgedehnte Runde, der arme Kerl muss heute im Womo warten bis wir aus der Stadt zurück sind. Der Morgen ist etwas bedeckt und lässt darauf hoffen das es nicht allzu heiss wird. Wir brauchen etwa 10 Min. zu Fuss zur Bushaltestelle von wo aus wir nach Wannsee zum S -Bahn Bahnhof fahren. Bis zu unserem ersten Stop an der Friedrichstrasse dauert es eine knappe Stunde. Ich bin gespannt was sich in den letzten 20 Jahren seit meinem Arbeitsaufenthalt in Berlin alles verändert hat. Die erste Verwirrung ist dann schon mal perfekt, mit welcher U oder S -Bahn kommen wir zum Alexanderplatz? Vor 20 Jahren bin ich blind umgestiegen, aber jetzt... Alles gut mit der S25 kommen wir direkt zum Alex. Hier hat sich nicht viel getan, ein renoviertes Gebäude da und dort aber alles an seinem Platz, ausser der Funkturm. Wo steckt er denn, den sollte man doch sehen? Wie die Deppen suchen wir, nur nicht in unserem Rücken.. ganz schön blöd wir Zwei. Die Wartezeit beträgt 1 1/2 Stunden, nein Danke wir verzichten auf die Aussicht. Mittlerweile ist es brütend warm in der Stadt, der Schweiss rinnt uns über den Rücken und die Stirn, schnell in eines der auf 22°C heruntergekühlten Ladengeschäften. Oh,.. ein Marken Outlet wie cool. Ich erliege der Versuchung und erstehe ein Shirt von Under Armur, natürlich völlig unnötig aber cool. Rosi hat da mehr Rückgrat und verzichtet auf einen Kauf von was auch immer. Es ist schon bald Mittag und ich möchte in meine Stamm Pizzeria von damals zu Mittag essen gehen, also zurück mit der S-Bahn zum Brandenburger Tor. Da ich mich etwas umsehen möchte, gehen wir ab der Friedrichstrasse zu Fuss, ist nicht allzu weit, aber trotzdem heiss. Alles wie gehabt, ausser das an "meiner" Baustelle die Lücken zum Adlon und zur Comerzbank geschlossen wurden. Zwischen Adlon und "meiner" DZ Bank steht das Haus der Künste und auf der anderen Seite die Botschaft der USA. Wenn ich daran denke was für ein Theater das war mit der Fassade, 2x wurden alle Steinplatten ausgetauscht, weil sie farblich nicht alle zusammen stimmten. Nun haben sie die Botschaft angebaut....!!?. Heiliges Kanonenrohr, die Türen sind noch praktisch unverändert in Betrieb wie ich sie damals installiert habe, ich kann es kaum glauben, meine Spuren haben die 20 Jahre überlebt. Ich zeige Rosi das Atrium von F.O.Gerry, damals war es noch nicht fertiggestellt. Auch heute noch beeindruckend, spannend. So der Magen hängt mir in den Knien und Durst habe ich auch, wir umrunden also die Botschaft und tatsächlich, die Pizzeria gibt es noch. Nachdem essen frage ich den Kellner wer den heute Chef des Betriebes sei, offensichtlich hat ein Kellner von damals den Betrieb 2003 übernommen, an seinen Namen kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Ich werd ein wenig sentimental, viele Erinnerungen werden wieder lebendig. Ich weiss noch das wir einmal erst Abends um 17 Uhr auf die Baustelle konnten und den ganzen Nachmittag in der Pizzeria verbracht haben. Nachdem wir auf das Gerüst gestiegen sind mussten wir feststellen das das viel zu gefährlich war, zumal wir dem Pils und dem Grappa ausserordentlich zugesprochen haben. Also rechts um kehrt, immer die Arbeitssicherheit im Auge und zurück in die Pizzeria. Es war wohl einer der lustigsten Tage in Berlin. So Schluss mit den alten Geschichten, nach dem Essen schiessen wir am Judendenkmal nochmal ein paar Fotos, dann geht es zu Reichstag. Leider auch hier Besichtigung nur gegen Voranmeldung und vor Morgen ist da nichts mehr zu machen. Also zu Fuss einmal rechts herum und in die U-Bahn zum Potsdamerplatz. Das soll unsere letzte Station in Berlin sein. Man bräuchte locker 3 Tage um alles was sehenswert wäre zu sehen, aber Farino würde uns das wohl recht übel nehmen. Wir besuchen die Arkaden, ein grosses Einkaufsparadies. Leider nur Food und Kleider, viel leere Ladenfläche. Das Angebot übersteigt auch hier die Nachfrage deutlich. Wir shoppen kurz in einem Schuhgeschäft das Räumungsverkauf hat und dann wohl auch schliesst und bei Ampelmann Berlin... mehr sag ich nicht dazu. Den Abschluss macht dann das Sony Center wo wir uns im Innenhof oder wie man der Kuppel auch immer sagen will, ein Pils und einen Eiskaffee gönnen. Also hier beenden wir den Berlinbesuch und kehren nach Kleinmachnow zurück. In Wannsee beginnt es etwas überraschend zu donnern während wir auf den nächsten Bus warten. Als wir den Bus verlassen schifft es veritabel und als wir zum Womo kommen sind wir bis auf die Haut durchnässt, na den Prost.

Sony Centrum Potsdamerplatz
Sony Centrum Potsdamerplatz
in der U-Bahn
in der U-Bahn

30.07.19

Berlin - Rothenburg ob der Tauber, 501 km

Nach dem gestrigen Wolkenbruch blieb es den ganzen Abend und in der Nacht trocken. Es ist trüb und über dem Wasser liegt etwas Nebel als ich zum Morgenspaziergang aufbreche. Farino scheint das einiges mehr zu behagen als die Affenhitze der letzten Tage, und er marschiert wacker mit und schnüffelt an jeder Hecke. Für heute haben wir geplant bis nach Rothenburg ob der Tauber, zwischen Würzburg und Nürnberg zu fahren. Rothenburg wartet mit einer hübschen Altstadt auf welche wir eigentlich schon bei unserer Hinreise besuchen wollten. Leider hat uns der Stau einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir sind etwas früh dran mit dem Heimweg, aber irgendwie sind wir etwas aus dem Tritt geraten weil wir gar nicht bis an die Ostsee gefahren sind und haben nun überzählige Reisetage und keinen Plan was wir damit anfangen sollen. Ist ja auch nicht schlimm wenn wir frühzeitig zu Hause sind. Wir haben uns deshalb mit unseren Nachbarn zur 1. Augustfeier verabredet. So bleibt auch genug Zeit alles wieder auf Vordermann zu bringen und wir können uns ganz auf den 50igsten Geburri unserer neuen Schwägerin vorbereiten. Damit die Anfahrt doch noch etwas spannend wir habe ich die Koordinaten im Navi in der falschen Eingabemodus erfasst. So landen wir nach einer 30km Fahrt über Land mitten in der Pampa, nun ist mir auch klar warum es in Berlin nicht geklappt hat. Offensichtlich habe ich mich bei der Umstellung vertan.... Der Blick meiner Copilotin ist mir gewiss... Immerhin haben wir so einige der Fränkischen Weindörfer kennengelernt und so falsch waren wir ja auch nicht unterwegs, zumindest die Richtung hat gestimmt und wir mussten nicht zurückfahren.

31.07.19

Rothenburg ob der Tauber - Niederbüren, 307 km

So, Ende Feuer, wir fahren nach Hause. 

Während der Nacht hat es noch ordentlich geschüttet und wir mussten die Fenster schliessen. Vor allem die Dachfenster, wenn wir doch nur noch Strom gehabt hätten. Spannung elektrisch Null, Emotional 380V Drehstrom. So ein Sch… Ich hab so was befürchtet, die Wohnraumbatterie hat mittlerweile auch ihre 7 Jahre auf dem Buckel und hat nun wohl ihr Lebensende erreicht. Gestern noch etwas Fern geschaut und dann noch bei Halogenlicht bis um 12 Uhr lesen war wohl zu viel für das alte Ding. Naja, hab dann mal alles ausgeschaltet und wieder eingeschaltet, das hat dann gerade noch gereicht um das Dachfenster elektrisch zu schliessen und den Kühlschrank über die Nacht mit Gas zu retten.

Es ist trocken als ich aus der Koje komme, dann aber schnell auf den Morgenmarsch, bevor es dann wieder regnet, 1x durchnässt hat mir gereicht. Mittlerweile sind schon einige Womos aufgebrochen (im Sinne von weggefahren) und wir platzieren uns nach meiner Rückkehr, schnell um, damit wir an die Steckdose kommen, gestern waren alle besetzt oder zu weit weg. Darum auch das Malheur mit der fehlenden Spannung, also die von der Batterie natürlich.

Nachdem wir gestern nur einen kleinen Rundgang durch das schöne, mittelalterliche Städtchen gemacht haben, nehmen wir uns heute etwas mehr Zeit. Einen Besuch kann ich jedermann und -frau wärmstens empfehlen, es ist alles herrlich schön herausgeputzt und absolut sehenswert. Ich war überrascht über die Grösse des historischen Stadtkernes, wir hatten gar nicht genügend Zeit (oder Lust) uns alles anzusehen. Der Ort scheint auch ein Hotspot für Besucher aus Asien, ich glaube es sind vorwiegend Koreaner, zu sein. Man hat kaum die Chance ein Foto zu machen ohne das irgend ein Selfiekünstler  mit auf den Bild ist. So gegen 10 Uhr hat dann auch Rosi alle Geschäfte mit Kuckucksuhren, Weihnachtsschmuck und anderem Gedöns inspiziert und wir gehen zurück zum Womo.

Noch kurz bei EDEKA eingekauft und wir sind auf dem Heimweg.  

Die Reise war kürzer als erwartet, wir haben aber trotzdem viel gesehen und uns gut erholt. Das war ja auch das Ziel dieser Reise und der Herbst kommt schon Bald und damit die nächsten Ferien.

vielen Dank fürs lesen und bis zum Oktober

liebe Grüsse von Jörg und Rosi